Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Große Vielfalt beim zweiten Plein Air
Mecklenburg Bad Doberan Große Vielfalt beim zweiten Plein Air
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.05.2018
Gewinner und Initiatoren des zweiten „Plein Air Festivals“ in der Kühlungsborner Kunsthalle (v. l.): TSK-Chef Ulrich Langer, Wolfgang Bergt (3. Platz), Künstler und Veranstalter Frank Koebsch, Katharina Bergander (1. Platz), Bürgermeister Rüdiger Kozian und Zuzana Fuska-Bernat (2. Platz). Quelle: Fotos: Sabine Hügelland
Kühlungsborn

Jeder Mensch sieht Dinge anders. Der eine überblickt das Ganze, ein anderer schaut auf das Detail. So jetzt auch rund 50 Hobbymaler und Künstler, die sich auf das Abenteuer des zweiten „Plein Air Festivals“ in Kühlungsborn einließen. Was in zwei Tagen künstlerischer Arbeit in Pastell, Öl, Acryl und als Collagen zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan entstand, war jetzt in der Kunsthalle zu sehen.

In Kühlungsborn und Umgebung waren in den vergangenen Tagen rund 50 Hobbymaler auf Motiv-Suche. Die besten Künstler wurden jetzt in der Kunsthalle gekürt.

Etwa 100 Bilder hingen dort, zehn davon stammten von den sechs Dozenten, die das Plein Air – die Freilichtmalerei – begleiteten. Für die meisten Teilnehmer war es das erste Mal, dass ihre Werke an so exponierter Stelle der Öffentlichkeit zugänglich wurden. Die Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) organisierte das Festival zusammen mit Initiator Frank Koebsch sowie Kunsthallenchef Franz Norbert Kröger – mit Unterstützung der Stadt, von Hoteliers, von privaten Unternehmen und dem Molli, dem Bastorfer Leuchtturm und dem Münster. „Unser Team hat weit mehr gemacht, als es eigentlich gemusst hätte“, lobte TSK-Chef Ulrich Langer.

Motive aus der Region neu umgesetzt

„Oft wurden Motive wie Rapsfelder, der Bastorfer Leuchtturm und der Molli aufgegriffen“, sagte Franz Norbert Kröger. „Dennoch sind sie immer wieder anders umgesetzt worden.“, Und nicht nur der Kunsthallen-Chef staunte über die Vielfalt, die in so kurzer Zeit entstand. Die Hobbymaler und Künstler kamen unter anderem aus Freiberg, München, Hamburg, Berlin und Rostock. Viele von ihnen nutzten das Angebot von Workshops und Vorträgen, die dem Plein Air ab Montag vorausgingen. „Kunst entspannt und entwirrt den Kopf“, sagte Kröger. „Und man lernt schnell andere Menschen kennen.“ So sah es auch Kühlungsborns Bürgermeister Rüdiger Kozian: „Das Ortsbild hat sich in der Zeit verändert – das war sensationell, denn viele Gäste traten interessiert in den Kontakt mit den Malern. Sie tauschten sich mit ihnen aus und wurden neugierig auf das Plein Air.“ Deshalb müsse man solche Events weiter unterstützen, betonte Kozian. Franzisca Mertens war eine der Zuschauerinnen: „Es hatte etwas Anziehendes, Menschen in der Stadt malen zu sehen.“ Drei Bilder wurden letztlich durch eine Jury zu den besten gekürt. Den ersten Platz und damit 1000 Euro gewann das Aquarell „Münster II“ von Katharina Bergander. Die 51-jährige Berlinerin kommt aus dem Maschinenbau und malt erst seit knapp sieben Jahren. Kunsttherapeutin Zuzana Fuska-Bernat aus Wedel malte „Bastorf mit Feld“ auf Pastelpapier und errang damit den zweiten Platz und 500 Euro: „Mir gefiel der Kontrast mit dem Gelb des Rapsfeldes besonders.“ Den dritten Platz und 250 Euro bekam der Rostocker Wolfgang Bergt mit „Steilküste bei Heiligendamm“: „Ich finde es interessant, mit anderen gemeinsam zu malen, sich auszutauschen“, sagte der 67-Jährige, der bereits im vergangenen Jahr dabei war. Petra Ohde aus dem Ruhrgebiet ging zwar leer aus, jedoch: „Es ist etwas Besonderes, hier auszustellen“, meinte die 61-Jährige: „Ich habe das Angebot im Internet entdeckt und dachte mir, es sei doch schöner, hier zu malen und mit meinem Mann Urlaub zu machen.“

Gastfreundlichkeit und Unterstützung begeistert

Frank Koebsch ist Ideengeber des Plein Airs: „Es war so toll zu sehen, wie gastfreundlich die Menschen hier sind und die Maler unterstützten“, freute sich der Künstler und Veranstalter. „Diese riesige Vielfalt an Bildern – da lächelt mein Herz.“ Begeistert zeigte sich Koebsch auch von der Unterstützung vieler Unternehmen: „Es war ein sehr gutes Zusammenspiel. Die Teilnehmer und Dozenten durften kostenfrei den Molli nutzen, und sie bekamen Räder von ,Drahtesel’ geliehen. Die Stadt, die Alte Büdnerei, Hotels und ,Edel & Scharf’ – alle haben mitgemacht“, sagte der 58-Jährige. Der Reisezeichner Jens Hübner war einer der Dozenten: „Das Niveau des Plein Airs hat sich weiter erhöht. Es wurde sehr gut angenommen – auch die Vorträge, zu denen ebenso viele kamen, die nicht an den Workshops teilnahmen.“

Für den Publikumspreis kann noch in den kommenden Wochen auch im Internet abgestimmt werden. Die Digitalisierung der Bilder übernahmen Schüler des Schulzentrums Kühlungsborn.

Internet: www.ostsee-pleinair.de

Sabine Hügelland

Mehr zum Thema

Liedermacher Heinz Rudolf Kunze über das Schicksal, die mutlose neue Popmusik, deutschen Rap und die Frage, was bleibt eigentlich am Ende?

09.05.2018
Kultur Göttingen - Offen bleiben

Lukas Bärfuss geht in seinem Essayband „Krieg und Liebe“ Europa, den Menschen und der Kunst nach

09.05.2018

Oper von Mozart feiert morgen Abend um 18 Uhr Premiere

12.05.2018

Großer Bedarf: Bad Doberan will Beirat für Menschen mit Behinderung gründen

14.05.2018

In Groß Lüsewitz wird Jubiläum gefeiert / Trotz Nachwuchssorgen wird optimistisch in die Zukunft geblickt

14.05.2018

Viel Programm zum Aktionstag, aber wenig Besuch im Traditionsschiff

14.05.2018