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Bad Doberan Herrenhaus Büttelkow steht im Paradies
Mecklenburg Bad Doberan Herrenhaus Büttelkow steht im Paradies
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00:27 15.06.2018
Andreas Renner und seine Familie leben im Herrenhaus von Büttelkow, auf dem Platz, wo einst das Dorf begründet wurde. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Ein Landweg schlängelt sich zu Biendorfs Ortsteil Büttelkow mit 37 Einwohnern. Ein Dach lugt aus dem Grün hervor. Es gehört dem denkmalgeschützten Herrenhaus aus dem Jahr 1910. Blumentöpfe zieren die geschwungene Haupttreppe, an der Mauer wachsen Rosen. Von der Treppe öffnet sich der Blick in den Park. „Wir leben im Paradies“, sagt Andreas Renner vom Herrenhaus Büttelkow und kann das beweisen.

Andreas Renner tauscht sich mit Gutshausbesitzern im Netzwerk aus

„In dem Buch ,Die Entdeckung des Paradieses’ von Franz von Wendrin – herausgekommen 1924 – geht der Autor auf die Suche nach dem biblischen Garten Eden, der sich seiner Meinung nach mit dem Paradies vor Rostock bis kurz vor Schwerin befand. So liegt nun Büttelkow mittendrin. Als ich herkam und als erstes in den Keller ging, so gar keine Angst erspürte, dachte ich, hier gibt es nur gute Geister“, sagt Andreas Renner. „Denn in vielen alten Gemäuern soll es ja bekanntlich spuken und es ist besser, unterstützende Geister um sich zu wissen, als welche, die Schabernack treiben.“

Andreas Renner ist Künstler, malt, fotografiert, gibt Kunstkurse und philosophiert gern über das Leben an sich. Viele Veranstaltungen gaben Antje Sachse und Andreas Renner schon im Herrenhaus, das sie in vielen Jahren in Eigenregie und unzähligen Arbeitsstunden sanierten. Zur „MittsommerRemise – die Nacht der nordischen Guts-und Herrenhäuser“ ist am 23. Juni von 15 bis 22 Uhr auch das Herrenhaus geöffnet.

„Wir sind jetzt im Schlössernetzwerk integriert“, sagt der Künstler. „Mecklenburger Gutsland – von der Wiese bis zur Welle“ nennen sich die Gutshaus-Netzwerker, zu denen sich unter anderem auch die Gutshäuser der Region in Groß Siemen, Klein Nienhagen, Gerdshagen und Roggow zählen. „Man trifft sich alle paar Wochen, um sich auszutauschen“, sagt er. „Es gibt ja einige, wie Schloss Bothmer, die vom Land begünstigt werden. Aber die meisten werden außen vor gelassen“, klärt er über die Gründung des Netzwerkes auf. Die großen Häuser brauchen viel Pflege und Investitionen, um weitere Jahrhunderte überstehen zu können. Meist sind Ferienwohnungen integriert wie auch in Büttelkow. Doch Unmengen an Gästen sind dort nicht zu finden. Es müssen schon Ruhesuchende sein mit dem Sinn für das Einmalige, das Besondere, das Individuelle und Romantische.

Das Herrenhaus besitzt einen Vorgängerbau von 1880, der zur Hälfte noch vorhanden ist. „Die Grundmauern bestehen aus Kirchenplatten, auch die Stufen sind weitaus älter als das Haus. Sie weisen auf den Ursprung des Grundstücks hin, einem Vorwerk des Klosters Bad Doberan“, sagt Andreas Renner. Idyllisch ist es dort und friedlich. Wer vom Herrenhaus dorthin gelangen will, überquert eine kleine Brücke. Sie überzieht den einstigen Wehrgraben, der als Bodendenkmal geschützt ist. Sehr romantisch wirkt das stille Gewässer mit seiner grünen Pflanzenschicht, dem Dschungel an altem Baumbestand und Büschen, die am Ufer wachsen. Das neue Herrenhaus – ein zweigeschossiger Putzbau – baute die Familie Ballin aus Oldenburg nach den Entwürfen des berühmten Architekten Paul Korff (1875 – 1945), der darin Bau-Elemente des Neobarock, Klassizismus und Jugendstil vereinte. Der Architekt ließ für damalige Verhältnisse modernste Errungenschaften wie Zentralheizung, Warmwasser, eine zentrale Staubsaugeranlage und anderes einbauen. „Zum Gut gehörten damals 240 Hektar Land, die überwiegend landwirtschaftlich genutzt wurden. Wir haben noch eineinhalb“, sagt Andreas Renner.

Sabine Hügelland

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1791 gehörte das Gut Büttelkow der Domkirche zu Schwerin. 1792 bis 1810 Andreas Gottfried Russow, 1810 bis 1811 von Plessen, 1811 bis 1817 Andreas Gottfried Russow, 1817 bis 1840 F.

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