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Bad Doberan Feuer, Vampire – und ganz viel Herzblut
Mecklenburg Bad Doberan Feuer, Vampire – und ganz viel Herzblut
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00:00 12.02.2018
Atemberaubend: Die Tanzgruppe des SKV begeisterte mit einer großartigen, punktgenauen Choreografie. Quelle: Fotos: Lennart Plottke (3), Sabine Hügelland
Satow/Neubukow

Die Marschroute ist klar: „Anders als Christian Lindner finde ich, es ist besser, schlecht zu lachen, als gar nicht zu lachen“, sagt Satows Karnevalspräsident Erhardt Liehr vor dem „Geisterschloss Satowia“ – und spielt damit auf die geplatzten „Jamaika“-Verhandlungen an. Was die nächsten zwei Stunden folgt, ist kreativ, gruselig, scharfzüngig – und vor allem großartig anzuschauen. Das Prädikat „schlecht“ kommt den rund 600 Narren in der proppenvollen Mehrzweckhalle jedenfalls nicht in den Sinn.

In Satow und Neubukow begeisterten die Karnevalisten mit tollen Shows und viel Liebe zum Detail

Zum 48. Mal machen die Satower am Wochenende mächtig „Radau“ – und nehmen neben gruseligen Auftritten (nein, nicht das Männerballett in sexy Teufelin-Kostümchen . . .) von Graf Dracula oder Darth Vader auch den aktuellen Polit-Zirkus aufs Korn. „Ob Claudia Schiffer oder Heidi Klum“, sagt etwa der Blutsauger, „ich hab’ sie alle gebissen – nur Donald Trump hab’ ich ins Gehirn geschissen.“ Ein Höhepunkt: der Auftritt des Prinzenpaares. Mit „Die Schöne und das Biest“ gewinnen Hannes Russnak und Annabelle Cogiel ihr Gefolge spielend für sich – und verkünden sodann die Kussfreiheit. Eine Aufforderung, die das Publikum im Saal dankend und ausgiebig annimmt.

Spätestens, als die Tanzgruppe zu „Hip, hip, hurra“ von den Ärzten ihren Hexentanz aufführt, ist im „Geisterschloss“ auch der letzte Narr von den Toten auferstanden. Apropos Tanz: Die hinreißenden, punktgenauen Darbietungen von Funkengarde, Mädelstanzgruppe und Tanzgruppe sorgen nicht nur bei vielen Männern im Saal für offene Münder. „Da steckt viel Zeit und Mühe drin“, betont Präsident Liehr. „Die Proben laufen seit September.“ Dass es sich dabei tatsächlich um Amateure und nicht um Profis handeln soll – nur ein Gerücht.

Auffallend viele Teufelchen gibt es auch unter den 250 Gästen, die in Neubukow bei „Feuer und Eis“ Karneval feiern – dazu Eisprinzessinnen, Väterchen Frost oder Schneeflöckchen. Bevor NCC-Präsidentin Ramona Ruhnke in ihrer zweiten Amtszeit den Karneval in der Sporthalle einläutet, gibt es erstmal eine Überraschung: Über die Leinwand flimmert ein Image-Film – darin Christoph Schlieter und weitere Akteure, die sich auf humorvolle Weise die Köpfe darüber zerbrechen, welches NCC-Programm in diesem Jahr laufen soll und wie der fast 100 Mitglieder starke Verein dafür das Geld zusammenbekommen könnte.

Da fehlte auch der Gang ins Rathaus zum Bürgermeister nicht. „Wir werden und wurden immer hervorragend von der Stadt und dem Bauhof unterstützt“, macht die Präsidentin deutlich. „Sie stellen uns vieles bereit und auf – das ist ein großes Dankeschön wert.“ Gemeinsam mit Karnevalsprinzessin Julia Schröder verteilt Ramona Ruhnke im Laufe des Abend viele Küsse an die Akteure.

Mit dabei das hübsche Funkenmariechen Swantje Hönisch, die kleinen Funken, deren jüngstes Mitglied erst vier Jahre alt ist, sowie die grünen Funken. Zusammen mit dem Damenballett und dem Danceteam bestechen auch die Neubukower mit starker Choreographie, viel Talent und perfekter Aufmachung. Auch die Herren der Schöpfung zeigen im Ballett viel Bauch und gute Tanzeinlagen. Dazu gibt es gleich drei Büttenreden sowie einige witzige musikalische Parodien.

Und nicht nur das: In der Dekoration stecken zwei Tage Arbeit. „Der Verein ist wie eine kleine Familie“, sagt Ramona Ruhnke. Am Wochenende ist zu sehen: Diese Familie versteht es, anderen einen unvergesslichen Abend zu schenken. Zum heutigen Rosenmontag geht’s in der Sporthalle am Panzower Weg übrigens weiter: Ab 20 Uhr feiert hier der Neubukower Carneval Club wieder zu „Feuer und Eis“.

Und auch in Satow ist der Abend nach dem närrischen Treiben auf der Bühne noch lange nicht zu Ende – dafür sorgen die Band „Zig-Zag“ und DJ Fancy. Karnevalspräsident Erhardt Liehr jedenfalls dürfte mit seinem Schlusswort bei dem einen oder anderen Arbeitgeber für weitere schlaflose Nächte gesorgt haben: „Und wenn Ihr zu viel gefeiert habt, macht am Montag einfach blau – Satow Radau!“

Bildergalerien zum Satower und auch zum Neubukower Karneval gibt’s unter www.ostsee-zeitung.de.

Lennart Plottke und Sabine Hügelland

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