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Bad Doberan Spendenaktion für Ersthelfer und Rettungsschwimmer
Mecklenburg Bad Doberan Spendenaktion für Ersthelfer und Rettungsschwimmer
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06:00 01.12.2018
Nele (l.) und Jona üben, wie sie die Decke unter Angelina bekommen, die die Verletzte darstellt. Quelle: Anja Levien
Bad Doberan

 Ob eine Kopfverletzung nach dem Sturz mit dem Fahrrad oder der Beinkrampf im Wasser, der einen Schwimmer unerwartet in Not bringen kann – jeder kann plötzlich auf die Hilfe von anderen angewiesen sein. Ersthelfer und Rettungsschwimmer können hierbei oft Leben retten. Diese bildet der Kreisverband Bad Doberan des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ehrenamtlich aus. Doch um den Notfall trainieren zu können, brauchen die Retter von morgen unter anderem Übungspuppen, Erste-Hilfe-Rucksäcke und Schwimmbretter. Mit der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ sammelt die OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit beim DRK Bad Doberan.

Leonie übt an Jona die stabile Seitenlage. Quelle: Anja Levien

Jona liegt auf dem Boden im Übungsraum der „Alten Wehr“ in Bad Doberan. Die Elfjährige mimt eine bewusstlose Person. Die Teilnehmer des JRK-Kurses „Erste Hilfe“ üben im Haus der Gemeinschaften intensiv das Auffinden einer Person. „Hallo, hallo, hörst Du mich“, fragt Leonie Jona. Keine Reaktion. Leonie ruft laut nach Hilfe, überprüft dann die Atmung von Jona, wählt die 112. „Welche 5 Ws müssen befolgt werden“, fragt Übungsleiterin Maja Schult. „Wo, was, wie viele Verletzte, welche, warten auf Rückfragen“, zählen die Teilnehmer auf. Alle zwei Wochen treffen sich die Acht- bis 15-Jährigen, üben Verbände anzulegen, die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die stabile Seitenlage oder die verschiedenen Wundarten.

Zwölf Jugendrotkreuzgruppen gibt es im Kreisverband, die im Schulsanitätsdienst oder im Rahmen des Ganztagsunterrichts Erste Hilfe lernen. Hinzu kommen acht Gruppen in Kindertagesstätten und vier in Horten. 250 Kinder und Jugendliche sind so beim Jugendrotkreuz organisiert. Darunter auch Nele, die seit der zweiten Klasse zum Ersthelfer ausgebildet wird. „Ich finde es schön, anderen Menschen zu helfen und im Ernstfall zur Stelle zu sein und etwas zu wissen“, sagt sie. So geht es auch Anna: „Mir macht es Spaß und ich finde es gut, dass ich lerne, wie ich Leuten helfen kann.“ Ausbildungsmaterial könnten sie immer gebrauchen. „Kompressen und Verbände sind gut, aber auch Rucksäcke“, sagt Nele.

„Wir haben ausrangiertes Erste-Hilfe-Material zum Üben“, sagt Susann Wieland, die für die Kinder-, Jugend- und Verbandsarbeit beim DRK Bad Doberan zuständig ist. „Um die Ausbildung lebhafter zu gestalten, wäre Ausbildungsmaterial toll, welches die Kreativität weckt und hilft, die Erste-Hilfe-Regeln schon in jungen Jahren zu verinnerlichen.“ Dabei denkt Susann Wieland an Übungspuppen und Erste-Hilfe-Rucksäcke. „Das Material wird aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert“, erläutert Frank Schulz, stellvertretender Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes.

Rettungsschwimmer benötigen Schwimmbretter

Jaron Ebrecht (v.l.), Leon Wosar und Hanna Höfer sind bei der Wasserwacht aktiv. Quelle: Anja Levien

Rucksäcke könnten auch die Rettungsschwimmer für ihre Ausbildung gebrauchen. Bis zu 90 Kinder und Jugendliche sind in der Wasserwacht des Kreisverbandes organisiert. Für ihre Ausbildung benötigen sie zudem Schwimmbretter. Für die ehrenamtliche Arbeit von Mai bis September auf den Rettungstürmen in Heiligendamm und Nienhagen könnten Kajak und Spineboard die Arbeit erleichtern. Leon Wosar ist seit sechs Jahren bei der Wasserwacht und hat schon vier Jahre den Sommer auf den Türmen verbracht. „Ich habe fast alles hier erlebt: vom Pflaster kleben, über Reanimation bis zum Polizeiruf, weil ein Badegast einen Rettungsschwimmer mit der Angel schlägt“, sagt der 18-Jährige.

Neben dem Jugendrotkreuz und der Wasserwacht engagiert sich der Verband auch dafür, dass Jungen und Mädchen schon im Kindergarten das Schwimmen lernen. Doch auch hier ist das Geld knapp. Fahrtkosten und Hallengebühren werden über Spenden und Elternbeiträge finanziert, informiert Susann Wieland. Jede noch so kleine Spende hilft, damit Kinder weiter schwimmen lernen, Jungen und Mädchen zu Ersthelfern und Rettungsschwimmern ausgebildet werden.

Leonie ist seit dem Kindergarten beim Jugendrotkreuz. Erste Hilfe sei immer spannend, weil die Ausbildung nach Altersklassen sortiert sei. Heißt, die Elfjährige lernt immer neue Sachen dazu, wie den Umgang mit einem Defibrillator oder wie ein Bodycheck gemacht wird.

Im Kurs von Maja Schult in der Alten Wehr liegt Angelina in der stabilen Seitenlage. „Warum überstrecken wir den Kopf?“, möchte die Übungsleiterin wissen. „Weil die Zunge erschlaffen und in den Hals rutschen könnte. Dann erstickt die Person“, antwortet Jona. Zusammen mit Nele übt sie, wie der Wärmeerhalt bei einer verletzten Person funktioniert, also wie sie eine Decke unter eine Person legen können. Dazu rollen sie die Decke zum Teil ein, um sie dann unter Angelina langsam hindurch zu ziehen. Danach gehen sie mit den anderen Ersthelfern die zehn Wundarten durch und beschließen mit Maja Schult, beim nächsten Mal Verbände zu üben.

Die Kinder- und Jugendlichen werden beim DRK nicht nur ausgebildet. Teamgeist und Spaß stehen im Vordergrund. Ihr Können zeigen sie jährlich beim Kreisausscheid. Die Rettungsschwimmer sind am Strand und als Badeaufsicht in Schwimmhallen aktiv. Die Kinder- und Jugendlichen sind vielleicht, liebe Leser, ihre Retter von morgen.

Anja Levien

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