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Bad Doberan Forum Hochwasserschutz: Vorkehrungen gegen die Wassermassen
Mecklenburg Bad Doberan Forum Hochwasserschutz: Vorkehrungen gegen die Wassermassen
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06:00 26.11.2018
Auswirkungen des Sturmtiefs „Axel“ im Januar 2017 in Heiligendamm: Der Strand ist weg, das Wasser drückt bis an den Deich. Quelle: FOTO: Anja Levien
Güstrow/Rostock

Der Stadthafen Rostock steht unter Wasser, in Kühlungsborn, Heiligendamm und Börgerende peitscht die Ostsee an den Deich, Wasserwehren fahren Patrouille, füllen Sandsäcke: Im Januar 2017 zieht Sturmtief „Axel“ über die Ostseeküste. Nicht das erste Mal, das Feuerwehren und Einsatzkräfte mit Wassermassen zu kämpfen haben. Starkregen im Jahr 2011 führte zu Überschwemmungen. In Graal-Müritz steht das Wasser hinter dem Deich. Der Hochwasserschutz im Landkreis und der Hanse- und Universitätsstadt Rostock war Thema beim ersten Dialogforum Hochwasserschutz vor ein paar Tagen in Güstrow. Während im Landkreis Rostock viel für den Küsten- und Sturmflutschutz gemacht wurde, liegt der Fokus jetzt auf der Hansestadt Rostock.

„Wir können den Klimawandel nicht mehr aufhalten, also muss auf der anderen Seite etwas passieren“, sagt Stephan Meyer, Dezernent im Landkreis Rostock, der sich mit Hochwasserrisiken und deren Management im Landkreis befasst. „Der Landkreis Rostock ist massiv betroffen, was Überflutungen angeht, wenn der Meeresspiegel steigt“, sagt Meyer und verweist auf die 60 Kilometer Ostseeküste, Warnow und Recknitz. Auch wenn das Land für den Küstenhochwasserschutz verantwortlich sei, sei das Dialogforum wichtig, um zu wissen, was gebaut werde und um an Verbesserungen zu arbeiten. „Wir wollen jetzt einen regelmäßigen Informationsaustausch.“

Landkreis setztKoordinierungsgruppe ein

Kommt es nämlich zum Hochwasser, ist der Landkreis als Untere Katastrophenschutzbehörde für die Einsatzkoordinierung zuständig. Dann wird wie zum Hochwasser 2017 eine Koordinierungsgruppe eingesetzt. „Wir müssen generell im Blick haben, was macht das Land“, sagt Meyer in Bezug auf neue Bauwerke wie Schleusen, für die die freiwilligen Einsatzkräfte geschult werden müssen und die passende Ausrüstung brauchen. Denn der Kampf gegen das Hochwasser werde von den Freiwilligen in den Gemeinden ausgetragen. Im Landkreis Rostock engagierten sich 4500 Männer und Frauen in 164 freiwilligen Feuerwehren.

„Während der vergangenen Jahre sind eine Vielzahl von Baumaßnahmen des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umweltschutz Mittleres Mecklenburg (Stalu) zum Sturmflut- und Küstenschutz an den Küsten des Landkreises Rostock durchgeführt worden, sodass dort bereits ein hohes Schutzniveau erreicht wurde und nun der Fokus vor allem auf dem Sturmflutschutz für die Hansestadt Rostock liegt“, teilt Birgit Pöhlmann, Dezernentin für Planung, Bau und Unterhaltung von Küstenschutzanlagen beim Stalu mit. Wie beim Hochwasser 2017, als es beispielsweise in Börgerende und Kägsdorf zu Küstenabbrüchen kam, werde aber regelmäßig der Zustand der Landesküstenschutzdünen überprüft. „Dann werden Aufspülmaßnahmen dort geplant, wo Strand und Dünen verstärkt werden müssen, um eine sehr schwere Sturmflut kehren zu können. Für das Jahr 2019 sind bisher keine Aufspülungen im Landkreis geplant, was sich bei Auftreten einer Sturmflut jederzeit ändern kann“, so Pöhlmann.

Buhnen für den Strand in Rostocker Heide

In Planung befinde sich ein gemeinsames Projekt des Stalu, der Gemeinde Graal-Müritz und der Hansestadt Rostock zum Buhnenbau in der Rostocker Heide. Dort sollen zwischen Graal-Müritz und Markgrafenheide die alten zerstörten Buhnen durch Neubau ersetzt werden. Dabei soll das Stalu zehn Buhnen zum Küstenschutz und die Gemeinde Graal-Müritz 17 Buhnen sowie die Hansestadt elf Buhnen zur Verbesserung des Strandes für den Tourismus errichten.

Für den Hochwasserschutz in Rostock fänden derzeit Bauarbeiten am Sturmflutschutzsystem für Warnemünde statt. Dort werde am alten Strom Süd bis voraussichtlich Anfang 2020 die Hochwasserschutzwand neu gebaut. Im Zuge des Bahnhofsumbaus in Warnemünde werde 2020 die Bahnsteigrückwand als Hochwasserschutzwand hergestellt, erläutert Pöhlmann.

Sturmtief „Axel“ sorgte auch in der Hansestadt Rostock für zahlreiche Feuerwehreinsätze. Am Stadthafen trat die Warnow über ihr Ufer. Quelle: Stefan Tretropp

„Im Zentrum Rostocks stehen Sturmflutschutzmaßnahmen im Stadthafen, im Osthafen und entlang der Rövershäger Chaussee sowie am Weißen Kreuz/Mühlendamm an“, teilt die Dezernentin weiter mit. „Eine Hochwasserschutzwand und die Straßenerhöhung am Weißen Kreuz sollen möglichst 2020/2021 realisiert werden.“ Die Pläne für den Stadthafen ständen im Zusammenhang mit der städtebaulichen Planung für die Bundesgartenschau. „Das Gesamtsystem könnte voraussichtlich im Jahr 2029 fertiggestellt werden. Der Bereich Osthafen/Rövershäger Chausseee wird voraussichtlich erst ab 2025 beplant.“

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Bildergalerie: Sturmtief „Axel“ verursacht Schäden

Anja Levien

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