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Bad Doberan Hebammen brauchen Nachwuchs
Mecklenburg Bad Doberan Hebammen brauchen Nachwuchs
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05:00 10.08.2018
Hebamme Gabriele Baar in ihrer Praxis in Rostock. Vorher hat sie jahrelang in Bad Doberan gearbeitet. Quelle: Christina Milbrandt
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Bad Doberan

Die Geburtenraten steigen seit einigen Jahren bundesweit kontinuierlich an. Das macht sich auch in den Hebammenpraxen bemerkbar. So ist es in Rostock gang und gäbe, dass schwangere Frauen oft wochenlang suchen müssen, bis sie noch einen freien Platz für die Betreuung bekommen. Doch wie sieht die Situation eigentlich im Landkreis Rostock aus?

Hebammen berichten: Ablehnungen nur vereinzelt„Bei mir haben sich oft Frauen gemeldet, die in Rostock keine Hebamme gefunden haben“, erzählt Gabriele Baar, die 16 Jahre lang in Bad Doberan eine Praxis betrieb. Seit Anfang Juli arbeitet die 55-Jährige in Rostock, hat in der Slüterstraße nahe der Petrikirche ihre neuen Praxisräume eingerichtet. Auch in ihrer Zeit in Bad Doberan waren die Dienste der erfahrenen Hebamme sehr gefragt. Die Erfahrung, dass sie viele Frauen ablehnen musste, habe sie allerdings nicht gemacht, sagt Gabriele Baar. „Es gab bestimmt die eine oder andere Frau, die ich ablehnen musste, aber viele waren es nicht.“ Auch Erika Lemke, die in Graal-Müritz ihre Hebammenpraxis betreibt, konnte bislang jede Frau zur Betreuung aufnehmen. Sie sagt: „Es ließ sich immer ein Weg finden, die Frauen trotz hoher Auslastung zu betreuen.“

Stark erweitertes ArbeitsfeldDer Radius, den Hebammen im Landkreis, aber auch in der Hansestadt, in der Regel fahrtentechnisch auf sich nehmen, liegt bei 20 Kilometern. „Diesen Radius übernehmen die Krankenkassen“, sagt Kathrin Herold, Vorsitzende des Landeshebammenverbandes MV. Aber: „Wenn die Schwangere keine andere Hebamme findet, kann dieser Radius in Absprache erweitert werden“, betont Herold. So gab es auch bei Gabriele Baar schon Fälle, in denen sie mehr als 20 Kilometer auf sich genommen hat. „Wenn ich mal 26 Kilometer fahren muss, dann ist das auch in Ordnung für mich“, sagt sie. Auch wenn sie Schwangere nicht massenweise ablehnen müssen, gut ausgelastet sind auch die Hebammen im Landkreis. Woran liegt es, dass das Betreuungsangebot so oft in Anspruch genommen wird? „Das Thema ist sehr komplex“, sagt Kathrin Herold. „Das Arbeitsfeld der Hebammen hat sich einerseits stark erweitert und gleichzeitig wünschen sich die Frauen eine umfangreiche Betreuung, die vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit beziehungsweise bis zum neunten Lebensmonat des Kindes reicht.“ Hinzu komme, dass die Entlassungen aus der Klinik heute viel früher – in der Regel am dritten Wochenbettstag – stattfänden und die engmaschige Betreuung gerade in den ersten Lebenstagen des Kindes eine große Hilfe für die frischgebackenen Familien sei.

Christina Milbrandt

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