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Frauen gegen Frauenquote — doch Doberans Männer sind dafür

Bad Doberan Frauen gegen Frauenquote — doch Doberans Männer sind dafür

Brauchen wir die Frauenquote? Diese Frage stand über der Auftaktveranstaltung der nunmehr 17. Frauen- und Familienwoche gestern Morgen im Doberaner Rathaus — und die Meinungen gingen weit auseinander.

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Diskussionsrunde gestern im Doberaner Rathaus.

Quelle: Fotos: Klaus Walter

Bad Doberan. „Von der Quote halte ich gar nichts“, sagte die Vorsitzende des Seniorenbeirates, Marianne Böckenhauer, in einem eigens zur Veranstaltung produzierten Film.

„Ganz klares Ja für die Quote“, antwortete hingegen der Chef der Doberaner Wohnungsgesellschaft Wig, Arno Gutzmer, in der von Christina Dienemann vom Landesfrauenrat moderierten Diskussionsrunde. An der aber nahmen nicht nur der Wig-Chef, sondern auch Steuerberaterin Sylvia Stracke, Jobcenter-Chef Gerhard Grösch, Küstenbus-Chefin Simone Stephan und die SPD-Landtagsabgeordnete Stefanie Drese teil.

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Diskussionsrunde gestern im Doberaner Rathaus.

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Für Quotengegnerin und FDP- Stadtvertreterin Sylvia Stracke gibt es viele Zwischentöne. „Es gibt nicht viele Frauen, die unbedingt VW-Vorstandschefin werden wollen“, sagte sie. Eine Karriere, die an die Spitze eines Konzerns führen solle, brauche langfristige Planung und eine klare Strategie. Die beginne bei der Wahl von Schule, Uni und beim Aufbau des geeigneten Netzwerkes. „Viele Männer planen Familie da gar nicht erst ein“, sagte Stracke. „Frauen dagegen neigen eher zur Familienplanung, und in unserer Unternehmenskultur kommt das nicht so gut an.“ Jobcenter-Chef Grösch hätte mit einer Frauenquote keine Probleme. „In meiner Führungsetage gibt es acht Teamleiterinnen und nur einen Mann“, sagte er. Seine Erfahrung sei aber auch, dass „Diskussionen in gemischten Runden“ immer anders verliefen, als in reinen Männer- oder Frauenrunden.

Küstenbus-Chefin Simone Stephan — auch sie ist gegen eine gesetzliche Frauenquote — hat selbst erfahren, dass viele Voraussetzungen stimmen müssen, damit Frauen in Führungspositionen gelangen können.

Betreuungsplätze für die Kinder und die Unterstützung aus der Familie gehörten dazu. „Ich hatte zudem das Glück, in ein Unternehmen zu kommen, das schon immer von einer starken Frau geführt wurde“, sagte sie.

Die SPD-Abgeordnete Stefanie Drese ist wiederum „ganz klar für die Quote“. Die Freiwilligkeit, die seit zwölf Jahren, seit Schaffung eines gesetzlichen Rahmens gelte, „hat nichts gebracht“, sagt sie. Allemal etwas gebracht, zumindest soweit war sich am Ende die Runde einig, habe aber allein schon die Diskussion um die Frauenquote.

Zuvor aber ehrte — der langjährigen Tradition der Frauen- und Familienwoche folgend — der Bürgermeister der Stadt eine Frau aus Doberan, die sich besonders verdient gemacht hat. Diesmal fiel die Wahl auf Karin Fourmont (60). Die „Lehrerin mit Leib und Seele“, wie Bürgermeister Thorsten Semrau in seiner Laudatio sagte, lebt seit 1974 in Bad Doberan. 2005, als sich in Folge des Lehrerpersonalkonzeptes ihre Arbeitszeit um ein Drittel verkürzte, entschied sich sich, das unfreiwillige Mehr an Freizeit der Betreuung älterer Menschen zu widmen. Zuerst als Betreuerin einer ehemaligen Lehrerkollegin.

Nach deren Tod sei sie „auf der vierten Etage des Johanneshauses hängengeblieben“. Dort veranstaltet sie wöchentliche Singevormittage, später auch in einem weiteren Seniorenheim der Stadt. Seit 2010 leitet sie zudem eine Seniorentanzgruppe in Bad Doberan, seit Kurzem eine weitere in Hohenfelde. Ganz nebenbei macht die fünffache Oma eine Ausbildung als Seniorentanzleiterin, außerdem engagiert sie sich im Bundesverband und als stellvertretende Landesvorsitzende im Seniorentanz.

Die Auszeichnung, die Plastik einer „stolzen Königin“, geschaffen von der Doberaner Keramikerin Andrea Schürgut, passe gut zu den Frauen, die sich hier in Bad Doberan engagieren, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Annette Fink.

Engagiert für Jung und Alt: Karin Fourmont
Karin Fourmont wurde aus Anlass der 17. Frauen- und Familienwoche in Bad Doberan für ihre soziales Engagement geehrt. Karin Fourmont, 1953 in Tangerhütte geboren, Lehrerin für Mathematik und Physik, lebt seit 1974 in Bad Doberan und war hier 34 Jahre als Lehrerin tätig. 1984 war sie Gründungsmitglied des Doberaner Lehrerchores. Seit 2005 engagiert sie sich in der Seniorenbetreuung und führt regelmäßig Singestunden in Doberaner Senioreneinrichtungen durch. Seit 2010 leitet sie eine Seniorentanzgruppe in Bad Doberan, seit Kurzem eine weitere in Hohenfelde.
Kochen, tanzen, diskutieren
Montag,4. März 9.30 Uhr   „Kochen für (kleine) Kinder" Auftaktveranstaltung: Ab jetzt jeden Montag haben Mütter und Väter die Möglichkeit, in der Zeit von 9.30 bis 11 Uhr für Kinder zu kochen oder kochen zu lernen; Kinder-und Jugendhaus Stall, Klosterstraße 2 10 Uhr   Thematisches Frühstück mit dem Landtagsabgeordneten Prof. Fritz Tack (Die Linke). Ort: Arbeitslosentreff, Beethovenstraße 21; Anmeldung: ☎ 038203 / 633 02 Dienstag, 5. März 14 Uhr   „International in Bad Doberan — mit Köstlichkeiten aus aller Welt" Workshop. Eingeladen sind alle Interessierten ab 12 Jahren, die gern mit Menschen aus anderen Kulturkreisen in Kontakt treten. Rathaus Bad Doberan, Severinstraße 6, ☎ 038203 / 91 52 73 Mittwoch, 6. März 19.30 Uhr   „Lieder für Liebende —   Mascha Kaléko per Chanson“, literarisch-musikalisches Programm mit Cathrin Alisch; Ehm-Welk-Haus, Dammchaussee 23, Eintritt: 7 Euro Donnerstag, 7. März 10 Uhr   „Die Masche Loverboy" — Workshop mit Nicole Asbrock, Fachberatungsstelle für Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Rathaus Bad Doberan, Severinstraße 6, Anmeldung:

☎ 038203 / 91 52 73 Freitag,8. März 16 Uhr „Die Welt tanzt“   Folkloretänze für Familien   Ort: Kornhaus, Klosterhof 1 ,   Eintritt frei;

19.30 Uhr   Buchlesung mit Jutta Lange, „Glitzersteine für Ellinor und Judith“;   Kornhaus, Klosterhof 1,   Eintritt: 5 Euro.

Klaus Walter

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Mit einer Podiumsdiskussion wurde am Freitag in Bad Doberan (Landkreis Rostock) die Frauen- und Familienwoche eröffnet.

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