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Bad Doberan Gülle kam über Regenwasserkanal
Mecklenburg Bad Doberan Gülle kam über Regenwasserkanal
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17:38 04.12.2018
Betroffene Angelfreunde bei Teßmannsdorf. Frank-Jürgen Trost und Hannes Zirnsack (l.) betrachten eine erstickte 5 bis 7 Jahre alte Meerforelle. Quelle: Thomas Hoppe
Neubukow/Teßmannsdorf

“Fest steht, dass Gülle in einen Regenwasserkanal geleitet wurde, der in den Panzower Bach mündet. Das Ausmaß des Schadens kann noch nicht beurteilt werden, es sind jedoch bereits tote Fische registriert worden. Es besteht ein dringender Tatverdacht gegen einen möglichen Verursacher“, mailte gestern Robert Stahlberg vom Landeswasserschutzpolizeiamt auf eine entsprechende OZ-Anfrage eine Reaktion aus dem Ermittlerkreis, der sich mit einer folgenschweren Verunreinigung des Hellbachs in Neubukow befasst. Seit Montag ermitteln in dieser Sache nämlich die Wasserschutzpolizeiinspektion Rostock, die Staatsanwaltschaft und die untere Wasserbehörde des Landkreises.

In Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer sei der Regenwasserkanal ausfindig gemacht worden, über den die Gülle-Verschmutzung ins öffentliche Netz gelangte, hieß es dazu vom Zweckverband Kühlung in Bad Doberan. „Dieser Schacht wurde abgedichtet, damit nichts weiter nachlaufen kann. Unsere Kollegen sind dabei, den Niederschlagswasserkanal zu reinigen“, teilte gestern Nachmittag ZVK-Sprecherin, Ilona Seelmann, weiter mit und ergänzte: „Der Grundstückeigentümer, mit dem wir gesprochen haben, ist die Schweinemastanlage“.

„Ich kann noch nicht sagen was passiert ist, ich bin am Montagabend erst gekommen. Die Polizei hatte mich angerufen und von Verunreinigungen gesprochen. Sie gehen davon aus, dass diese Verunreinigungen von uns kommen. Wir überprüfen das jetzt, die Behörden ermitteln“, sagte die 47-jährige Geschäftsführerin des Betriebes sehr betroffen. Erst vor ein paar Wochen war die erneuerte Anlage am Stellwerk von den zuständigen Ämtern ohne Beanstandungen kontrolliert worden.

Große Betroffenheit bei Angelfreunden

Große Betroffenheit herrschte gestern auch bei den Angelfreunden Hannes Zirnsack vom Neubukower Verein „Petrijünger“ und Frank-Jürgen Trost vom Sportfischerverein „Am Hellbach“. Sie mussten allein rund um die Hellbachbrücke nahe Teßmannsdorf rund 20 tote Fische (Plötz, Barsch, Forelle) registrieren – die Mehrzahl ausgewachsene Meerforellen. „Das ist ein Trauerspiel und haut eine große Lücke in den Fischbestand. Denn es fehlen ja nicht nur diese Fische, sondern auch ihre Brut. Diese haben hier ja noch nicht gelaicht. Das pflanzt sich über viele Jahre fort“, ärgerte sich Frank-Jürgen Trost. Und Hannes Zirnsack meinte am immer noch nach Gülle stinkenden Bach: „Das ist eine absolute Katastrophe! Die toten Fische, die man hier sehen kann, sind ja nur ein kleiner Teil. Das reißt eine Riesen-Lücke über die nächsten paar Jahre. Gerade die Forellen, die hatten sich so gut erholt in der letzten Zeit“.

Ein Bekannter von Frank-Jürgen Trost, der hier sein Jagdrevier hat, war noch ein Stückchen weiter am Salzhaff gewesen: „Er hat gesagt, dass es auch dort noch nach Gülle riecht“.

Trost’s Sohn hatte gestern Nachmittag den Hellbach-Abschnitt von Buschmühlen bis Teßmannsdorf wegen des Fischsterbens begutachtet und sein Vater berichtete: „Er ist das alles abgelaufen, dort sieht es nicht anders aus, als an der Teßmannsdorfer Brücke. Viele tote Forellen, auch andere Fische – die ganze Strecke lang“.

Aber Frank-Jürgen Trost war es wichtig, noch zu betonen: „Noch ist nicht alles tot. Ich habe auch unten in Teßmannsdorf noch zwei Ringe gesehen“. Zwei Ringe?

„Na wenn so ein Fisch zur Oberfläche kommt – kann auch sein, dass sie immer noch mit dem Sauerstoffmangel kämpfen. Die Frage ist schon, ob sie dann endgültig doch überleben“.

Mehr lesen: Fische sterben wegen Gülle

Thomas Hoppe

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