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Bad Doberan Große Debatte um kleines Wohngebiet
Mecklenburg Bad Doberan Große Debatte um kleines Wohngebiet
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18:45 05.12.2018
Auf diesem Grundstück in Hastorf soll das neue Wohngebiet "Wiesenblick" entstehen. Quelle: Lennart Plottke
Satow

Auf den ersten Blick geht es lediglich um vier bis fünf neue Baugrundstücke für den Satower Ortsteil Hastorf. Doch viele Anwohner laufen gegen die geplante Bebauung auf einem rund 3400 Quadratmeter großen Areal Sturm. „Hier soll ein Neubaugebiet entstehen, das auf einen Schlag 20 Prozent mehr Einwohner bringt“, sagte etwa Peter Frehse (CDU) auf der jüngsten Sitzung der Satower Gemeindevertretung. „Wie sollen wir die integrieren?“

Das neue Wohngebiet sei wie ein „Dorf im Dorf“, sagte Frehse und stellte klar: „75 Prozent der Hastorfer sind dagegen – das soll aber nicht heißen, dass wir hier keine jungen Leute haben wollen.“ Mit einer Unterschriften-Aktion wollten die Anwohner ihren Bedenken Nachdruck verleihen – und so möglichst verhindern, dass die Abgeordneten im ersten Schritt die Aufstellung eines Bebauungsplans beschließen.

51 Mitstreiter haben bislang unterzeichnet – ihre Gründe formulierten sie darüber hinaus auch in einem offenen Brief, den Angelika Schwarz (FDP), Vorsitzende der Gemeindevertretung, auf der Sitzung verlas. Ein Hauptpunkt: Die Kritiker würden „nicht ernst genommen“ – während der Sitzung der Hanstorfer Ortsteilvertretung, die auch Hastorfs Belange wahrnimmt, hätten sie sich als „Störfaktoren“ gefühlt.

Kritiker befürchten Beschwerdendurch nahe Landwirtschaft

Dabei gibt es nicht nur Bedenken wegen der erhöhten Einwohnerzahl – auch die unmittelbare Nähe zu landwirtschaftlichen Betrieben sehen die Gegner des neuen Wohngebietes als problematisch an. „Ich werde mich, solange es geht, gegen die Pläne wehren“, sagte Bruno Petersen, der in Hastorf mit dem Wirtschaftshof seines Ackerbaubetriebes ansässig ist. „Wir haben hier eine Getreide-Trocknungsanlage, das Getreide selbst wird regelmäßig aufgeladen – und durch die Lagerung von Kompost kann es auch zu Geruchsbelästigungen kommen.“

Wenn in seiner direkten Nachbarschaft Leute aus der Stadt ihre Eigenheime bauen würden, „sind die Beschwerden der neuen Anwohner doch vorprogrammiert“, meinte Petersen. Beim jetzt vorgestellten Bebauungsplan handele es sich vorerst nur um eine erste Aufstellung, stellte Satows Bauamtsleiter Jörn Rachowe klar: „Im Zuge des Verfahrens kann jeder im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung seine Einwände vorbringen – die Hinweise werden dann in der Bauplanung berücksichtigt.“

Im Übrigen sei das Interesse an Wohnbebauung in der Gemeinde Satow nach wie vor sehr groß, betonte Rachowe: „Ich bekomme zu diesem Thema zehn Anrufe und Mails pro Woche.“ Und: „Die Flächennutzungsplanung weist auf diesem Gelände Bauland aus – das ist also gesetzlich geregelt.“ Dazu komme, dass es sich hier um Flächen für vier oder fünf Einfamilienhäuser handele, sagte der Bauamts-Chef: „Der private Investor plant doch kein riesiges Baugebiet oder gar Hochhäuser.“

Keine Einwändegegen Flächennutzungsplan

Seit 2010 sei der Flächennutzungsplan für die Gemeinde immer weiterentwickelt worden, sagte auch Bürgermeister Matthias Drese (SPD): „Über all die Jahre wurde dabei jeder einzelne Ort durch Stadtplaner Lars Fricke vorgestellt – dabei hätte jeder Bürger seine Einwendungen vorbringen können.“ Im Ergebnis sei der Plan einstimmig durch die Gemeindevertretung angenommen worden, so Drese.

Ihn wundere auch, dass dieses Bauvorhaben jetzt „fünf Minuten vor der Angst“ wieder zum Thema werde, sagte Bernd Steinbach (SPD), Vorsitzender im Satower Bauausschuss: „Der Investor hat das Projekt ausführlich im Ausschuss vorgestellt – Einwohner habe ich da aber nicht gesehen.“ Zudem habe man sich auf die Fahnen geschrieben, alle Ortsteile gleichberechtigt zu entwickeln, so Steinbach: „Bei vier oder fünf neuen Häusern ist die Ablehnung für mich persönlich nicht nachvollziehbar.“

Man habe jetzt die Möglichkeit, neben Satow auch kleinere Ortschaften wie Hastorf voranzubringen, meinte Janó Siepel (Die Linke): „Und ich habe bislang noch kein Argument gehört, das hier nicht zu tun.“ Das sah letztlich auch eine deutliche Mehrheit der Gemeindevertreter so – und gab für die Aufstellung eines Bebauungsplans für den neuen „Wiesenblick“ grünes Licht.

Lennart Plottke

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