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Bad Doberan Hunde am Strand – Pro und Contra
Mecklenburg Bad Doberan Hunde am Strand – Pro und Contra
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00:07 05.05.2018
In Kühlungsborn gibt es insgesamt 28 Strandbereiche. Drei dieser Abschnitte erlauben Vierbeiner. Quelle: Fotos: Dana Frohbös (3), Sabine Hügelland (1)

Bei kaum einem anderen Thema gehen die Meinungen so stark auseinander wie bei der Frage, ob der Vierbeiner an den Sandstrand gehört. Dies hat nun auch der Touristik Service Kühlungsborn bemerkt. In einer repräsentativen Urlauberbefragung hatten zehn Prozent der Befragten Kommentare zum Thema Hund auf den Fragebögen hinterlassen – positive wie negative.

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Beim jüngsten Gästemonitoring gab es viele Äußerungen zum Thema Hund. Die TSK will sich des Themas nun annehmen.

„Das Gästemonitoring 2017 ist insgesamt ein sehr gutes Zeugnis für uns“, sagt Ulrich Langer, Geschäftsführer der Touristik Service Kühlungsborn (TSK). Die Gäste fühlten sich wohl, wollen wiederkommen und empfehlen Kühlungsborn als Urlaubsort weiter. Dennoch: „Für uns ist das kein Ruhekissen“, sagt der Touristiker.

Was er damit auch meint, ist das Thema Hunde am Strand – ein Aufregerthema sei es aber nicht. Viele Urlauber betonten in der Befragung die guten Möglichkeiten für den Urlaub mit Vierbeinern. „Als Hundebesitzer sind wir froh, dass mittlerweile so viele Hotels auch Zimmer mit Hund anbieten“, schreibt etwa ein Befragter. Andere – und das ist der größere Teil – fühlen sich aber diskriminiert.

Von den insgesamt 28 Strandabschnitten in Kühlungsborn sind drei für Hunde zugänglich: Abschnitt 1, 14 und 26. Für viele Hundefans ist dies eindeutig zu wenig. Zudem bemängeln einige die Qualität der einzelnen Abschnitte. So sei der Abschnitt 1 beispielsweise viel zu steinig, wodurch die Hunde schlecht laufen können. Der zentrale Abschnitt 14 sei mit etwa 50 Metern viel zu kurz, zudem in der Hauptsaison völlig überlaufen. Genauso der Abschnitt Nummer 26. Viele empfinden die Abschnitte auch als zu weit ab vom Schuss.

So geht es auch Helga und Rainer Aufenvenne. Die beiden Rentner aus Dülmen bei Münster sind das erste Mal zu Gast in Kühlungsborn. „Die Abschnitte für die Hunde könnten ein bisschen länger sein“, sagt die 76-Jährige und ergänzt, dass sie zwar nur einen kleinen Dackel hätten, größere Hunde sich aber auch mal austoben wollen. „Da Hunde ja nicht überall erlaubt sind, gehe ich oft allein am Strand entlang, während mein Mann mit unserem Dackel oben auf der Promenade spaziert.“ Wohl fühlen sich die beiden trotzdem. „Wir empfehlen Kühlungsborn auf jeden Fall weiter“, sagt Helga Aufenvenne.

Andere Urlauber bemängeln auch, dass die Strandzeiten für Hunde zu stark eingeschränkt sind. So dürfen sie beispielsweise gewisse Abschnitte erst ab Oktober nutzen. Frei nach dem Motto „nur Übertreibung macht das Problem deutlich“, äußert ein anderer Urlauber, dass es inzwischen mehr Hunde als Möwen gäbe.

Ulrich Langer freut sich, dass die Urlauber so klar ihre Meinung ausdrücken. „Für uns ist das konstruktive Kritik – keine Nörgelei“, sagt der TSK-Chef. 2526 Urlauber hatten im vergangenen Jahr an der Befragung teilgenommen, im Jahr davor waren es noch 1081. Bei mehr als 70 Prozent der Gäste handelt es sich um Stammgäste; sie waren bereits mehr als dreimal in Kühlungsborn.

So auch Thomas Hübner. Der 34-Jährige macht zurzeit mit seiner Familie Urlaub an der Ostsee. „Die Hunde sollen sich natürlich austoben können, aber meine beiden Kinder wollen auch unbeschwert im Sand buddeln“, sagt Hübner. Der Familienvater wünscht sich, dass alle Hundehalter ganz genau auf die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner achten und sie auch vollständig entfernen.

Für Touristiker Ulrich Langer ist klar, dass jeder Gast einen erholsamen Urlaub bekommen soll – „egal, ob er mit Rollstuhl, Fahrrad oder Hund anreist“. Und um den Hundebesitzern diesen erholsamen Urlaub auch gewähren zu können, will er sich des Themas annehmen. „Bei 400000 Urlaubern jährlich sind wir ja in der Fürsorgepflicht, aber dafür brauchen wir erst einmal konkrete Zahlen“, sagt er und ergänzt, dass er nicht beurteilen kann, ob die Abschnitte aktuell zu klein sind. „Wenn dann bei der Erhebung der Zahlen aber herauskommt, dass jeder vierte Urlauber mit Hund anreist, ist es natürlich logisch, dass drei Hundeabschnitte nicht ausreichen“, sagt Langer. Er selbst weiß, dass es nicht angenehm ist, mit dem Hund durch die Massen zu spazieren – weder für den Vier- noch für den Zweibeiner. Das kann Langer als ehemaliger Neufundländer-Halter gut beurteilen. Daher wäre eine Vergrößerung der Hundestrände schon denkbar. Ebenfalls vorstellbar sei eine extra ausgewiesene Hundewiese im Strandbereich, auf der die Fellnasen sich so richtig austoben können.

Dennoch appelliert der Touristiker auch an die Hundehalter. „Der Hundeurlauber kann natürlich nicht darauf beharren, direkt vor seinem Hotel einen Hundestrand zu haben“. Geduld und gegenseitiger Respekt seien wichtig. „Wir wollen hier keine bestimmte Gästeklientel aufs Podest heben“, sagt Langer, „niemand soll zu Lasten anderer bevorzugt werden“.

Ausweichstrände für Hundebesitzer rund um Kühlungsborn

Neben den drei Hundestränden in der Stadt selbst gibt es noch weitere in der näheren Umgebung. Der Hundestrand in Börgerende ist nicht zu verfehlen – er liegt am ehemaligen Wachturm der DDRGrenzsicherung. Das Wasser ist hier nicht besonders tief. Der 800 Meter lange Hundestrand Nienhagen erstreckt sich westlich bis nach Börgerende. Er ist steinig, dafür gibt es aber Hundetoiletten. In Rerik gibt es zwei Hundestrände. Der erste befindet sich von der Seebrücke aus in Richtung der Halbinsel Wustrow. Der zweite ist besondern ruhig gelegen und befindet sich in Richtung Mescheindorf.

Dana Frohbös

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