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Bad Doberan Historischer Friedhof wird saniert
Mecklenburg Bad Doberan Historischer Friedhof wird saniert
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00:00 21.07.2018
Neubukow/Kröpelin

„Um ihn wieder in den Zustand zu bringen, der auch der Sache würdig ist“, laufe derzeit auf dem jüdischen Friedhof der Schliemannstadt an der Wismarschen Straße „eine große Sanierungsmaßnahme“, wie Neubukows Bürgermeister, Roland Dethloff (parteilos), zur OZ sagt: „Die historischen Grabsteine sind alle abgeräumt worden, sie werden jetzt aufgearbeitet. Einige von ihnen hatte man beim Betreten des Friedhofs gar nicht mehr sehen können, weil sie am Boden lagen. Auch die alten Schuppen, die noch auf dem ursprünglichen Gelände des Judenfriedhofs standen, sind jetzt abgebrochen und abtransportiert worden. Im nächsten Jahr wollen wir die Neugestaltung weiterführen“. Die Sachbearbeiterin im Ordnungsamt der Stadt, Birgit Jorns, habe bei diesem Projekt quasi den Hut auf, ergänzte der Rathauschef.

Neubukows jüdischer Friedhof wird umgestaltet, alte Schuppen sind verschwunden und die Grabsteine werden restauriert.

„Frau Lubetzki aus Kröpelin hat alle Grabsteine abgeholt, die dort noch waren und in ihrer Werkstatt werden sie aufgearbeitet“, erklärt dazu Birgit Jorns und erläutert weiter, dass die Kröpeliner Erdbau- und Abbruch-Firma Werges gerade dabei sei, den hinteren Teil des Friedhofes zu beräumen, wo noch alte Schuppen standen und Müll umherlag. Anschließend soll die Stubbenfräse der Firma „Baumpflege Piepenburg“ aus Biendorf bei der Beseitigung alter Baumwurzeln zum Einsatz kommen. „Dann wären für dieses Jahr alle Gelder für diese Maßnahme ausgeschöpft“, betont die Sachbearbeiterin im Ordnungsamt. Nach ihren Angaben erhielten die Neubukower allein 2018 für diese Arbeiten vom Landesamt für Innere Verwaltung insgesamt 10000 Euro Förderung. Auch in den Vorjahren standen entsprechend beantragte Mittel nach Absprachen mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden bereit.

Die beschrifteten Steinplatten und diverse Einzelteile – alles zusammen sind das wahrscheinlich zehn Grabsteinplatten – lagern bereits in der Werkstatt des Kröpeliner Steinmetzbetriebes Dagmar Lubetzki. Ihr Sohn und Steinmetzmeister Oliver Lubetzki erklärt die weitere Vorgehensweise: „Wenn wir sie gereinigt haben, wird sie der Kröpeliner Herbert Boldt fotografieren und damit auch die teilweise verblassten historischen Schriftzüge dokumentieren. Ein Rabbi wird uns dann die Form der hebräischen Buchstaben bestätigen, damit wir sie genau nachziehen können“.

Die Grabsteine bestehen offensichtlich aus witterungsfestem quarzgebundenen Sandstein und Kalkstein. Ein paar besondere „Aufsätze“ (siehe kleines Foto) werden wieder mit den Hauptsteinen verbunden, sie waren jetzt aus Sicherheitsgründen abgetrennt worden.

„Das muss ja erhalten werden“, befürwortet Lubetzki-Mitarbeiter Thomas Klemm die anstehenden Restaurierungsarbeiten auf dem in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegten Friedhof. Der in der Schliemannstadt aufgewachsene Mann und gelernte Maurer kennt den Zustand des Terrains noch zu DDR-Zeiten – vom eigenen Augenschein her. „Es wäre schön, wenn wir auch noch Fotos aus der Vergangenheit der ganzen Anlage hätten“, wirft Oliver Lubetzki ein.

Ein Nachbar des Friedhofs an der Wismarschen Straße erinnert sich in einem Gespräch mit der OZ daran, dass sich der Neubukower Fritz Nußbaum in den 1960er, 1970er Jahren sehr um die ganze Anlage gekümmert hätte: „Er hat den Rasen gemäht und brachte hier Kultur rein“. Auf Nachfrage bestätigt das die Neubukowerin Brunhild Nußbaum: „Meine Schwiegereltern haben da viel gemacht, aber wir haben dazu keine Unterlagen. Er hat damals da oben gemeinsam mit seiner Frau Herta viel Zeit investiert“.

Neubukows Stadtchronist Walter Haak soll der Gartennachbar von Fritz Nußbaum gewesen sein und auch „ganz viele Unterlagen“ vom einstigen Kaufmann Fritz Nußbaum erhalten haben.

Thomas Hoppe

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