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Bad Doberan Hunderte tanzen beim Bubble Beat
Mecklenburg Bad Doberan Hunderte tanzen beim Bubble Beat
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12:16 27.08.2018
An der „Main-Station“ heizt einer der Star-DJs ein. Auch Ferris Hilton von „Deichkind“ und Richard Judge legen auf. Quelle: Thomas Hoppe
Bad Doberan

„Das ist ein kleines, sympathisches Festival, die Stimmung ist gut – hier steckt Herzblut drinne. Wir fahren gern die zweieinhalb Stunden hierher“, sagt der 29-jährige David Wasselowski aus Parchim. Er sitzt mit seinen Kumpels unter einem Zeltdach an der Galopprennbahn und spricht über „Bubble Beat“ – das Techno-, Partystyle- und Goa-Musikfest, das hier die beiden Nächte am Freitag und am Samstag über die Bühnen geht. „Die Stimmung ist mega, der Regen stört nicht“, wirft der Rostocker Fiete Schultz dazu ein und nennt „Bubble Beat“„ein geiles Festival, wo viele Leute da sind, die man kennt“. Fabienne Herrmann, eine 17-jährige Sassnitzerin, stört hier das Wetter dagegen schon, wie sie betont, aber ansonsten finde sie „Bubble Beat“ gut, sie erlebt es das erste Mal. „Das Feeling mit den Seifenblasen hat man hier auch schon gehabt“, gibt David noch zum Besten – immerhin geben diese bunten Luftbällchen dem Festival ja den Namen.

Am Freitag und Sonnabend fand das Bubble Beat auf der Rennbahn in Bad Doberan statt. „Das ist ein kleines sympathisches Festival“, sagt David Wasselowski und ist mit dieser Meinung nicht allein.

Aktionsbündnis äußert Kritik

Noch zwischen ein paar Regentropfen tanzen am Nachmittag zu tiefen Bässen aus ihrem Auto der Parkentiner Wilhelm Clauser (18) und sein Bad Doberaner Kumpel Paul Michel (19). Beide wünschen sich noch mehr Leute zur Fete, sind aber froh, dass es dieses Event hier gibt: „Sonst ist doch hier, außer vielleicht das Pferderennen, nichts los. Zappa ist nicht meine Musik“, sagt der Münsterstädter und findet auch die Lautstärke „in Ordnung“: „Das hört man bestimmt bis Doberan, aber das ist doch so nur einmal im Jahr“. Eine Reaktion darauf liegt da schon in der Redaktion auf dem Tisch: „In der Nacht vom Freitag zum Samstag wurden im Zentrum von Bad Doberan um 23 Uhr Werte von 60 bis 64 Dezibel gemessen die dazu führten, die Polizei zu verständigen und sogar zum Abbruch der Veranstaltung aufzufordern“, teilt darin Harry Klink vom „Aktionsbündnis gegen den Lärm in der Stadt“ unter anderem mit.

Auf dem Weg zum Veranstalter Bastian Thielk tanzen ein paar Kühlungsborner ausgelassen einen Sirtaki: „Uns geht es ums Feiern“, sagt Philipp Richter (18). Mittänzer Enno Blaczyk (20) meint: „Das ist hier das optimale Fest, um den Sommer noch mal ausklingen zu lassen. Sommer in Kühlungsborn ist ohne Ende geil und wenn man merkt, das Wetter wird blöd, kommst du hierher und es gibt ein Festival“. Als der Regen begann hatten sich die Männer spontan einen Pavillon gekauft und die Camping-Nachbarn zum Klönen eingeladen: „So findet man zusammen“, heißt es in der Runde.

Veranstalter regelte nach Lärmbeschwerden nach

Bastian Thielk ärgert der Regen schon: „Solches Wetter hatten wir ja im vergangenen Jahr schon. Am Freitag waren 800 Gäste hier, wir hatten uns natürlich mehr erhofft, aber eben das kalte und regnerische Wetter...“ Aber die Veranstalter wollen sich immer wieder aufraffen. Bastian Thielk: „Das ist ja unser Job! Wir sind doch Veranstalter – heißen ja „Sharks Club & Event“ – und dann macht man halt Veranstaltungen. Wir machen was in der Region für die Region, in Wittenbeck das Dorffest, in Biendorf komplett das Dorffest und auf der Rennbahn wollen wir halt was Größeres machen, weil wir die Acts, die hierher kommen, nicht in den Club einladen könnten.“„Wir machen und dann wird einem das Leben noch schwerer gemacht“, reagiert der 41-Jährige schließlich auf den Vorwurf von Harry Klink und ein paar Bad Doberanern, dass „Bubble Beat“ gegen den „Erlaß des Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Umwelt vom 3. Juli 1998 – VIII 520 – 5724.0.06“ verstoßen würde. Er sagt:„Es wurde nahe der Polizei gemessen, dann haben wir etwas nachgeregelt, bis alles gut war. Man darf ja so ein bisschen Bumbum, bis 55 Dezibel – Musik ist nun mal zu hören“. Tini aus Rostock (27) ist seit drei Jahren bei vielen Goa-Festivals in Deutschland dabei und bedauert dagegen, dass „Bubble Beat“ „schon um 3 Uhr“ zu Ende sein wird: „Ich möchte durchmachen. Für mich sind solche Wochenenden wie eine Woche Urlaub, also abschalten und nicht auf die Uhr gucken müssen .“Da hat die Musik den Regen schon längst besiegt.

Thomas Hoppe

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