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Bad Doberan Gastronomen aus Nienhagen unterstützen Doberaner Tafel
Mecklenburg Bad Doberan Gastronomen aus Nienhagen unterstützen Doberaner Tafel
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17:51 13.02.2019
Die Pächterin des Strandrestaurants Daniela Postelt (v.li.) übergab mit ihrem Sohn Leandro, 500 Euro an die Tafeln Bad Doberan. Katrin Stracke als Koordinatorin der Tafeln und die Geschäftsführerin des Regionalverbandes der Awo, Kathrin Polz, nahmen das Geld entgegen. Quelle: Sabine Hügelland
Nienhagen

Nienhagen in Flammen“ zieht jedes Jahr Hunderte Besucher an. Doch neben guter Stimmung, einem Feuerwerk gibt die Veranstaltung vor Silvester noch viel mehr. Denn die Veranstalter und Pächter des Strandrestaurants im Ostseebad Daniela Postelt und ihr Mann Enrico Lyhs sammeln an diesem Tag Spendengelder – und legten von sich aus noch ordentlich drauf. 500 Euro, in einer hübschen Schachtel verpackt, übergaben die beiden jetzt an die Geschäftsführerin des Regionalverbandes der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Bad Doberan, Kathrin Polz, und die Bad Doberaner Tafel-Koordinatorin, Katrin Stracke. Daniela Postelt hatte als Kind selbst erfahren wie das ist, mit wenig auskommen zu müssen, schon deshalb möchte sie helfen.

Hohe Achtung vor den Ehrenamtlern

Die Jahre zuvor spendete das Paar bereits jeweils 500 Euro an die Freiwillige Feuerwehr und den Boots- und Angelverein in Nienhagen. „Das ist enorm hilfreich und toll“, sagte Kathrin Polz. „Wir brauchen 2500 Euro jeden Monat. Geld, das auch für das Fahrzeug, Fahrer und Benzin benötigt wird“, sagte sie. Regelmäßige Spenden „auch kleine wie 2,50 Euro helfen uns noch mehr. Es gibt so viele Unternehmen in der Region, wenn jeder nur eine kleine Spende geben würden, dann wüssten wir die Zukunft der Tafel gesichert“, sagte Kathrin Polz.

Lasershow bei „Nienhagen in Flammen“ 2017. Quelle: Sabine Hügelland

Bereits vor Weihnachten luden die beiden Pächter insgesamt 16 Ehrenamtler der Tafeln zum Essen ein. „Ich habe Achtung vor den Ehrenamtlern, die sich selbst zurück nehmen, um anderen etwas zu geben“, so Daniela Postelt. „Das sind bescheidene Menschen, die sich nicht in den Vordergrund drängen.“ Sie wollte ihnen Wertschätzung entgegen bringen. „Ich weiß wie das ist mit wenig auskommen zu müssen. Aber, wenn Rentner, die ihr Leben lang arbeiteten zur Tafel gehen müssen, ist das sehr traurig“, sagte sie.

Gastronomin erlebte selbst schwere Kindheit

Daniela Postelt schöpft ihr Mitgefühl auch aus dem eigenen Erleben. Sie wuchs in Lichtenhagen im Kinderheim auf. „Auch dort aßen wir abgelaufene Waren, wie bei den Tafeln.“ Sie hatte es nicht leicht, die Zeit dort war hart. Auch in der Schule, in der sie als Waise gehänselt wurde. Als sie aus dem Heim flog – sie hielt es auch dort nicht mehr aus – lebte sie bei Freunden, bis sie Hilfe erhielt: „Ich konnte eine Kajüte auf dem Jugendschiff im Stadthafen beziehen. „Das hat mich wachgerüttelt“, sagte sie.

Wenn Daniela Postelt über diese Zeit spricht, dann fällt es ihr nicht leicht. Sie hinterließ tiefe Spuren in ihrem Herz. Die junge Frau arbeitete, sparte Geld und konnte mit 18 Jahren eine eigene Wohnung beziehen. „Ich habe seitdem immer hart gearbeitet und mir nichts groß gegönnt“, sagte die 39-Jährige. Viele aus dem Bekanntenkreis glaubten nicht, dass sie es schaffen könnte. Doch Daniela Postelt ließ sich nicht beirren, blieb sich treu. Knapp sechs Jahre arbeitete sie als Verkäuferin in Warnemünde. Mit 28 Jahren schloss sie ihre Ausbildung zur Bürokauffrau ab. Parallel war sie fast zwölf Jahre bei „Schusters“ im Warnemünder Teepott tätig. Das Arbeitsamt, Eurawasser und ein DRK-Seniorenheim wurden weitere Arbeitgeber. In der Zeit bekam sie auch einen Sohn. „Als die Eigentümerin des Strandrestaurants dringend Personal suchte, rief ich an und konnte sofort beginnen“, so Daniela Postelt. „Hier habe ich auch meinen Mann kennengelernt.“

Spenden sind wichtig für das Fortbestehen der Tafel

Die 500 Euro Spendengeld sind gut angelegt: „Das war Frau Postelt für uns macht, ist wertvoll für uns“, so Katrin Stracke. „Ich hoffe, dass wir weiterhin ausreichend Geld erhalten, um fortbestehen zu können“, sagte sie. „Nicht, dass es uns so ergeht wie dem Brotkorb, der schließen musste. Es wäre eine enorme Arbeit, irgendwann alles wieder neu aufzubauen“, sagte sie. „Ich wünsche mir, dass noch mehr Hotels oder Unternehmen mit einer kleinen Spende die Tafeln unterstützen“, sagte Daniela Postelt. Am 10. und 31. Juli veranstaltet sie ein Piratenfest, ein Sommerabschlussfest und am 17. November ein Jahresabschlussfest. Dann wird das Strandrestaurant wieder zur Partymeile.

Sabine Hügelland

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