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Bad Doberan Immer mehr Pflegefälle: Wartelisten in den Heimen
Mecklenburg Bad Doberan Immer mehr Pflegefälle: Wartelisten in den Heimen
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00:00 16.03.2013
Andreas Kohrt (l.) und Angela Ziehm (M.) sind beide im 3. Lehrjahr der Umschulung zum Altenpfleger. Im Johanneshaus kümmern sie sich liebevoll um Marianne Röner (91), Eckard Pelowski (77) und Reinhard Galluhn (56). Quelle: Renate Peter
Bad Doberan

Auf 1000 Einwohner gab es im Landkreis Rostock 2011 42 Pflegegeldempfänger. Damit liegt unsere Region landesweit über dem Durchschnitt. Denn: Im Jahre 2011 waren im Landkreis 9065 Frauen und Männer pflegebedürftig. Angewiesen auf die Hilfe ihrer Angehörigen, auf ambulante Pflegedienste oder Heime. Und der Bedarf nimmt zu.

„Es wird noch mehr werden“, sagt Stephan Hüppler, Geschäftsführer des Dr.-Karl-Theodor-Maaß-Hauses im Ostseebad Rerik. Die Nachfrage nach Pflegeplätzen steige. In der Reriker Seniorenresidenz sind alle 96 Plätze belegt. Es gäbe bereits eine Warteliste. Auch hat er festgestellt, dass der Grad der Pflegebedürftigkeit steigt. „Der medizinische Fortschritt macht es möglich, die Menschen länger am Leben zu halten“, sagt Hüppler. Das weiß auch das Team im Awo-Seniorenzentrum am Wedenberg in Kröpelin. Alle 60 Plätze sind voll belegt. „Wir haben große Wartelisten“, erklärt Pflegedienstleiterin Annett Schubert. Die meisten Heimbewohner hätten die Pflegestufe II, sagt sie.

Ähnlich sieht es im Alten- und Pflegeheim der Johannes-Seniorendienste auf dem Bad Doberaner Kammerhof aus. Die 136 Plätze sind belegt. „Zwei bis drei Betten sind zwischendurch mal frei“, sagt Einrichtungsleiter Jochen Arenz. Er weist darauf hin, dass es heute viel mehr Anbieter für die Pflege gibt. „Unser Landkreis ist mit stationären und ambulanten Pflegeplätzen eigentlich gut versorgt“, sagt er. Ein Problem sei aber das Fachpersonal. „Uns fehlen Pflegefachkräfte. Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, so der Leiter des Johanneshauses, das es seit 18 Jahren gibt. In der benachbarten Tagespflege sind die 16 Plätze belegt. „Hier können Menschen gut betreut von morgens bis 16.30 Uhr den Tag verbringen, und ihre Angehörigen brauchen nicht den Beruf aufgeben“, erklärt er.

Rund 73 Prozent aller Pfegebedürftigen wurden laut Statistischem Landesamt im Jahre 2011 zu Hause gepflegt. Davon 48 Prozent von Familienangehörigen, 25 Prozent von Pflegediensten. Die Zahl steigt.

Das spürt auch Katinka Launert, Leiterin des Pflegezentrums An den Salzwiesen in Bad Doberan. 130 Patienten täglich hat ihr Team zu versorgen. Vor 18 Jahren fing sie bei null an, heute ist es schwierig, alle Termine einzutakten. Allein acht Touren vormittags, weitere nachmittags und abends hat das Team der Bad Doberaner Hauspflege um Irmtraud Kords täglich zu absolvieren. Allein in der reinen Pflege seien es 70 bis 80 Patienten, 120 insgesamt, bei denen auch Beratungsgespräche geführt werden, sagt Tochter Carolin, die die Tagespflege „Pflegebienchen“ mit 16 Plätzen am Parkentiner Weg leitet. „Die Plätze sind voll. Zwischen 30 und 40 Klienten kommen, manche nur an bestimmten Tagen“, sagt sie. Die Warteliste steige stetig. Was fehlt, sei das Fachpersonal. Davon kann auch Susanne Schulz ein Lied singen. Die Leiterin der Sozialstation der Volkssolidarität in Bad Doberan sagt: „Das Personal wird weniger, aber die Demenzerkrankungen nehmen zu. Das merken wir.“ Täglich etwa 50 Patienten hat die VS-Sozialstation, die seit 2001 in dieser Struktur besteht, zu betreuen.

Um 70 bis 80 pflegebedürftige Menschen in und um Kröpelin kümmern sich die 13 Mitarbeiter um Ilka Bockholt. „Mit sechs Patienten habe ich am 1. September 1997 angefangen“, erinnert sich die Chefin. „Wir haben heute voll zu tun“, sagt sie. Neben der Pflege sind etliche Beratungen mit Angehörigen zu führen, was es an neuen Gesetzen gibt, wenn die Pflege innerhalb der Familie geregelt wird.

Pflegebedürftige im Land und im Landkreis
67 559 Pflegebedürftige leben derzeit im Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Zahl der Pflegefälle steigt schnell. Vor fünf Jahren gab es nur 57 000 Pflegebedürftige im Land.

42 Pflegegeldempfänger auf 1000 Einwohner leben im Landkreis Rostock. Damit liegt unsere Region landesweit über dem Durchschnitt, und die Zahlen steigen weiter.

73 Prozent aller Pfegebedürftigen werden laut Statistischem Landesamt zu Hause gepflegt. Davon 48 Prozent von Familienangehörigen, 25 Prozent von Pflegediensten.

Renate Peter

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