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Bad Doberan Gollwitzer Feuer leitet durch das Große Tief
Mecklenburg Bad Doberan Gollwitzer Feuer leitet durch das Große Tief
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00:00 25.09.2018
Gollwitz

Unweit des Strandes an einem Feldweg steht der wichtigste Leuchtturm von Poel. Öffentlich ist er nicht zugänglich. Das Gelände ist eingezäunt. Der Hauptgrund zum Bau des Leuchtturms Gollwitz am Nordstrand war einst die Wirtschaftlichkeit der Schifffahrt.

Der Leuchtturm am Nordstrand der Insel Poel leitet seit 1929 in die Zufahrt nach Wismar

Zuvor mussten Schiffe, die bei einbrechender Dämmerung die Ansteuerungstonne etwa 16 Seemeilen vor dem Hafen erreichten, den Tagesanbruch auf See abwarten. Bei schlechten Wetterverhältnissen waren sie dabei oftmals großen Gefahren ausgesetzt. Schiffe, die in in den Wintermonaten nachmittags von Wismar auslaufen wollten, warteten bis zum nächsten Morgen, da sie die offene See vor Eintritt der Dunkelheit nicht mehr erreicht hätten. Dadurch entstand ein enormer Zeitverlust.

1929 wurde deshalb ein eiserner Gitterturm für die Befeuerung der Zufahrt Wismar errichtet. Da das Stromnetz noch nicht an den Mast reichte, erhielt seine Laterne einen Flüssiggasbrenner. Bis Anfang der 50er Jahre genügte diese Einrichtung den Anforderungen der Schifffahrt. Für die DDR erhöhte sich jedoch die Bedeutung der Schifffahrt. Um Schiffen mit 10 000 Tonnen Tragfähigkeit das Einlaufen zu ermöglichen, wurde die Fahrrinne von 7 auf 9,5 vertieft. In der Nähe des alten Feuers entstand 1953 ein neuer Leuchtturm in der Mitte eines Maschinenhauses, ein einfacher Zweckbau aus Beton mit Laterne aus Stahlblech. Allerdings hatte der Turm elektrischen Anschluss. Erst die 1956 eingerichtete Richtfeuerlinie des Unterfeuers auf dem Leuchtturm erleichterte auch größeren Schiffen die Passage durch das Große Tief. Dabei diente das dem Gebäude aufgesetzte Dreieck-Toppzeichen auch gleichzeitig als Tagessichtzeichen.

Der zehn Meter hohe Turm steht auf einem erhöhten Ufer und lässt dadurch das Leuchtfeuer 13,1 Meter über Mittelwasser der Ostsee erscheinen. Die Kennung wurde beibehalten und die Tragweite des nun elektrischen Feuers geringfügig erhöht. Komplettiert wurde die Leuchtfeuerstation durch ein Zweifamilien-Wohnhaus mit dazugehörigen Stallungen und Gartengelände sowie Luftnebelsignalanlage. „Weil sich die Leuchtfeuermaschinisten meist selbst ernähren mussten“, so Leuchtturm-Experte Hans Joachim Luttermann.

Seit 19. September 1956 besaß der Leuchtturm eine Doppelfunktion: Er trug zusätzlich einen sechs Meter roten Gittermast mit weißem Dreieck-Toppzeichen. Dessen Aufgabe ist es, vor allem die größeren Schiffe sicher in und durch das Große Tief, den Beginn der betonnten Zufahrt nach Wismar zu leiten. Die Sektoren des Leuchtfeuers Gollwitz sind für Nautiker eine wichtige Navigationshilfe auf dem Fahrwasserabschnitt vorbei an den Untiefen Rerikriff, Jäckelberg und Hannibal in das Krakentief zur Kursänderung in südlicher Richtung zum Seehafen Wismar.

Als das Gebäude 1996 saniert wurde, errichtete man für das Leitfeuer Gollwitz einen 23,4 m hohen Stahlgittermast etwas westlich des Leuchtturmes. Mit einer Gürtellinse, die mit zwei 1000-Watt-Halogenglühlampen bestückt ist, wird eine Tragweite für den weißen, roten und grünen Sektor von 7,7 – 6,1 Seemeilen erreicht. Das bestehende Richtfeuer Gollwitz wurde durch ein Präzisionssektorenfeuer ersetzt. Die Stromversorgung erfolgt aus dem öffentlichen Netz, ein Dieselaggregat dient als Notstromversorgung. Die Fernüberwachung der Leuchtfeueranlage erfolgt von Travemünde aus.

In Gollwitz wie auch im Turm von Travemünde befinden sich Ferienwohnungen des Sozialwerks der Bundesverkehrsverwaltung für Mitarbeiter, die aus gesundheitlichen Gründen eine Auszeit benötigen. Das Bundesverkehrsministerium macht das möglich, weil die Gebäude wegen des Automatik-Betriebs nicht mehr anderweitig genutzt werden. Zuständig für beide Leuchttürme ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Lübeck.

OZ

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