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Bad Doberan Rettungsschwimmer helfen im Wasser und an Land
Mecklenburg Bad Doberan Rettungsschwimmer helfen im Wasser und an Land
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12:01 06.12.2018
Den Strand von Heiligendamm im Blick: Jaron Ebrecht und Hanna Höfer sind bei der DRK-Wasserwacht aktiv. Quelle: Anja Levien
Heiligendamm

Sie retten in Not geratene Badende aus der Ostsee, kümmern sich um Schrammen nach Fahrradstürzen oder behandeln Schnittwunden: die Ehrenamtler des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Kreisverband Bad Doberan auf den Wachtürmen am Strand von Heiligendamm und Nienhagen. Sie kommen von der DRK-Wasserwacht, mehr als die Hälfte der 100 Freiwilligen sind aus Bad Doberan oder der Region. Mit der OZ-Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ werden in diesem Jahr Spenden für die Kinder- und Jugendarbeit beim DRK-Kreisverband Bad Doberan gesammelt. Bis zu 90 Jungen und Mädchen sind bei der Wasserwacht organisiert, werden hier unter anderem als Rettungsschwimmer ausgebildet. Dafür werden Schwimmbretter benötigt, für die Erste Hilfe am Strand würden Tragen, sogenannte Spineboards, oder Kajaks die Arbeit der Ehrenamtler erleichtern.

Jaron Ebrecht ist seit seinem sechsten Lebensjahr bei der DRK-Wasserwacht. „Ich bin durch meinen Opa dazugekommen, der ist Erste-Hilfe-Ausbilder“, erzählt der 16-Jährige. Er hält im Schwimmbad der Dr. Ebel Fachklinik Moorbad Bad Doberan Wachdienst, ist im Sommer als Rettungsschwimmer am Strand von Heiligendamm im Einsatz. „Das macht mir Spaß“, sagt er.

Meisten Einsätze in Erste Hilfe

192 Einsätze hatten die Rettungsschwimmer in dieser Saison in Heiligendamm, 54 im Ostseebad Nienhagen. Der Großteil sind Erste-Hilfe-Einsätze. „Die meisten haben in diesem Jahr die Feuerquallen verursacht, wir haben aber auch Nasenbluten oder Schnittwunden behandelt“, zählt Benjamin Wehner, Wachdienstleiter der Wasserwacht, auf. 177 Erste-Hilfe-Einsätze waren es in Heiligendamm, 54 in Nienhagen. Jeweils zwei kleinere Wasserrettungen gab es in Heiligendamm sowie in Nienhagen. In diese Kategorie fielen Einsätze, bei dem der Badende noch nicht in Lebensgefahr, aber in Not sei, erläutert Benjamin Wehner. In Nienhagen waren beispielsweise Kinder abgetrieben. Auch wenn jemand vermisst wird, sind die Freiwilligen im Einsatz. Drei Vermisstensuchen gab es dieses Jahr in Heiligendamm, eine in Nienhagen.

Leon Wosar ist seit sechs Jahren bei der DRK-Wasserwacht. Quelle: Anja Levien

Leon Wosar ist seit sechs Jahren bei der Wasserwacht und hat schon vier Jahre den Sommer auf den Türmen verbracht. „Ich habe fast alles hier erlebt: vom Pflaster kleben, über Reanimation bis zum Polizeiruf, weil ein Badegast einen Rettungsschwimmer mit der Angel schlägt“, sagt der 18-Jährige. Er ist Sanitäter, Bootsführer und in der Wassergefahrengruppe. Die Ausbildungen dafür habe er beim DRK gemacht. Warum er Rettungsschwimmer ist? „Ich bin gerne am Wasser, am Strand. Jeder Tag bringt was Neues, ist anders. Wir haben Verantwortung und repräsentieren etwas.“ Bevor er zur Wasserwacht kam, war der Bad Doberaner im Schwimmverein in Rostock aktiv. Das habe zeitlich nicht mehr mit dem Gymnasium gepasst.

Ähnlich war es bei Hanna Höfer. In Rostock hatte der Schwimmtrainer aufgehört, die Rethwischerin wechselte zur Wasserwacht. Seit vier Jahren ist die 16-Jährige dabei. „Es macht Spaß, man lernt neue Leute kennen.“ Seit letztem Jahr ist sie auf dem Turm, habe noch nicht so viel erlebt. „Es gab kleinere Erste Hilfe Einsätze. Zum Beispiel hatte sich jemand den Zehnagel abgerissen.“ Zehn Einsätze zählt die Statistik für dieses Jahr auf, bei denen der Rettungsdienst gerufen wurde.

Training mit Rettungsmitteln

Die Aufgaben der Rettungsschwimmer: Strandgänge, vom Boot aus den Strandabschnitt sichern, regelmäßiges Training mit Boot, Kajak, Drohne, Rettungsboje und Auskünfte geben. „Die Badegäste fragen nach Toiletten und Strandkorbvermietung“, sagt Leon Wosar. Regelmäßig müssten die Rettungsschwimmer Leute von den Buhnen holen. „Da kann man schnell abrutschen. An den Buhnen sind Muscheln, die scharf sind“, sagt Leon Wosar. Gefährlich sei es auch, wenn die Leute runterspringen. „Man sieht nicht immer, wie tief das Wasser ist. Sandbänke können sich verschieben“, sagt Benjamin Wehner.

Für die Rettung im Wasser ist die Rettungsboje das Hilfsmittel. Um die in Not Geratenen gut transportieren zu können, wünschen sich die Rettungsschwimmer ein Spineboard – eine schwimmende Trage. Bewährt hat sich in diesem Jahr der Einsatz eines Kajaks. „Damit können wir bei jeder Welle ins Wasser“, sagt Benjamin Wehner. Es wäre klasse, wenn alle Türme damit ausgestattet werden könnten.

Mehr lesen: Spendenaktion für Ersthelfer und Rettungsschwimmer

Anja Levien

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