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Bad Doberan Förderzusage: Welk-Haus wird saniert
Mecklenburg Bad Doberan Förderzusage: Welk-Haus wird saniert
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10:02 20.04.2018
Das Ehm-Welk-Haus an der Doberaner Dammchaussee: Die Kultur- und Begegnungsstätte soll jetzt umfassend saniert werden. Quelle: Foto: Lennart Plottke
Bad Doberan

Zukunft gesichert: Das Ehm-Welk-Haus in Bad Doberan kann jetzt zu einer „tragenden Kultur- und Begegnungsstätte in der Region“ umgestaltet werden. Die Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes wird mit 360000 Euro aus Mitteln des Europäischen Topfes „Leader“ gefördert. „Die Stadt hatte sich für diese Förderung beworben und stand zuletzt auf einem Nachrückerplatz“, erklärt Bauamts-Mitarbeiterin Ute Busse. „Offenbar sind da einige Interessenten abgesprungen – denn die Fördersumme ist schon recht hoch, und normalerweise werden eher viele kleinere Projekte unterstützt.“

Die Leute wollen wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen.Ulla Golombek Vorsitzende Freundeskreis Ehm Welk e.V.

Für Ulla Golombek ein unverhoffter Glücksfall: „Ich bin schon ein bisschen sprachlos“, sagt die Vorsitzende des Freundeskreises Ehm Welk. „Das ist wirklich eine freudige Überraschung.“ Der Verein habe gemeinsam mit der Stadt ein erstes Konzept erstellt – das offenbar überzeugt hat und jetzt konkretisiert werden muss.

Sanierung kostet rund 459 000 Euro

Insgesamt werden für die Umbaumaßnahmen rund 459 000 Euro in die Hand genommen. Unter anderem soll ein Forum für Kinder- und Jugendarbeit mit regelmäßigen Bildungsangeboten wie etwa Lesewettbewerbe, Schreibwerkstätten und Sprachkursen etabliert werden. Darüber hinaus soll das Ehm- Welk-Haus als Kultur- und Literaturstätte wieder allen Bewohnern sowie Schulklassen und Vereinen offen stehen – und zwar permanent und nicht wie aktuell nur an zwei Tagen in der Woche für jeweils drei Stunden.

„Wir wollen auf der einen Seite wie bisher für Kinder und Jugendliche da sein“, beschreibt Golombek die künftige Ausrichtung der Kulturstätte. „Darüber hinaus besteht aber auch ein großer Bedarf an Angeboten für die ältere Generation.“ Zudem wolle der Verein auch den Diskurs fördern, macht die Vorsitzende deutlich: „Es soll hier im Hause über kulturelle und politische Dinge geredet werden – die Leute wollen wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen.“

Und natürlich stehe auch das Werk Ehm Welks im Mittelpunkt, so Golombek: „Diese glückliche Kombination aller genannten Dinge wäre sicher genau in seinem Sinne gewesen – er wollte immer, dass in diesem Haus ständig kulturell etwas passiert.“

Gesichertes Personalkonzept ist Förderbedingung

Damit die Fördermittel tatsächlich ausgereicht und in Anspruch genommen werden können, habe die Stadt als Eigentümer jedoch noch einige Hausaufgaben zu erfüllen, macht Ute Busse deutlich: „An erster Stelle muss ein Personalkonzept stehen – und das muss mindestens die kommenden fünf Jahre gesichert sein.“ Heißt konkret: Künftig sind im Ehm-Welk-Haus zwei festangestellte Mitarbeiter aus den Bereichen Pädagogik und Germanistik beschäftigt. Bislang hatte der Freundeskreis das Haus mit Leben erfüllt, Lesungen, Musikabende, Führungen und ein Sommerfest veranstaltet – und das überwiegend mit ehrenamtlichem Engagement.

Auch mit Blick auf Ausstattung und Umbau-Arbeiten seien noch offene Punkte zu klären, so Busse: „Hier sind vor allem Abstimmungen mit dem Denkmalschutz notwendig – etwa bei der Frage, welche Bereiche barrierefrei gestaltet werden können.“ Der Freundeskreis Ehm Welk jedenfalls steht bereit: „Ich denke, dass die Stadt jetzt auf uns zukommt“, sagt Ulla Golombek. „Wir sollten uns schnellstmöglich gemeinsam ans Werk machen – auf die lange Bank schieben können wir das jedenfalls nicht mehr.“ Meint auch Bauamts-Mitarbeiterin Ute Busse: „Wenn das Geld tatsächlich da ist, sollten die Arbeiten umgehend starten.“

Haus der Kultur

16 Lebensjahre

verbrachte Ehm Welk, Autor des Romans

„Die Heiden von

Kummerow“, ab 1950 im Klinkerbau am

Rande Doberans.

1979 wurde das Haus als kulturelle

Begegnungsstätte

der Öffentlichkeit

übergeben. Damit

wurde dem Wunsch Welks entsprochen,

aus dem Haus keine

Gedenkstätte zu

machen, sondern es mit Leben zu füllen.

459 000 Euro

werden jetzt

insgesamt für die

Umbaumaßnahmen in die Hand genommen – 360 000 Euro kommen dabei aus dem

Europäischen

Fördertopf „Leader“.

Lennart Plottke

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