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Heiligendamm: Median greift auch nach der Hotel-Burg

Heiligendamm Heiligendamm: Median greift auch nach der Hotel-Burg

Der Verkauf der Orangerie ist noch nicht in trockenen Tüchern, da greift die Median- Gruppe aus Berlin bereits nach dem nächsten Filetstück in der weißen Stadt am Meer: Nach OZ- Informationen hat der Konzern, der bundesweit insgesamt 42 Kliniken betreibt, nun auch Interesse an der Burg Hohenzollern angemeldet.

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Die Burg Hohenzollern gilt als eines der Aushängeschilder des Grand Hotels. Aktuell wird das Haus aber nur noch für größere Veranstaltungen genutzt — um Kosten zu sparen.

Quelle: Z1017 Bernd Wüstneck

Heiligendamm. Gestern Abend — auf der zweiten Sitzung des neuen HeiligendammBeirates — wurden auch die Stadtvertreter über den sich anbahnenden Deal informiert. Allerdings: Die Verkaufsverhandlungen seien, so ein Insider, noch nicht abgeschlossen. Median will sich mit der Burg „einen Platz am Meer“ sichern.

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Wir wollen ein Wegerecht für Patienten.“ Hartmut Polzin, Median

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Die noble Burg ließ Großherzog Paul Friedrich einst für sich und seine Gemahlin errichten. Zu den prominentesten Gästen des Hauses zählte in der jüngsten Vergangenheit unter anderem der frühere US-Präsident Georg W. Bush. Derzeit wird die „Hohenzollern“ allerdings kaum noch genutzt. Jörg Zumbaum, Insolvenzverwalter des Grand Hotels und Anwalt aus der Nähe von Aachen, hatte das Gebäude schon im vergangenen Jahr quasi „stillgelegt“ — um Personal und Kosten zu sparen. Das Gebäude wird nur noch für besondere Großveranstaltungen genutzt — für Hochzeiten und Familienfeiern, aber auch Kongresse, Firmenjubiläen und Präsentationen.

Über die Orangerie hatte Zumbaum erst kürzlich gesagt, dass sie für den Fortbestand des Grand Hotels als Luxusherberge entbehrlich sei. Gleiches gilt auch für die Burg. Bereits am Donnerstag soll der Gläubigerausschuss über das Thema gesprochen haben. Am Tag darauf traf sich Zumbaum dann in Berlin mit Vertretern der MedianGruppe — zu Verkaufsverhandlungen. Details wurden nicht bekannt. Nur so viel: Eine Einigung gab es nicht. Beim Kaufpreis liegen beide Seiten noch weit auseinander. Auf der Beiratssitzung gestern Abend löste die Nachricht vom MedianInteresse einige Verwunderung unter den Stadtvertretern aus. „Wir werden das Thema auf der nächsten Sitzung erörtern, wollen Vertreter der Klinik einladen“, sagte Gremiumssprecher Andreas Sturmowski, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Rostock.

Zumbaum wollte sich zum Thema nicht äußern. Weder bestätigte er die Verhandlungen, noch dementierte er sie. „Mit Median wurde Stillschweigen über die Gespräche vereinbart. Daran habe ich mich zu halten“, sagt Zumbaum. Auch das Unternehmen, zu dessen Gesellschaftern die international tätige Beteiligungsgesellschaft Advent International aus Boston (USA) zählt, will noch keine Farbe bekennen:

„Wir äußern uns zu gegebener Zeit“, heißt es aus der Berliner Median-Zentrale.

Im Herbst hieß es noch, Median wolle das gesamte Hotel kaufen. Doch der Deal scheiterte. Dass die Klinik-Gruppe nun die Burg will, soll einen einfachen Hintergrund haben: Median wünscht sich einen direkten Zugang zur Ostsee. Dieses Ziel bestätigt Hartmut Polzin, Ex-Bürgermeister in Doberan und nun Projektbeauftragter des Unternehmens: „Es gab Gespräche darüber in Schwerin. Wir wollen für die Patienten ein Wegerecht.“ Mit der Burg hätte Median seinen „Platz am Meer“ sicher.

Traumschloss aus dem 19. Jahrhundert

1845 wurde mit dem Bau der Burg Hohenzollern

begonnen. Auftraggeber war Großherzog Paul Friedrich, der Enkel des Heiligendamm-Gründers Friedrich Franz. 1873 wurde das Gebäude zum ersten Mal verkauft. Es folgten gleich

mehrere Eigentümerwechsel binnen weniger Jahre.

1,5 Millionen Mark kostete die Burg, als sie 1910 nach der Pleite des damaligen Eigen- tümers verkauft wurde.

2007 wohnte — während des G 8- Gipfels der mächtigsten Staats- und Regierungschef in Heiligendamm — der damalige US-Präsident Georg W.

Bush mit seiner Frau Laura in der Burg Hohenzollern. An dem Gipfel nahmen zudem die Staatschefs von Frankreich, Russland, Japan, Kanada, Italien und Großbritannien sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel als Gastgeberin teil. Zudem waren die Präsidenten von China, Brasilien, Südafrika, Indien und Mexiko zu dem Treffen eingeladen worden.

2012 meldete das Grand Hotel Insolvenz an. Seitdem wird es — samt der Burg — vom Dürener Anwalt Jörg Zumbaum als Insolvenzverwalter geführt.

Im Grand Hotel sind noch knapp unter 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Andreas Meyer

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