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Für ein schönes Bargeshagen: Grünschnitt bringt Spenden ein

Bargeshagen Für ein schönes Bargeshagen: Grünschnitt bringt Spenden ein

Es ist noch winterlich kalt — aber immerhin scheint die Sonne. Zwei Männer in den besten Jahren zeigen sich gut gelaunt und begrüßen freundlich jeden Ankömmling.

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Sie gehören dem Team der ehrenamtlichen Grünschnittannahme in Bargeshagen an (v.l.): Fritz Möller, Peter Beckmann, Karl-Heinz Schmidt, Willi Richter, Roland Leffler und Dieter Blume. Sie spenden den Überschuss der Einnahmen.

Quelle: Sabine Hügelland

Bargeshagen. Startschuss für die diesjährige Grünschnittannahme in Bargeshagen. Und die ist etwas Besonderes: Denn eine Truppe von Ehrenamtlern führt den Bauhof und ist jedes Wochenende im Einsatz, damit das Dorf schön bleibt und um Geld für den guten Zweck zu sammeln.

Der erste „Kunde“ der Ehrenamtler — es ist in diesem Jahr ein rüstiger 94-Jähriger. Mit der Schubkarre liefert er seinen Bio-Müll an. „In dem Alter noch so fit! Da kann man nur Respekt zollen“, sagt Fritz Möller, einer der Freiwilligen mit einem Hang zum Grünzeug. Möller selbst blickt erst auf 74 Lebensjahre. Er arbeitete früher als Ingenieur im Dieselmotorenwerk. „Wir sind im Durchschnitt 70,4 Jahre alt und bis auf einen Kollegen sogenannte Neubauern“, witzelt er und meint damit Zugereiste aus der Stadt. Neun Senioren halten von Anfang März bis Ende November am Grünschnittcontainer auf dem Bauhof die Stellung — und das mittlerweile im dritten Jahr. In jeder Schicht je zwei Mann: „Immer sonnabends und ab April zusätzlich mittwochs“, sagt Möller. Alles ohne Honorar. 120 Liter Grünschnitt abzugeben kostet nur einen Euro.

Die Männer mit dem Hang zum Grünzeug stammen aus verschiedenen Berufen: Der ehemalige Landwirt und Agraringenieur Udo Kießlich ist gebürtiger Einheimischer. Diplom Ingenieur Peter Beckmann lebte zuvor in Rostock. Der Bankfachwirt Karl-Heinz Schmidt zog von Nienhagen nach Bargeshagen. Roland Leffler war nautischer Offizier, Willi Richter arbeitete als Schlosser und Dieter Blume in der Stadtverwaltung, Günther Gneupel war Kapitän und Dieter Willms Ingenieur.

„Es ist erheblich weniger geworden. Trotzdem wird leider immer noch illegal Grünschnitt entsorgt. Vor allem am und um den Adebarsweg“, ärgert sich Fritz Möller, der 1995 von Rostock in die Gemeinde zog. „Schon vor Jahren haben wir versucht, eine Lösung für das Problem zu finden. Mit der Grünschnittannahme ist ein Schritt getan.“ Die etwa 300 Euro, die Container und An- und Abtransport kosten, bezahlt im Vorfeld die Gemeinde. Gut acht bis neun Container im Jahr werden voll. Ein Großteil der Einnahmen wird gespendet, der Rest geht für Kosten drauf.

Die Ehrenämtler baten sich für die Spenden ein Mitspracherecht aus, und so gingen die etwa 3000 Euro Überschuss von 2012 an die Jugend. „Außerdem konnte für die Feierscheune Geschirr angeschafft werden“, so Möller. In den Sommermonaten gibt es Zeiten, wo sich vor dem Container eine lange Schlange bildet. „Die Leute kommen ja nicht nur aus unserer Gemeinde, sondern auch aus den angrenzenden. Aber nicht jeder hat Humor.“

Kesse Sprüche gehen den Männern gern über die Lippen: „Manchmal fährt jemand mit seinem Dienstfahrzeug und Berliner Kennzeichen vor“, erzähl er und muss schmunzeln. „Dann sag‘ ich: Mensch, nur für Grünschnitt von so weit anreisen, das lohnt doch gar nicht.“ Doch die meisten lassen sich gern auf einen Klönschnack ein. „Eheprobleme lösen wir nicht, aber so manch ein Gartenproblem“, sagt Möller.

„Das ist ja wohl selbstverständlich, seinen Grünschnitt nicht einfach so in die Natur zu werfen oder zu verbrennen, sondern abzugeben“, sagt Jörg Schulze.

Fritz Möller möchte, dass auch in Zukunft sorgsam mit dem grünen Abfall umgegangen wird. „In Anbetracht unseres hohen Alters hoffen wir auf Nachwuchs in unseren Reihen. Ewig können wir das ja auch nicht machen.“ Die Männer haben Humor und den starken Willen mitzuhelfen, dabei so ganz nebenbei anderen mit Spenden eine Freude zu machen — bei jedem Wetter.

Grünschnitt-Annahme Sonnabendvormittag
300 Euro Kosten entstehen insgesamt für einen Container mit An- und Abtransport.

35 Kubikmeter passen in einen Behälter hinein. Acht bis neun Container wurden im Jahr 2012 für den Grünschnitt verbraucht.

1 Euro zahlen Kunden für 120 Liter. Die Annahme findet hinter dem Hyundai-Autohaus am Bauhof in Bargeshagen statt. Von März bis November ist das Gelände sonnabends zwischen 9 und 11 Uhr geöffnet, von April bis Ende Oktober zusätzlich mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr.

Sabine Hügelland

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