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Bad Doberan Hansestadt bietet Nachbarn Kompromiss an
Mecklenburg Bad Doberan Hansestadt bietet Nachbarn Kompromiss an
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07:34 06.12.2017
Ohne eine Gegenleistung gibt es auch keinen Kompromiss.Roland Methling Oberbürgermeister Rostock
Rostock

Überraschende Wende im Streit zwischen Rostock und seinen Nachbargemeinden: Die Hansestadt will den Kommunen im Umland nun doch erlauben, neue Wohngebiete auszuweisen – sogar mehr als ursprünglich geplant. Und: Rostock will auch auf seine pauschalen finanziellen Forderungen verzichten. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen den Bürgermeistern aus 17 Nachbargemeinden und dem Rostocker Vize-Oberbürgermeister Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Einziger Haken: Das Entgegenkommen des Finanzsenators war offenbar ein Alleingang und nicht mit Rathaus-Chef Roland Methling (UFR) abgestimmt. Der weilt derzeit gar nicht in Rostock.

Der Dauerstreit zwischen Rostock und den Umlandgemeinden könnte schon in einigen Wochen beigelegt werden: Die Hansestadt will ihren Nachbarn offenbar entgegenkommen und doch neue Baugebiete gestatten. Und: Rostock rückt auch von der geforderten „Kopf-Prämie“ im Umland ab.

Am Montagnachmittag hatten sich die Umlandbürgermeister und Vertreter Rostocks zum so genannten Stadt-Umland-Forum getroffen. Seit Monaten gibt es zwischen den Teilnehmern Streit. Die Nachbarn wollen wachsen, neue Wohnungsbaustandorte ausweisen – doch die Hansestadt bremst. Die bisherige Haltung des Rathauses: Das Umland wächst auf Kosten Rostocks. Die Bürger aus den Nachbarorten würden Theater, Busse und Bahnen, Schwimmhallen und viele weitere Angebote der „großen Stadt“ nutzen, aber dafür nicht zahlen. Nur wenn sich die Gemeinden an den Kosten beteiligen, wollte Rostock seine Blockade aufgeben. Darauf beharrte jedenfalls OB Methling. Doch nun scheint es anders zu kommen: Von einem „Durchbruch“ will Gerd Schäde, Leiter der Regionalplanung für das Mittlere Mecklenburg, zwar noch nicht sprechen – aber: „Wir haben wichtige Fortschritte gemacht.“

Rostocks Verhandlungsführer Müller-von Wrycz Rekowski sei sehr entgegenkommend gewesen: „Wir haben uns geeinigt, dass die 17 Umlandgemeinden Rostocks bis 2025 nicht nur 1000, sondern sogar 1300 neue Wohnungen schaffen dürfen“, sagt Schäde. Weitere 2000 sollen in den „zentralen Orten“ im Umland entstehen – in Sanitz und Bad Doberan zum Beispiel. In Rostock selbst sollen 7000 neue Wohnungen entstehen. Und außerdem: Die Gemeinden Bentwisch, Broderstorf, Dummerstorf, Lambrechtshagen und Roggentin sollen zudem über die bisherige Drei-Prozent-Regelung wachsen dürfen. „Der Vize-OB ist auch von den globalen Forderungen der Hansestadt abgerückt“, berichtet Schäde. Heißt: Methlings Forderung, dass die Nachbarn für jeden Neubürger mehrere Tausend Euro als Kompensation an die Hansestadt überweisen, ist vom Tisch. „Rostock erwartet aber weiterhin irgendeine Gegenleistung von den Gemeinden. Das soll aber bilateral ausgehandelt werden“, so der Leiter der Landesplanung. Müller-von Wrycz Rekowski spricht selbst von einem „Kompromiss“: „Dieser Vorschlag muss aber auch Rostocker Interessen berücksichtigen. Das betrifft insbesondere Infrastrukturfragen und deren Finanzierung“, so der Senator. „In Zukunft sollten individuelle Lösungen zwischen der Hansestadt Rostock und ihren einzelnen Nachbargemeinden möglich sein.“ Eine Idee, die in der Stadtverwaltung derzeit diskutiert wird: Kritzmow soll sich beispielsweise am Ausbau der Satower Straße finanziell beteiligen.

Aus Rathaus-Kreisen heißt es aber, Müller-von Wrycz Rekowski sei mit dem Vorschlag zu weit gegangen. Insider sprechen von einem „Alleingang“. Auch Landesplaner Schäde fürchtet: „Die Kuh ist noch nicht vom Eis. Der OB und die Bürgerschaft müssen den Kompromiss mittragen.“ Methling sagt dazu lediglich: „Ohne eine Gegenleistung werden wir keiner Vereinbarung zustimmen.“

Das Land erhöht aber bereits den Druck auf die Hansestadt, den Kompromiss zu akzeptieren: „Wenn wir den Streit nicht beilegen, kann das Entwicklungskonzept für Rostock und Umgebung auch ohne Zustimmung Rostocks beschlossen werden. Es wird dann per Dekret von der Landesplanung und vom Innenministerium in Kraft gesetzt“, so Gerd Schäde.

Andreas Meyer

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