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Bad Doberan Bürger sammeln viele Säcke Müll
Mecklenburg Bad Doberan Bürger sammeln viele Säcke Müll
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16:45 27.10.2018
Die Mitglieder vom SV Pepelow sammelten am Salzhaff-Wanderweg Müll. Quelle: Anja Levien
Am Salzhaff

Sie haben Müll eingesammelt, Bäume gepflanzt und das Gelände hinter dem Gemeindehaus in Rakow entrümpelt – etwa 50 Männer, Frauen und Kinder haben am Sonnabend am Herbstputz der Gemeinde Am Salzhaff teilgenommen. Vor allem das Müllproblem am Wanderweg am Salzhaff soll im nächsten Jahr angegangen werden, kündigt Bürgermeister Kai-Uwe Schlotmann an.

Seit 9 Uhr sind die Mitglieder des SV Pepelow auf dem Wanderweg am Salzhaff im Einsatz, schneiden Richtung Teßmannsdorf Buschwerk zurück, sammeln Müll von Böschung und Strand. Fünf blaue Säcke haben sie bis zum Mittag zusammen. Darin enthalten: Plastik- und Glasflaschen, Strohhalme, Damenunterwäsche, Schuhe und mit Hundekot gefüllte Tüten, erzählen die Müllsammler. „Die Hundekottüten sind mit das Schlimmste“, sagt Harry Gatzke. Die hätten sie aus Büschen und Bäumen gefischt. „Aber auch Hecken- und Rasenschnitt finden wir regelmäßig am Strand und in der Böschung.“ Immer wieder würde der Grünschnitt und Müll in der Natur entsorgt. „Dadurch werden Natur und Landschaft verschandelt“, sagt Harry Gatzke. Mülleimer am Wegesrand gebe es nicht. Harry Gatze befürchtet, dass dann noch mehr Menschen ihren Abfall am Wanderweg entsorgen würden und sieht die Einheimischen und Campingurlauber in der Pflicht. Jeder habe auf seinem Privatgrundstück und in den Ferienunterkünften ausreichend Möglichkeiten, seinen Müll zu entsorgen.

Bürgermeister will Müllproblem angehen

Bürgermeister Kai-Uwe Schlotmann kennt das Problem. „Da müssen wir uns drum kümmern“, sagt er und kann die Befürchtung, dass noch mehr Leute dann ihren Hausmüll in die Abfalleimer am Weg entsorgen, teilen. Das sei aber immer noch besser, als wenn er in der Böschung verteilt liege.

Aufgeräumt wurde auch neben der Feuerwehr hinter dem Gemeindehaus in Rakow. „Neben dem Aufsammeln von Müll ist das unser zweiter Schwerpunkt heute“, so Schlotmann. „Hier haben wir gesammelte Tiefborte, Steine und Straßenmaterial, die nie zum Einsatz kamen und hier seit 15 bis 20 Jahren rumliegen.“ Der Platz soll jetzt freigemacht werden für ein Carport, der vom Bauhof genutzt werden und möglicherweise noch dieses Jahr gebaut wird.

Fünf Blutpflaumen für Pepelow

Den Gemeindeputztag, der zweimal im Jahr stattfindet, nutzt der Verein „Haffblick“, um zusammen mit der freiwilligen Feuerwehr Am Salzhaff, Ortsteil Pepelow fünf Blutpflaumen an der Strandstraße zu pflanzen. „Die alten Bäume waren krank und wurden weggenommen. Wir wollten gerne neue Bäume hierhin, damit das Dorf vernünftig aussieht“, sagt Danny Gatzke, Ortswehrführer und stellvertretender Vereinsvorsitzender.

Der Verein „Haffblick“ pflanzt zusammen mit der Feuerwehr Pepelow Bäume. Quelle: Anja Levien

Der Verein wurde 2007 gegründet, „um das Gemeindeleben aufrechtzuerhalten“, sagt Mitglied Annemarie Böckmann. So organisieren die zwölf Vereinsmitglieder das Osterfeuer, Herbstfeuer und alle zwei Jahre das Dorffest. Viele Einheimische würden die Feste besuchen, aber auch Neubukower, Reriker und Urlauber, so Vereinsvorsitzende Nancy Schumacher. Die Einnahmen durch beispielsweise Bratwurstverkauf kommen dem Verein zugute. Dadurch konnten auch die Bäume gespendet werden.

Nancy Schumacher ist vor elf Jahren nach Pepelow gezogen. „Es lebt sich gut hier. Ich bin ein Dorfkind und der Zusammenhalt hier ist Wahnsinn. Man kennt fast jeden und kann eben mal zum Nachbarn rüberlaufen, wenn man etwas braucht“, erzählt die 35-Jährige, die in diesem Jahr den Vereinsvorsitz übernommen hat. Annemarie Böckmann ist seit 1963 Pepelowerin, damals von Rakow rübergezogen. Von ihrem Hof aus blickt die 58-Jährige aufs Salzhaff. „Ich lebe gerne hier, es ist entspannt und ruhig. Wir haben hier eine Gemeinschaft.“ Die wird im nächsten Jahr beim Frühjahrsputz wieder gemeinsam anpacken.

Anja Levien

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