Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Getränkeland baut Filialen um
Mecklenburg Bad Doberan Getränkeland baut Filialen um
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 29.11.2017
Fabian Heidebrecht (23) bringt sich in dritter Generation in den Familienbetrieb ein und hat bei der Umgestaltung der Märkte vor allem den Spirit junger Kunden im Auge. Quelle: Fotos: Doris Deutsch
Elmenhorst

Der Getränkeland-Kunde ist männlich, Biertrinker, will seinen Einkauf flott erledigen, muss sich daher gut orientieren können. So wird er im Markt auch gleich von Bier in verschiedenen Sorten und Abpackungen empfangen. „Daran schließt sich der alkoholfreie Bereich an mit Wasser und Säften, dann folgen Weine, Sekt, Spirituosen“, erklärt Getränkeland-Chef Axel Heidebrecht die Kundenführung in der Filiale.

Handel platziert Produkte nach einem ausgeklügelten System

Das 1991 von Rüdiger Heidebrecht gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Elmenhorst betreibt 130 Märkte in fünf Bundesländern und ist nach eigenen Angaben das größte Getränkeeinzelhandelsunternehmen im Nordosten Deutschlands. „2016 war mit über 100 Millionen Euro unser umsatzstärkstes Jahr“, berichtet Axel Heidebrecht, der seit 1996 im Betrieb tätig ist und 2005 vom Vater die Geschäftsführung übernahm. Trotz anhaltend starken Wettbewerbs vor allem im Discountbereich habe die Fachmarktkette 2016 eine Million Euro Gewinn erwirtschaftet.

Geld, das Heidebrecht wieder in die Märkte investieren will. Die Kundschaft ändert, verjüngt sich, und die Konkurrenz schläft nicht. 20 Getränkeland-Filialen sollen 2018 vor allem in MV modernisiert werden. Dafür werden allgemeine und eigene Marktdaten zu Rate gezogen. „Was wünscht der Kunde? Und wie können wir Appetit machen, den Kunden zum Kauf verführen“, plaudert Heidebrecht über ausgeklügelte Produktplatzierungen im Handel.

„Milch steht immer in der letzten Ecke eines Einkaufsmarktes“, erklärt der Getränkehändler, „damit der Konsument den ganzen Laden durchläuft, um an vielen Waren vorbei zum wichtigen Lebensmittel vorzudringen.“ Verhaltenswissenschaftlich nachgewiesen sei auch, so Heidebrecht, dass Kunden sich stärker rechts liegenden Sortimenten zuwenden als den Produkten in Regalen auf der linken Seite. „Und bücken, um Ware zu finden, ist ganz schlecht“, weiß der Fachmann. Kunden wollen regional einkaufen, „neuerdings sogar lokal“, sagt Heidebrecht und nennt als Beispiel die nachgefragten Produkte der Satower Mosterei.

Im Getränkeland-Markt am Firmensitz in Elmenhorst wurde nun der „Prototyp“ für die weitere Umgestaltung der Filialen im Norden geschaffen. Bessere Warenpräsentation in neuen Regalen auf Körperhöhe, Strom sparende LED-Beleuchtung, breite Gänge. „Wir wollen weg von den bis zu 400 Hängeschildern mit Flaschen-, Kasten- Pfand- und Litervergleichspreisen“, sagt Heidebrecht, „hin zur übersichtlichen, weniger möligen Kundeninformation am Regal.“ Sohn Fabian (23), seit einem Jahr in der Firma, bringt den Spirit der jungen Generation ins Geschäft. „Was macht uns aus: Fachmarktkompetenz und Sortenvielfalt“, sagt der Junior. Die müsse zeitgemäß in den Regalen präsentiert werden. Der Biermarkt sei rückläufig, Gesundheits- und Umweltbewusstsein der Kunden führten zu einem breiteren Angebot alkoholfreier Getränke möglichst im Glasgebinde. Fabian Heidebrecht hat eine spezielle Ausleuchtung der Spirituosenregale angeregt: „Gin ist gerade der große Hype, da muss die Bandbreite, die es gibt, gut ins Licht gerückt werden.“ Sechs Wochen hat der Umbau gedauert, bei laufendem Verkauf. Viel Kundenlob freut Marktleiterin Mandy Neubauer. Ihr gefällt, dass das Leergut vom Eingangsbereich ins Lager verschwunden ist.

Doris Deutsch

Mehr zum Thema

Nach dem Umbau in Knieper West ist auch Aldi wieder startklar

24.11.2017

Staatsanwaltschaft und Gerichte werben bei Stralsunder und Greifswalder Schülern für ihre Berufe

24.11.2017

Rostocker Weihnachtsmarkt eröffnet / Traditionsveranstaltung findet bis 22. Dezember statt

28.11.2017

Forstleute wollen den Bestand an Laubbäumen erhöhen und den Wald widerstandsfähiger machen

10.03.2018
Bad Doberan Serie Teil 5: Die Regionale Schule am Kamp in Bad Doberan - In der Freizeit für jeden was dabei

Berufsorientierung findet von der 5. bis 10. Klasse statt / Schüler loben Angebote und Ausstattung

07.02.2018
Bad Doberan Schulnavigator Teil 4: Regionale Schule mit Grundschule „Buchenberg“ Bad Doberan - Schüler da abholen, wo sie sind

In dieser Einrichtung ist jeder zweite Sechstklässler fit für das Gymnasium

02.02.2018
Anzeige