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Bad Doberan Europe-Segler kämpfen um WM-Titel
Mecklenburg Bad Doberan Europe-Segler kämpfen um WM-Titel
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14:48 12.08.2018
126 Segelsportler aus elf Nationen segelten mit ihren leichten und schnellen Booten in der vergangenen Woche im Segel-Revier vor Kühlungsborn um den WM-Titel in der Europe-Klasse. Quelle: Yvonne Menzel
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Kühlungsborn

Über den Hafen des Ostseebades Kühlungsborn (Landkreis Rostock) blies am Sonnabendvormittag ein böiger Wind. Auf See war es – mit hohem Wellengang – noch heftiger. Die Wettfahrtleitung entschied: Die siebente Wettfahrt wird nicht gesegelt. Die Weltmeisterschaft der Segler in der Europe-Klasse war nach den sechs Wettfahrten, die seit vergangenen Dienstag ausgetragen wurden, entschieden.

126 Segelsportler aus elf Nationen brachten Kühlungsborn zwei Wochen internationales Flair. Ein WM-Titel und eine Bronze-Medaille - die deutschen Segler schnitten gut ab.

Fabian Kirchhoff und Stine Schreiber nahmen die Entscheidung gelassen hin. Denn sie hatten damit – als die besten Deutschen im Starterfeld – das jeweils beste Ergebnis ihrer Segler-Karrieren in trockenen Tüchern. Fabian Kirchhoff (28) aus Hüde in Niedersachsen – viermaliger Deutscher Meister, Gewinner der Kieler Woche und Dritter bei der Europe-WM 2017 – ist jetzt Weltmeister. Und die 32-jährige Hamburgerin freute sich über ihre erste WM-Medaille. Für sie gab es Bronze.

„Das Segel-Revier vor Kühlungsborn ist super, gefällt mir persönlich sogar besser als Kiel“, so der frischgebackene Weltmeister. „Freies Wasser mit oft wechselnden Winden und Strömungsverhältnissen – sehr anspruchsvoll“, fügt er hinzu. Und, im Unterschied zur Kieler Woche, wo die einzelnen Klassen oft parallel ihre Wettfahrten segeln: „Hier haben wir das Revier für uns.“ Matthias Müller, der stellvertretende Chef der Europe-Klasse Deutschland, sieht noch einen weiteren positiven Aspekt: „Hier ist – anders als vor großen Hafen-Städten – vergleichsweise wenig Verkehr auf dem Wasser.“

48 Frauen und 78 Männer aus neun europäischen Ländern sowie aus Kolumbien und Neuseeland segelten seit vergangenem Montag vor Kühlungsborn um die Weltmeisterschaft in der Europe-Klasse. In den Tagen davor gab es eine Europe Open Week und einen Nationen-Cup, den die Norweger vor Dänemark und Deutschland gewannen.

Ausgerichtet wurde das mehr als zwei Wochen dauernde internationale Segel-Event im Hafen von Kühlungsborn und im Segel-Revier davor vom Segelclub Kühlungsborn. Der auch schon in vergangenen Jahren internationale Regatten und Meisterschaften beispielsweise in der Drachen- und Contender-Klasse veranstaltet hatte. Und dafür von Seglern und Offiziellen viel Lob bekam. „Das wussten wir und daher haben wir gern diese WM nach Kühlungsborn vergeben“, so Matthias Müller.

„So etwas funktioniert nur, wenn man sich auf eine gute Infrastruktur stützen kann. Wir bedanken uns dafür beim Touristik Service Kühlungsborn“, so Peter Menzel, der erste Vorsitzende des Segelclubs Kühlungsborn. „Möglich wurden diese drei großen internationalen Regatten aber erst durch den unermüdlichen Einsatz von mehr als 40 ehrenamtlichen Helfern, die aus unserem und anderen Vereinen kamen. Sie haben dafür oft Urlaub genommen. Dafür kann man eigentlich nicht genug danken“, sagt Menzel. Zehn Begleitboote waren im Einsatz, das Regatta-Büro war zu besetzen, es mussten schwere Tonnen auf See gelegt werden – und vieles mehr.

Die Wettfahrten selbst fanden weit draußen statt, davon sah man vom Strand oder der Seebrücke nicht viel. Dennoch: „Mit solchen Regatten bringen wir maritimes Flair nach Kühlungsborn. Das wollen die Urlauber spüren. Das haben uns viele Gäste in diesenTagen immer wieder gesagt“, so Menzel. Denn die Segler und ihre Boote gab es fast zum Anfassen, wenn sie vom Strand hinterm Hafen zu ihren Regatten starteten und wieder zurückkehrten. „Dann wurden viele Fotos und Videos gemacht“, hat nicht nur Menzel beobachtet. Und das Regatta-Camp auf dem Hafen-Vorplatz mit Gastronomie, Live-Musik am Abend, dem großen Zelt der Segler und dem Regatta-Büro im Bus sei „immer offen und für alle zugänglich gewesen“.

Ergebnisse der Segel-Weltmeisterschaft in der Europe-Klasse 2018 in Kühlungsborn:Damen: 1. Anna Livbjerg (Dänemark/6 Punkte); 2. Ascension Roca de Togores Benabent (Spanien/20 Punkte); 3. Stine Schreiber (Deutschland/Hamburg/23 Punkte).

Herren: 1. Fabian Kirchhoff (Deutschland/Hüde in Niedersachsen/36 Punkte); 2. Lars Johan Brodtkorb (Norwegen/40 Punkte); 3. Kristian Praest (Dänemark/ 50 Punkte).

Der Wertungsmodus ist einfach: Der Erste einer Wettfahrt erhält einen Punkt, der Zweite zwei Punkte und so weiter. Das schlechtetes Wettfahrt-Ergebnis wird gestrichen.

Europe-Boote sind leichte Einhandboote: 3,30 Meter lang, 45 Kilogramm Rumpfgewicht, sieben Quadratmeter Segelfläche. Bis 2004 war die Klasse bei den Frauen olympisch.

Werner Lutz

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