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Frau verliert durch dreisten Betrug 70 000 Euro

Frau verliert durch dreisten Betrug 70 000 Euro

Betrüger geben sich als Polizisten aus / 75-Jährige übergibt Wertsachen

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Stundenlang hielten die Verbrecher eine 75-jährige Rostockerin nachts am Telefon fest (nachgestellte Szene).

Quelle: Foto: Thomas Mandt

Von André Wornowski

 

OZ-Bild

„„Solche hohen Summen sind nicht mehr ungewöhnlich. Die Täter versuchen, das Maximum bei ihren Opfern rauszuholen.“Michael Schuldt Landeskriminalamt

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Rostock Schock für eine 75 Jahre alte Rostockerin: Weil sie unbekannten Anrufern glaubte, die sich als Polizisten ausgaben, ist sie in der Nacht zu Donnerstag um mehr als 70000 Euro betrogen worden. Nach einem mehrstündigen Telefonat hat die Rentnerin ihre Wertsachen einem unbekannten Mann übergeben, teilt die Polizei mit. Auch in anderen Fällen versuchten die Täter mit der gleichen Masche, älteren Rostockern Geld abzunehmen. Ein Trend, der sich zunehmend verschärft.

Landesweit ist die Zahl der versuchten „Enkeltrickstraftaten“ im vergangenen Jahr explodiert: 432 Fälle registrierte die Polizei – 64 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zwar sank die Zahl der vollendeten Straftaten von 48 auf 36. Doch wenn die Trickbetrüger „Erfolg“ haben, erbeuten sie immer mehr Geld: zuletzt durchschnittlich rund 10000 Euro pro Fall. „Die Täter versuchen, das Maximum dessen rauszuholen, was möglich ist“, sagt Michael Schuldt, Sprecher des Landeskriminalamtes.

Bei der 75 Jahre alten Rostockerin klingelte am Mittwoch gegen 23.45 Uhr das Telefon, schildert die Polizei den Fall. Die Seniorin schlief bereits. Als sie den Hörer abnimmt, stellt sich ein „Herr Fischer“ von der Rostocker Polizei vor. Er spricht mit bayrischem Dialekt und gibt an, hinter einer ausländischen Diebesbande her zu sein. Zwei Täter habe er bereits gefasst. Angeblich sei bei der Durchsuchung der Verdächtigen eine Liste mit Namen alleinstehender älterer Damen aufgetaucht. Und die Rostockerin stehe auf dieser ganz oben. Es sei daher notwendig, dass die Telefonverbindung gehalten werde und die Frau sich alle 15 bis 20 Minuten melde. Im Laufe der Gespräche befragt der Anrufer die Rentnerin zu ihren Wertsachen. Dabei lässt der Betrüger durchblicken, dass er Kontakt zur zuständigen Sparkassenmitarbeiterin habe, deren Namen er auch nennt.

Ein weiterer angeblicher Polizist ruft die Rostockerin dann gegen 3 Uhr an. Er fordert sie auf, ihre sämtlichen Wertsachen aus Sicherheitsgründen einzupacken und einem dritten Beamten an der Haustür zur vorläufigen Verwahrung zu übergeben. Dieser Anweisung folgt die Seniorin. Ein etwa 20 Jahre alter Mann nimmt die Wertsachen in Empfang. Er hat dunkle Haare und ein auffällig glattes, blasses Gesicht. Danach teilen die angeblichen Polizisten der Frau mit, dass sie in der nächsten Stunde zur Dienststelle gebracht werde. Als gegen Morgen noch immer keiner erscheint, informiert die Rentnerin die Polizei.

Die Beamten betonen, stets kritisch zu sein, sobald es Anfragen zu Bargeld, Schmuck oder Wertgegenständen gibt. Besonders Anrufern und Fremden gegenüber sei Misstrauen angebracht. Und gibt sich jemand als Polizist aus, könne dies stets bei den Dienststellen überprüft werden.

OZ

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