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Bad Doberan Gutshaus muss weiter saniert werden
Mecklenburg Bad Doberan Gutshaus muss weiter saniert werden
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00:00 26.09.2018
Seit Jahrzehnten steht das ehemalige Gutshaus von Spriehusen leer. Der Eigentümer würde es verkaufen – doch es gibt noch viel zu tun. Quelle: Foto: Thomas Hoppe
Spriehusen

Damals hatte der Tod einen Strich durch diese Rechnung gemacht: „Wahlmecklenburger baut in Spriehusen Denkmal mit Wohnungen aus“, war Anfang des Jahres 2011 ein Beitrag in der OSTSEE- ZEITUNG überschrieben, der die Zukunft des 1852 umgebauten Gutshauses im Dorf betraf. Der damalige Eigentümer hatte das denkmalgeschützte Gebäude in einem verwahrlosten Zustand offenbar für 6000 Euro ersteigert und wollte „das Schloss“, wie er es nannte, innen und außen sanieren, um Eigentumswohnungen entstehen zu lassen. „Als Privatmann war ich auch erschlagen von dem ganzen Desaster, was sich bot. Aber als Baumensch habe ich im ganz Groben gesehen, was man machen muss“, hatte der Mann vor siebeneinhalb Jahren der OZ gesagt. Die Arbeiten waren mit der Bausicherung im Inneren begonnen worden und sie wurden mit der Außensanierung fortgesetzt. Der Ruheständler und Schlossbesitzer schätzte ein, dass es mindestens anderthalb Jahre dauern würde, bis das Ganze fertig sei. Doch er verstarb vorher.

Das „Schloss“ von Spriehusen steht seit Jahrzehnten leer. Etwas saniert wurde es, doch sollen noch Arbeiten im Wert von mindestens 600 000 Euro notwendig sein.

Der Hamburger Unternehmer Marcel Bekci, der damals bereits vier Gutshaus-Wohnungen gekauft hatte, erwarb schließlich die ganze Immobilie. „Seitdem ist es da ruhig, denn der Vorbesitzer hatte sich bislang gekümmert, er kam aus der Branche. Doch ich bin nicht der Bau-Experte“, erklärt der Mann, der Matratzen für Fachgeschäfte produziert. Wie der 32-Jährige weiter erläutert, könnten – je nachdem ob das Dachgeschoss ausgebaut werde oder nicht – zehn bis zwölf Wohneinheiten entstehen. Insgesamt seien es um die 1100 Quadratmeter Wohnfläche, dazu knapp 6000 Quadratmeter Land.

Mit Ausnahme des Kaufpreises wäre noch eine Investition von mindestens 600000 Euro nötig – damit müsse man schon rechnen, betont der aktuelle Eigentümer und deutet an, dass er auch nur noch mit Interessenten über einen Verkauf sprechen würde, wenn diese investieren könnten. Das Gebäude stehe unter Denkmalschutz, aber die wenigen Auflagen seien „eigentlich sehr großzügig“, sagt Marcel Bekci.

Er erzählt: „Ein paarmal haben mich Leute angerufen, die kaufen wollten und da habe ich Besichtigungen angeboten.“ Durch die Stadt Neubukow sei er mit den Interessenten verbunden worden.

Wie Regina Dams, eine Nachbarin des Gutshauses, berichtet, hätte auch schon ein Dachdecker vorbeigeschaut, weil das Dach gemacht werden müsse. Vor vier Wochen sei zudem ein älteres Paar da gewesen und hätte das Anwesen besichtigt. Einem Interessenten hätte sie zuvor die Visitenkarte des Eigentümers gegeben (☎ 0151/22339060).

Regina Dams hat sieben Jahre lang im Gutshaus gewohnt, bevor sie vor nunmehr 36 Jahren mit ihrer Familie in das ehemalige Inspektorenhaus daneben ziehen konnte. Nach Angaben der heute 59-Jährigen erwarben die Dams das Haus im Jahr 1995 aus ehemaligem LPG-Eigentum. Das Gut befand sich von 1835 bis 1948 im Besitz der Familie Nölting.

Im Gutshaus seien zu DDR-Zeiten zunächst ein Konsum und ein Kindergarten untergebracht gewesen und später dann eine Essenküche der LPG mit Speisesaal im eigentlichen großen „Kulturraum“. „Dort haben früher Erntedankfeste, und Silvesterfeiern stattgefunden“, berichtet Regina Dams.

Schließlich wurden im Haus Mietwohnungen eingerichtet und nach der Wende, in den 1990er Jahren, hätte die Stadt Neubukow die Immobilie schließlich verkauft.

Dem Hamburger Marcel Bekci gefalle die Region um Neubukow, Rerik und Kühlungsborn, wie er noch sagt: „Das sind sehr tolle Ecken. Sonst hätte ich damals auch nicht investiert. Wenn man das Haus fertig macht, hat es ein Riesen-Potenzial. Das Problem ist nur, ich habe die Zeit und das Know-how dafür leider nicht.“

Thomas Hoppe

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