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16:42 26.09.2018
Dr. Ronald Eixmann betreibt eine Wetterstation in Kühlungsborn und ist Macher des Musikfestivals „Sea & Sand“. Quelle: Anke Kisters
Kühlungsborn

Wie wird das Wetter heute? Das ist für viele eine Verlegenheitsfloskel oder ein Gesprächseinstieg. Für Dr. Ronald Eixmann aus Kühlungsborn ist das Wetter eine besondere Materie, nämlich sein Beruf. „Mich fragen die Leute nicht: Wie geht’s Dir? Sondern: Wie wird das Wetter?“, erzählt der Diplom-Meteorologe. Der Vater von zwei Kindern hat über die Methoden zur Verbesserung der Wettervorhersage, der Atmosphärenphysik und der Klimaforschung hinausgehend, viele weitere Tätigkeitsfelder. Einige davon erledigt der 51-Jährige in seinem „Beach Office“ – seinem Arbeitsplatz mit Blick auf die Ostsee und an der Wetterstation gelegen.„Aus der Leidenschaft meiner Kindheit wurde mein Beruf und jetzige Tätigkeit. Schon damals interessierte ich mich für Himmelsphänomene und stellte mir die Frage, warum aus der einen Wolke Regen kommt und aus der anderen nicht“, erinnert sich Eixmann, der in Kröpelin aufwuchs und nach dem Abitur zur Armee ging. Danach beschäftigte er sich zunächst mit der Landwirtschaft, um, wie er sagt, „erst einmal etwas zu machen. Ich war hier zwei Jahre Berufskraftfahrer. Der Facharbeiter in Rostock folgte.“

Eigene Wetterstation im Keller aufgebaut

Der Meteorologe stellte sich oft die Frage, wo er eigentlich im Leben hinwolle. Der Weg führte ihn als Berufskraftfahrer nach Hamburg. Dort immatrikulierte er sich mit 25 Jahren, sagte sich: „Wenn ich Schiffbruch erleide, habe ich es wenigstens probiert.“ Um sein Studium zu finanzieren, ging er vormittags arbeiten, nachmittags dann zur Vorlesung. „Priorität hatte immer die Familie. Ferner wollte ich mich niemals verschulden. Ich baute eine Wetterstation im Keller mit einem kleinen Büro auf und deklarierte es als ,Wetterstation von Kühlungsborn’, damals in der ,Villa Rheingold’“, berichtet Eixmann. Dann folgte ein Arbeitsangebot vom Institut für Atmosphärenphysik. Parallel erstellte er in Hamburg seine Diplomarbeit. „Der Arbeitsvertrag lautete auf eine halbe Stelle für zwei Jahre. Parallel lief meine Promotion. Zusätzlich verschickte ich aus meinem kleinen Büro Wetterberichte an die Hotels. Das Schwierige war, dass die Promotion ,Lasertechnik’ beinhaltete. Ich führte nachts Messungen durch, um morgens ab sechs Uhr meine Wetterberichte zu erstellen. Danach ging ich nachmittags zum Institut. Der Vertrag beim IAP wurde verlängert und ich entschied mich, meine Promotion über die Ziellinie zu bringen, absolvierte sie parallel zur Seewetterstation in vier Jahren.“ Der Vertrag im IAP lief aus. „Ich konzentrierte mich allein auf die hiesige Seewetterstation und baute sie weiter aus. Als letztes fiel mir dann der Sektor Bildung regelrecht vor die Füße.“

Weiterbildung war immer ein Thema

Der Wetterexperte beschäftigte sich drei Jahre mit den Lehramtsfächern Physik, Informatik und Pädagogik an der Uni und nahm zusätzlich an einer zweijährigen Qualifizierung des Landes MV teil. Zeitgleich wurde, wie er sagt, sein Projektantrag beim IAP als halbe Stelle genehmigt. „Somit konnte ich wissenschaftlich arbeiten und meinen Beitrag zur Jugendarbeit leisten, die sehr erfolgreich und so einzigartig ist.“ Das Erfolgsbeispiel heißt „Campus Pro“, welches für die Schüler am Schulzentrum Kühlungsborn mit einer Prüfung vor der Industrie und Handelskammer endet. Ronald Eixmann führt Schüler der 10. bis 12. Klassen des Gymnasiums an das wissenschaftliche Arbeiten heran, das heißt Analyse des Wetters und projektbezogenes Arbeiten. „Der Sozialfonds der EU hat MV etwas Geld gezahlt, um die Leute hier berufsvorbereitend auch an MV zu binden. Es blieb nicht mehr bei naturwissenschaftlichen Projekten, sondern es ergaben sich mehrere Fachgebiete, wie Sea & Sand, Marketing, PR, etc. – das heutige ,Campus Pro-Projekt’“, stellt der Initiator und Projektleiter begeistert und stolz fest. Es nahmen dieses Jahr etwa 2000 Personen am Elektro-Musik-Event „Sea & Sand“ teil.

In einer der schönsten Ecken von Deutschland geblieben

Rückblickend traf er, wie er sagt, die richtige Entscheidung, nämlich hier zu bleiben. „Meine Frau und ich wollten unsere ,Sattelfestigkeit’, die wir als Kinder erlebten, an unsere Kinder weitergeben. So blieben wir hier – in einer der schönsten Ecken Deutschlands.“ In seiner Freizeit spielt er Tennis und segelt. „Ich würde gerne mal wieder abends mit dem Fernrohr hinausschauen“, so ein noch aktueller Wunsch aus Kindertagen. Dem Thema „Klimawandel“ möchte er gerne mehr Zeit widmen. Als Meteorologe sei der Klimawandel für ihn natürlich spannend. „Alles, für sich scheinbar unabhängig voneinander, manifestiert sich in einer immer höheren Temperatur hier auf der Erde. Ich bestehe aus Milliarden Zellen und trotzdem bin ich ein Gesamtsystem, das ist beim Klimawandel genauso“, sagt er. „Alle Bereiche – reine Meteorologie, Naturwissenschaft, Gesellschaft, Politik, Biologie und so weiter pausen sich zum Klimawandel durch. Der Planet fängt an zu schwitzen, die Luft wird wärmer, durch den Menschen hervorgebracht. Man kann sich schnell die Frage stellen: Wo geht die Reise hin?“ Lieblingswetter habe er nicht, da hinter jedem Wetter die Geophysik stünde. „Ich könnte mich in jede Wetterlage hineinlegen!“ Besonders schön fände er jedoch das dezente Nebelgrau im November, weil man das Gefühl habe, die Zeit verlangsame. „Ich sehe, was sich dahinter verbirgt und somit die Dinge ,mit anderen Augen’.“ Beim Thema Zukunft teilt Eixmann mit, dass er sich auf andere Dinge wie zum Beispiel auch meteorologische Fachseminare konzentrieren werde. „Ich möchte nicht nur Wissen generieren, sondern auch an die jüngere Generation weitergeben.“ Die meteorologische Dienstleistung werde im nächsten Jahr automatisiert. „Ich habe das 15 Jahre gemacht. Das ist nicht das, wo ich weiterziehen möchte.“

Werner Lutz

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