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Bad Doberan Wurde Gülle in Hellbach abgelassen?
Mecklenburg Bad Doberan Wurde Gülle in Hellbach abgelassen?
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19:01 03.12.2018
Am 2. Dezember war der Panzower Bach hier sehr trüb und stank. Quelle: privat
Neubukow

“Hier liegen tote Fische! Ich sehe eine große Meerforelle und Plötze“, meldete sich gestern am frühen Abend der Vorsitzende des Neubukower Angelvereins „Am Hellbach e.V.“, Frank-Jürgen Trost, von der Straßenbrücke über den Hellbach vor Teßmannsdorf: „Das hat bis hier unten durchgeschlagen“. Was hat hier durchgeschlagen?

Am vergangenen Sonntagmittag hatte ein Neubukower Kleingärtner bereits folgende böse Adventsüberraschung erlebt. Er schrieb per Mail: „Ich kam ca 12.30 Uhr aus dem Garten und wunderte mich über Jauchegestank, als ich über die Brücke, über den Bach, der dort ein Stück parallel zum Bahndamm verläuft, fuhr. Der Bach sieht milchig grau aus und stinkt sehr stark nach Jauche. Ich finde es eine riesengroße Sauerei. Dieser Bach fließt in den Hellbach und dann mündet er ins Salzhaff. Nachdem ich das gesehen habe, werde ich wohl nicht mehr im Haff baden. Bitte gehen Sie diesem Sachverhalt nach“.

Gestern Mittag kam aus dem Ausfluss des Neubukower Klärwerks klares, geruchsfreies Wasser. Quelle: Thomas Hoppe

Auch gestern Mittag lag genau an der vom Leser beschriebenen Stelle noch ein leichter Hauch von Jauche über der Brücke.

„Ich habe am Sonntagabend meine Tochter zum Bahnhof gebracht – vom Neubaugebiet da oben, Fritz-Reuter-Ring. Und als wir runtergingen kam uns aus den Gullis der ganze Gestank entgegen, Höhe Lindenweg war es extrem. Es stank mächtig, meine Tochter hat sich extra so einen Schal vorgehalten“, erzählte dazu ein Passant. Er vermutete noch, dass der Bach vielleicht etwas rieche, „weil hier die Kläranlage dran ist“.

Doch bei der Neubukower Kläranlage gegenüber, auch über ihrem Ausfluss in den Panzower Bach, war gestern nichts zu riechen. „Hier ist alles in Ordnung, es gab keine Störungsmeldungen. Sie sehen ja unseren Ablauf – klares Wasser, mehr geht nicht“, sagte der Bereichsleiter der Kläranlage Silvan Mund, der gleich mit dem OZ-Reporter an den Bach gegangen war.

Das bestätigte dann auch Frank-Jürgen Trost. Der Neubukower hatte allerdings ein paar Meter weiter einen toten Fisch entdeckt: „Ich bin bei der alten Molkerei an dem Rohr gewesen, das für die Straßenentwässerung von der Schweinemastanlage an den Kleinen Hellbach (auch Panzower Bach) heran sorgt. Es kommt dort raus, wo der alte Bäcker Pigorsch früher gewohnt hat. Aus diesem Rohr ist definitiv Dreckwasser rausgekommen. Das hatten wir ja vor Jahren schon einmal. Ich bin zunächst an die Eisenbahnbrücke gegangen und habe dort einen toten Fisch gesehen“.

„Sicherheitshalber“ sei er auch gleich am großen Hellbach gewesen: „Der ist oberhalb Neubukows (bei Berghausen, wo die Straßenbrücke verläuft) in Ordnung. Da ist ein Kiesbett, wo man die Forellen schön beim Laichen beobachten kann“.

„Ein Teil von den Fischen ist tot, die anderen quälen sich noch.“ Frank-Jürgen Trost Quelle: Thomas Hoppe

Obwohl gerade ein Bewohner Berghausens gestern zur OZ sagte, dass es dort am Wochenende „doll gerochen“ hätte: „Es hat das ganze Wochenende gerochen, das war schon nicht mehr schön. Das roch so, wie früher von der Biogasanlage“.

„Die Untere Wasserbehörde beim Landkreis Rostock, die Wasserschutzpolizei und der Zweckverband Kühlung sind mit der Gewässerverunreinigung im Panzower Bach beschäftigt, die sich auf den Hellbach ausgedehnt hat“, teilte dazu gestern Nachmittag der Sprecher des Landkreises Rostock, Michael Fengler, der OZ auf Anfrage mit. Er ergänzte: „Seit dem Vormittag ermittelt die Untere Wasserbehörde. In Teßmannsdorf wurde die Wasserschutzpolizei informiert. Die Verunreinigung im Panzower Bach wurde durch die Niederschläge und den Wasserlauf in den Hellbach eingetragen. Die Ermittlungen zur Ursache der Verunreinigung dauern an. Es handelt sich um Jauche, um Gülle.“

Stickstoffhaltige Düngemittel (wie Gülle) dürfen nach der Düngevordnung des Landes bis zum 31. Januar nicht mehr auf Ackerland aufgebracht werden, wenn die Ernte der Hauptfrucht abgeschlossen ist (Ausnahmengenehmigungen soll es beim Anbau von Wintergerste und Winterraps geben). Für Zwischenfrüchte und Feldfutter gilt die Sperrfrist ab 1. Oktober, auf Grünland vom 1. November bis zum 31. Januar und für Festmist vom 15. Dezember bis 15. Januar.

„Gülle ist eine ganz schlimme Geschichte. Die führt wohl auch zu Verätzungen in den Kiemen und so“, ergänzte Frank-Jürgen Trost, dessen Verein den Hellbach seit Jahren betreut. Er sagte: „Ein Teil von den Fischen ist tot, die anderen quälen sich noch, wie ich das hier im Schilf sehe“.

Thomas Hoppe

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