Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Fusion: Auch Bargeshagen will reden
Mecklenburg Bad Doberan Fusion: Auch Bargeshagen will reden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:15 06.11.2018
Führt Fusionsgespräche: die Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen. Quelle: Manfred Sander
Bargeshagen

Nachdem sich bereits das Ostseebad Nienhagen vor knapp drei Wochen für Fusionsgespräche mit zwei Nachbarkommunen ausgesprochen hatte, will jetzt auch die Gemeinde Admannshagen-Bargeshagen am Verhandlungstisch Platz nehmen. Nach einer zum Teil lebhaften Debatte votierten auf der Sitzung am Montagabend letztlich sieben der elf Gemeindevertreter für eine gemeinsame Zusammenkunft. „Es geht erstmal nur darum, das Für und Wider einer Fusion zu besprechen“, erklärte Bürgermeister Eduardo Catalán (FDP). „Elmenhorst/Lichtenhagen kommt in der nächsten Woche dazu – mal gucken, wo wir am Ende landen.“

Er halte von Gesprächen dieser Art nichts, bekannte Wolfgang Westendorf: „Ich kann die Beweggründe nicht nachvollziehen – eine Fusion hat in der Vergangenheit nirgendwo etwas gebracht.“ Zudem stehe der Ort auf gesunden Füßen, so Westendorf: „Wir brauchen diesen Zirkus nicht.“ Sämtliche Gemeinden im Amtsbereich hätten vor nicht allzu langer Zeit erklärt, dass sie leistungsfähig seien, sagte auch Amtsvorsteherin Gabriele Kalweit: „Wir können doch alle eigenständig leben.“ Deshalb sei sie über die offenkundigen Fusionspläne etwas irritiert – gelinde gesagt: „Das klingt alles so unausgewogen – ich messe dieser Geschichte nicht ganz so viel Bedeutung bei.“

Das sei ein Trugschluss, entgegnete Catalán: „Mit Blick auf unsere angebliche Leistungsfähigkeit haben wir uns doch alle selbst belogen – viele kleinere Gemeinden sind nämlich nicht gesund.“ Aktuell brumme die Konjunktur: „Aber das kann sich ganz schnell drehen – und dann müssen die Kommunen vorbereitet sein.“

Kommunen wollen gegen Hansestadt gerüstet sein

Im Übrigen habe er erwartet, dass das Amt Bad Doberan-Land genau diese Debatte anstoße, machte Bargeshagens Bürgermeister deutlich: „Da kam aber leider nichts.“ Das Thema sei nicht neu, erklärte auch Gemeindevertreter Hans-Peter Stuhr: „Die Diskussion hatten wir vor etwa sechs Jahren schon mal – es geht vor allem um die Befürchtung, einem möglichen Zugriff durch die Hansestadt Rostock künftig nicht gewachsen zu sein.“

Gerade mit Blick auf dringend benötigten Wohnraum seien die Gemeinden im „Speckgürtel“ sicher interessant, sagte Stuhr und stellte klar: „Ich bin absolut dagegen, in neuen Verbunden eine neue Verwaltung aufzubauen – und auch, wenn unsere aktuelle Verwaltung nicht immer so arbeitet, wie wir uns das wünschen, kann man das sicher ausmerzen.“

Diese Argumentation könne sie nicht nachvollziehen, meinte Adelheid Sternberg: „Auf der einen Seite hat man Angst, seine Eigenständigkeit an Rostock zu verlieren, gibt doch aber mit einer Fusion seine Eigenständigkeit auf – was soll das denn?“ Zudem habe er mit Blick auf einen möglichen Zusammenschluss rechtliche Bedenken, erklärte einmal mehr Amtsleiter Michael Theis und verwies auf die Kommunalverfassung: „Eine Gebietsänderung ist nur aus Gründen des öffentlichen Wohls zulässig.“

Amt Doberan-Landsieht Existenz gefährdet

Würden die drei Gemeinden zu einer Großgemeinde mit eigenständiger Verwaltung fusionieren, wäre das Amt in seiner Existenz gefährdet, weil es dann für weniger als 8000 Einwohner zuständig sei, sagte Theis: „Sie bringen hier ohne Not Unruhe rein und verunsichern die Mitarbeiter.“ Und entgegen anderer Vorhaltungen würde er auch nicht an seinem Stuhl kleben, machte der Amtsleiter deutlich: „Ich bin Beamter auf Lebenszeit und falle entweder hinter meinen Schreibtisch – oder kümmere mich nach meiner Pensionierung aufopferungsvoll um meinen Rasen.“

Große Runde mit allen Gemeindevertretern geplant

Um die „Fusions-Prämie“ von 400 000 Euro pro wegfallender Gemeinde gehe es nicht, erklärte Eduardo Catalán: „Das ist uns egal – deshalb lassen wir uns auch nicht drängen und werden jetzt erstmal in Ruhe Gespräche in größerer Runde führen.“ Sollten die Teilnehmer zu dem Ergebnis kommen, dass ein Zusammenschluss in Frage kommen könnte, müssten ohnehin die Bürger befragt und beteiligt werden, so Bargeshagens Bürgermeister: „Der Bedarf an einer breiten Diskussion ist auf jeden Fall da.“

Lennart Plottke

Eine Arbeitsgruppe hat erste Vorschläge für Kühlungsborn präsentiert. Angedacht sind unter anderem ein neues Parkhaus und weitere Einbahnstraßen.

06.11.2018

Die Bahnhofstraße in Kröpelin soll ausgebaut werden. Der Bauausschuss hat jetzt über die Anregungen der Bürger zu dem Projekt beraten. Einige Ideen sollen geprüft werden.

06.11.2018
Wismar Karnevalsrufe in Mecklenburg - Mecklenburger Schlachtrufe mit Tradition

Die „fünfte Jahreszeit“ wäre nicht komplett ohne ihre Narrenrufe. Auch die Mecklenburger zeigen sich in dieser Sache kreativ und traditionell – viele Schlachtrufe haben eine lange Geschichte:

06.11.2018