Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan „Ich kann im Sinne der Mieter denken“
Mecklenburg Bad Doberan „Ich kann im Sinne der Mieter denken“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:03 12.05.2018
Rita Kaiser ist seit 1968 Mieterin im Panzower Weg. Die 75-Jährige freut sich über die frisch renovierten Fassaden.
Neubukow

„Ich bin zufrieden als Mieterin, das muss ich sagen“, betont Rita Kaiser. Die 75-Jährige lebt seit 1968 in ihrer Wohnung im Panzower Weg von Neubukow – „Erstbezug!“ – und freut sich jetzt über die neu gestaltete Fassade ihres Hauses. „Unser Block ist erst von vorn gemacht, an den Giebelseiten und hinten soll aber auch bald etwas passieren“, hat sie von der zuständigen Wohnungsverwaltung erfahren. Dann fragt sie die OZ: „Wie heißt überhaupt unser neuer Geschäftsführer von der Verwaltung? Von wo kommt der junge Mann? Gesehen habe ich ihn schon, er soll ja hier wohnen, sagt man“.

Seit April führt André Geisendorf die Geschäfte von Wohnungsverwaltung und Stadtwerken allein

Das stimmt. Der Nachfolger von Joachim Mett als Geschäftsführer der Neubukower Wohnungsverwaltung und der Stadtwerke ist auch Mieter in der Schliemann-

stadt. Er heißt André Geisendorf und wurde vor nunmehr 49 Jahren in Wittstock geboren. „Ich bin aber in Rostock aufgewachsen und dort zur Schule gegangen“, betont der heutige Wahl-Neubukower, der 1990 seiner Liebe, die in Wittstock als Grundschullehrerin eingesetzt wurde, gefolgt war. Im Brandenburgischen arbeitete der gelernte Elektromonteur beim damaligen „Energiekombinat Mitte“, dann bei der Mewag, aus der die Edis entstand. Neben seiner Arbeit hat der sportliche Mann noch eine Netzmeisterausbildung und ein Ingenieur-Fernstudium absolviert: „Das ist eigentlich nur möglich, wenn man eine starke Frau an der Seite hat“.

Bis 2017 war André Geisendorf schließlich bei den Pritzwalker Stadtwerken beschäftigt: Zunächst als Leiter Stromversorgung, vier Jahre später als Netzbetriebsleiter. Seine Verantwortung erstreckte sich damit von der Stromversorgung über die Wärme- und Gasversorgung, die Erdgastankstelle bis hin zur Straßenbeleuchtung. Aber warum dann der Wechsel nach Neubukow? „Na, ganz einfach: Ich hänge an Mecklenburg. Wenn wir über die A 19 die Landesgrenze passierten, habe ich zu meinen beiden Kindern immer gesagt: ,Hier sind die Wiesen grüner, die Luft ist schöner, das ist hier einfach alles besser’. Sie entschieden sich dann ja auch für Rostock als Studienort. Und meine Frau ist eine gebürtige Mecklenburgerin – aus der Ecke Grevesmühlen. Bei uns war immer im Gespräch, dass wir zu unseren Wurzeln zurückkehren könnten, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Ich wohne nun schon seit Anfang des Jahres in Neubukow. Die Gegend ist genial, die Stadt liegt ziemlich zentral zwischen Rostock, dem Haff und der Ostsee sowie Wismar. Für mich ist die Wohnung hier auch deshalb gut, weil ich in die Wärmeversorgungsbereitschaft integriert bin.“ Darin, dass er Mieter in der eigenen Gesellschaft ist, sieht André Geisendorf einen besonderen Vorteil: „Ich habe die Regularien hier alle durchlaufen, kenne aber auch andere Welten, insbesondere durch meine Kinder. Ich kann also durchaus im Sinne des Mieters denken“. Das hört sich nach Veränderungen an. „Ich habe da meine Vorstellungen, hole mir aber immer die alte Welt ab. Lass mir erklären, warum und weshalb etwas ist.

Dann wird zusammen besprochen, wo es hingehen soll. Letztlich muss die Mannschaft ja davon auch überzeugt sein, sie wird es leben“, erklärt der Geschäftsführer und betont: „Unsere Mieter können auf alle Fälle erwarten, dass die Mannschaft und ich hier weiter für preisstabile Mieten eintreten.“

Zur Mannschaft gehören drei Frauen in der Wohnungsverwaltung, ein Hausmeister und zwei geringfügig Beschäftigte, die den Hauswart unterstützen.

Zu den unmittelbar anstehenden Aufgaben für dieses Team zählt André Geisendorf die üblichen Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten, auch die weitere Farbgestaltung der Gebäude. Dazu erläutert er:

„Über die Jahre kann man feststellen, dass man mit gleichbleibendem Budget eigentlich immer weniger Leistungen einkaufen kann. Die Handwerker können sich vor lauter Arbeit auch nicht mehr retten“.

Trotzdem sollen die Mieten erträglich bleiben. Eine Tatsache, die zum Beispiel Daniela Obst „super“ findet. Die junge Frau ist extra deshalb in den Panzower Weg gezogen – im November 2017 –, wie sie der OZ sagt.

Seit dem 1. April führt André Geisendorf auch die Stadtwerke und arbeitet hier mit daran, dass künftig Einnahmen generiert werden können. Dazu gehöre die Erhöhung des Einsatzes von regenerativen Quellen – wie Biogas, Sonnenenergie und Windkraft: „Auch Fördermöglichkeiten müssen geprüft werden. Das ist alles in Arbeit.“

Thomas Hoppe

Im Kunsthof der Münsterstadt findet ab Freitag, dem 18. Mai, eine Sonderausstellung statt.

12.05.2018

Im neuen Vereinsheim steckt schon jetzt viel Eigenleistung / Einweihung für Sommer geplant

12.05.2018
Rostock Markgrafenheide - Ratschläge für Radler

Touristeninfo in Markgrafenheide ist wieder geöffnet

12.05.2018
Anzeige