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Bad Doberan Feueralarm im Schloss Hohen Niendorf
Mecklenburg Bad Doberan Feueralarm im Schloss Hohen Niendorf
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06:54 31.03.2014
Kühlungsborner Kameraden proben eine Rettung über den Balkon im obersten Stockwerk des Jagdschlosses Hohen Niendorf. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Großalarm im Jagdschloss: Dichter Qualm dringt aus dem Keller in die Geschosse bis nach draußen. Fünf Feuerwehrfahrzeuge und ein Einsatzleitwagen der Wehren Bastorf, Kühlungsborn, Biendorf und der Ortswehr Körchow kommen an diesem Freitagabend mit Sirene durchs Dorf gerauscht. Nur die Schloss-Bewohner bleiben seltsam gelassen:

Es handelt sich nur um eine Großübung.

Eine besondere, denn viel zu selten hat die Freiwillige Feuerwehr die Möglichkeit, an solch einem Objekt ihre Fähigkeiten zu testen. „Auch bei uns diskutierten die Mieter und einige hatten Bedenken, dass dabei zu viel beschädigt werden könnte“, sagte Ullrich Burfeind. „Doch man weiß nie, wie es kommt. Schnell ist ein Brand entstanden, deshalb sollte man die Wehren unterstützen“, sagte der Familienvater. „So haben sich die Befürworter durchgesetzt.“

Und die 34 Kameraden, davon 16 Atemschutzgeräteträger, beschädigten bei ihrem Einsatz nichts.

Es floss kein Tropfen Wasser. Geübt wurde das Anschließen der Wasserversorgung nur bis zum Verteiler. Der Rauch kam aus einer Maschine und eine Drehleiter richtet sowieso keinen Schaden an.

Am Ende der Übung kontrollierte Amtswehrführer Reneé Kluczenski sicherheitshalber alle benutzten Räume — ohne Beanstandung.

Die Kühlungsborner Kameraden waren mit ihrem Fahrzeug, das über eine Drehleiter mit Arbeitskorb verfügt, zur Rückseite des Jagdschlosses gefahren. Die Drehleiter wurde bis zum Balkon im dritten Stock ausgefahren — er gehörte den Burfeinds — um eine Rettung nachzustellen. „Leider dürfen wir aus Versicherungs-Gründen nicht mitmachen“, sagte Andrea Burfeind und schaute sehnsüchtig zu den Feuerwehr-Kameraden hoch. Ihr 13-jähriger Sohn Kevin verfolgte die Übung ebenfalls gebannt, denn er gehört zur Jugendwehr in Sittensen, bei Bremen. „Schade, dass ich noch zu jung bin“, bedauerte er, bei der spannenden Aktion nicht mitmachen zu dürfen. Unten am Boden rannten andere Mitglieder der Wehren in den vermeintlich brennenden Keller — durch ein Seil miteinander verbunden, um sich im dichten Nebel nicht zu verlieren. Diese Übung gehört mit zu den schwierigsten, schon weil alle Atemgeräte trugen.

Überwacht wurde der Einsatz von Amtswehrführer Reneé Kluczenski, der von den jeweiligen Gruppenführern und von Wehrleiter Jürgen Tremp — der für den Bereich zuständigen örtlichen Wehr Bastorf — Unterstützung erhielt. „Die Übung ist gut gelaufen“, sagte Kluczenski. „Wir hatten nur Schwierigkeiten mit den Nebengeräuschen des analogen Funks. Aber Ende des Jahres soll auch er, so wie bereits in den Fahrzeugen geschehen, auf digital umgestellt werden.“

Die Zusammenarbeit mit allen Wehren funktionierte sehr gut, ließ er wissen. Im Bereich der Atemschutzgeräteträger und ihrer Arbeit im verrauchten Gebäude gibt es noch Übungsbedarf: „Das ist wirklich nicht einfach, aber dafür trainieren wir ja.“ Und Tremp sagte: „Das wurde Zeit, dass wir in so einem Gebäude üben können!“ Ullrich Burfeind betonte: „Das Ganze hat nur eine Stunde gedauert und nicht, wie viele von uns dachten, drei bis vier Stunden. Das Zusammenspiel der Wehren war sehr beeindruckend. Die Handgriffe saßen, es kam keine Hektik auf, jeder hatte seine Aufgabe und sich darauf konzentriert.“ Für die gute Arbeit spendierte die Familie den Kameraden einen kleinen Imbiss mit Grillwurst am Feuer.

Das Zusammenspiel der Wehren war beeindruckend. Die Handgriffe saßen, es kam keine Hektik auf.“Schlossbewohner Ullrich Burfeind



Sabine Hügelland

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