Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -1 ° stark bewölkt

Navigation:
Festivals, Maler und Sommerakademien

Nienhagen Festivals, Maler und Sommerakademien

Nienhagen stellt sein Entwicklungskonzept für Kunst und Kultur vor

Voriger Artikel
Landeskicker nehmen Restprogramm in Angriff
Nächster Artikel
Partie in der Landesliga Nord fällt aus

Helmut Juerß zeigt ein Bild des Malers Lovis Corinth, der zwischen 1909 und 1917 in Nienhagen in der Villa „Erika“ weilte.

Quelle: Foto: Sabine Hügelland

Nienhagen. In der Bürgerversammlung der Arbeitsgruppe Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) Nienhagen wurde klar, dass ein großes Potential im Ostseebad steckt. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Gemeinde-Entwicklung in den kommenden 15 bis 20 Jahren. Speziell die Leitbilder Kultur und Kunst wurden jetzt aufgegriffen.

OZ-Bild

Nienhagen stellt sein Entwicklungskonzept für Kunst und Kultur vor

Zur Bildergalerie

„Ich habe großen Respekt vor der Arbeit der GEK“, sagte Einwohner Kurt Weidmann. Die Leitbilder besäßen sehr viel Tiefe, wären gut ausgearbeitet. Prof. Jürgen Lüsch, Leiter der Arbeitsgruppe, erläuterte die Arbeit der GEK. Sein Stellvertreter Prof. Karl-Heinz Breitzmann ging näher auf die Leitbilder Kultur und Kunst ein: „Wir schlagen die Entwicklung und Etablierung eines zentralen und jährlich wiederkehrenden künstlerischen Events als Markenzeichen vor, mit dem die Gemeinde auch über ihre Grenzen hinaus in Erscheinung tritt. Vorzugsweise sollte es sich um ein Musik-Event handeln.“

Als Vorbild diente das Kühlungsborner Gitarrenfestival. Karl-Heinz Breitzmann betonte, dass die Aufrechterhaltung und Stärkung der vorhandenen kulturellen Vielfalt durch Vereine und Interessengruppen zu gewährleisten sind, jedoch die Koordinierung der Veranstaltungen und vor allem eine breitere Publizierung zu verbessern sind. Weiterhin sagte er: „Um eine anspruchsvolle Konzeption zu entwickeln, kann die Gemeinde auch zu einem Ideenwettbewerb unter Einbeziehung des Kulturvereins aufrufen. Vorstellbar wäre es, die Rostocker Hochschule für Musik und Theater um Zusammenarbeit sowohl bei der Konzept-Entwicklung als auch bei der Realisierung zu bitten.“

Michael Flügel, der Vorsitzende des Boots-und Angelvereins und Mitglied der GEK, gab zu bedenken: „Wir müssen dafür die Beherbergung gewährleisten können, doch im Sommer sind wir ausgebucht.“

Saisonverlängernde Maßnahmen, wo es noch Übernachtungskapazitäten gäbe, wären günstiger. Weitere Vorschläge für neue Events kamen von Seiten der Gäste: Eine Sommerakademie wie sie im Mittelmeerraum abgehalten wird, wäre denkbar. Dabei gäbe es bereits Kapazitäten im Ort wie den Maler Matthias Heinz, den Malkreis und andere.

„Und wir sollten den Maler Lovis Corinth nicht vergessen, der in Nienhagen weilte“, so Breitzmann. Lovis Corinth (1858-1925) gehörte zu den Impressionisten, gastierte in der Villa „Erika“ und malte um 1917 die Tante des Nienhägers Helmut Juerß. Das sei ein Schatz, den es auszubauen gilt, vielleicht mit Lovis-Corinth-Tagen, um damit zu werben, sagte der Professor und stieß damit auf offene Ohren. Auch Matthias Heinz begrüßte diese Idee. „Corinth war sehr bedeutend, diese Tatsache ist ein Schatz, den es zu heben gilt.“

Ein weiterer Vorschlag der GEK war die Aufstellung von Hinweistafeln, um an bekannte Persönlichkeiten und Ereignisse zu erinnern. Nach dem Beispiel solcher Tafeln in Berlin, München und Tapiau (nahe Königsberg), um unter anderen auf Lovis Corinth aufmerksam zu machen. Angesprochen wurde auch die Entwicklung von Freiflächen in Ergänzung zum Park Strandstraße/Am Waldrand zu kleineren Park- und Aufenthaltsflächen. An exponierten Standorten, wie an der Fläche hinter der Promenade, könnten Kunstobjekte platziert werden.

„Bevorzugt sollte dabei an Skulpturen gedacht werden, die mit der Ostsee und der Geschichte der Gemeinde verbunden sind“, so Karl-Heinz Breitzmann, der im Rahmen der GEK auch die Stiftung eines Bürger- und Kulturpreises für besonders engagierte Einwohner vorschlug.

Die GEK hält die Konzipierung einer Mehrzweckhalle zur deutlichen Erweiterung der Infrastruktur vor allem für Kultur und Sport für notwendig. Denn das Freizeitzentrum platzt mittlerweile aus allen Nähten, doch das Geld für eine Halle fehle. „Wir könnten uns mit der Gemeinde Rethwisch-Börgerende zusammenschließen“, so Nienhagens Bürgermeister Uwe Kahl (CDU). Bisher nutzen Nienhäger die kleine Sporthalle in Rethwisch, die jedoch auch nicht mehr ausreicht. Eine neue Halle hätte den Vorteil, dass große Veranstaltungen, Sport – jedoch auch private Events dort stattfinden könnten. Das sind alles Überlegungen, die nun erst ausgearbeitet werden müssen und für die eine weitere Arbeitsgruppe fehlt: „Wir bitten interessierte Bürger, sich bei uns zu melden“, richtete sich Karl-Heinz Breitzmann an die Nienhäger.

Sabine Hügelland

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wut verloren, Glück gefunden
Initiatorin Andrea Keller und Schriftsteller Thomas Meyer vor dem Fundbüro für immaterielle Dinge.

Geduld verloren, Glück gefunden: In Zürich gibt es ein Fundbüro für immaterielle Dinge, wo solche Dinge als Fund oder Verlust gemeldet werden können. Ein Kunstprojekt.

mehr
Mehr aus Bad Doberan
Verlagshaus Bad Doberan

Service-Center:
Am Markt 2
18209 Bad Doberan

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
10.00 bis 17.00 Uhr

Redaktion:
Alexandrinenplatz 1 a
18209 Bad Doberan

Leiterin Lokalredaktion: Anja Levien
Telefon: 0 38 203 / 55 300
E-Mail: bad-doberan@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.