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Heiligendamm gibt Impulse für das ganze Tourismus-Land

Heiligendamm Heiligendamm gibt Impulse für das ganze Tourismus-Land

Vor 220 Jahren begann der Gesundheitstourismus im ersten deutschen Seebad. Seit gestern werden dort auf dem 19. Bädertag erneut die Weichen für die Zukunft gestellt.

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Für die gesamte Branche gilt: Wer stillsteht, geht vor die Hunde.“ Andreas Kuhn, Bäderverband MV

Quelle: Bernd Wüstneck

Heiligendamm. Weniger Fördergeld, mehr ältere Menschen und ein stärkeres Zusammengehen von Hotels und Kurkliniken: Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern wird sich in mehrfacher Hinsicht auf einen Wandel einstellen müssen. Das ist die Botschaft des 19. Bädertages, auf dem seit gestern in Heiligendamm Bürgermeister, Kurdirektoren, Verwaltungsdirektoren von Reha-Kliniken, Hoteliers und Politiker über die Entwicklung des Tourismus an der Ostseeküste diskutieren.

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Das Land kann nur noch besonders innovative Projekte fördern.“ Gerd Lange, Tourismuskoordinator

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Der Präsident des Bäderverbandes MV, Andreas Kuhn, formulierte es so: „Wer stillsteht, geht vor die Hunde.“ Für ihn ist in allen Bereichen der Tourismuswirtschaft an der Ostseeküste „Innovation nötig“. Stoff zur Diskussion bot neben anderen der Tourismuskoordinator im Schweriner Wirtschaftsministerium, Gerd Lange. Er machte auf die sich „dramatisch ändernden Förderbedingungen“ der Europäischen Union aufmerksam. Während seit 2007 rund 1,1 Milliarden Euro Fördergeld aus Brüssel nach MV geflossen seien, die zur Hälfte in der Tourismuswirtschaft eingesetzt wurden, werde es in der nächsten Förderperiode „deutlich weniger Geld“ geben. Konkrete Zahlen kündigte Lange für den Herbst an. „Künftig werden Kommunen und Unternehmen, die vom Tourismus profitieren, selbst tiefer in die Tasche greifen müssen, um touristische Angebote zu finanzieren und für die Vermarktung zu sorgen“, forderte Lange. Das Land werde nur noch „besonders innovative und nachhaltige Vorhaben“ finanziell unterstützen können.

Über die finanziellen Probleme der Kommunen sprach Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau (parteilos). Die Städte und Gemeinden seien immer weniger in der Lage, den Tourismus zu unterstützen. „Allein dieses Jahr müssen wir 340 000 Euro mehr Kreisumlage zahlen“, begründete Semrau. Daher seien die Unternehmen gefordert.

In Bad Doberan klappt das reibungslos, wie Tourismus-Chefin Kerstin Morgenroth sagte. So leisteten beide Kurkliniken der Stadt spürbare Beiträge zur Gestaltung der Festwoche „220 Jahre Seebad Heiligendamm“ ab 9. Juni.

Aber auch im Tagesgeschäft würden Reha-Kliniken und Hotels künftig enger zusammenarbeiten müssen. „Ohne Gesundheitstourismus sterben Kurorte“, sagte Tourismusberater Prof. Stephan Gerhard aus Schwerin. Außerdem gelte es, künftig „alle Leistungsträger“ der Kurorte in das Marketing einzubeziehen. Gerhard: „Nicht nur Kurarzt und Hotelier, sondern auch Souvenirverkäufer, Einzelhändler und Taxifahrer.“

Tourismuswirtschaft und Fördergelder
28 Millionen Übernachtungen konnte die Tourismuswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr verzeichnen. 70 Prozent davon wurden in den Kurorten realisiert.

1,1 Milliarden Euro Fördergeld flossen in der Förderperiode 2007 bis 2013 aus Brüssel nach Mecklenburg-Vorpommern. Über die Hälfte der Mittel diente zum Anschub von Investitionen in der Tourismuswirtschaft.

Klaus Walter

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