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Jahr der großen Jubiläen: Ein Jahr des großen Streits?

Bad Doberan Jahr der großen Jubiläen: Ein Jahr des großen Streits?

220 Jahre in Heiligendamm, 200 Jahre Weißer Pavillon, 10 Jahre Grand Hotel — Zwischen den Akteuren der Festwoche im Juni gibt es handfesten Streit.

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OZ-Redakteur Klaus Walter hofft auf Vernunft und friedliches Miteinander bei der Vorbereitung der Festwoche.

Quelle: Frank Söllner

Bad Doberan. Eine große, würdige Feier soll Bad Doberan und sein Seebad Heiligendamm im Sommer für viele Gäste zum Magneten machen: Vom 9. bis 16. Juni will die Stadt die Gründung des ersten deutschen Seebades vor 220 Jahren, die Einweihung des Weißen Pavillons vor 200 Jahren und die Eröffnung des Grand Hotels vor zehn Jahren feiern. Doch nun droht aus der Feierlaune eine böse Streiterei zu werden: Hinter den Kulissen hagelt es Hiebe unter den Akteuren.

Viele Beteiligte haben sich mit viel Elan und vielen Ideen auf Initiative der Stadtverwaltung im Festkomitee zur Vorbereitung der Jubiläumswoche zusammengefunden: Münsterverwaltung, Kirchgemeinde, Hotels, Unternehmen, Kur-Kliniken, Vereine, Musikschule. Insgesamt 26 Institutionen arbeiten zusammen, koordiniert im Auftrag der Stadt von der Touristinformation und ihrer Chefin, Kerstin Morgenroth. Ob die Festwoche aber wirklich noch „ein Kind vieler Mütter und Väter“ werden wird, wie die Tourismuschefin vor wenigen Wochen ankündigte, scheint ungewiss: Die Arbeitsgruppe droht zu zerfallen.

„Wir beantragen, dass Frau Morgenroth jegliche Verantwortung für die Durchführung der Festwoche auf dem Kamp entzogen wird und die Planungsgruppe Ott/Beuter damit alleinig beauftragt wird“, schreibt der Betreiber des FriedrichFranz-Palais, Dr. Heinz-Jürgen Beuter per Email an den Tourismusausschuss der Stadtvertretung. Beuter wirft der Tourismuschefin unter anderem „selbstherrliche Darstellung“

und ein „völlig unübersichtliches Programmschema“ vor. Am Ende kündigt Beuter sogar seinen Ausstieg aus dem Festkomitee an.

Die Beklagte versucht die Wogen zu glätten. „Dr. Beuter hat wirklich sehr gute Arbeit geleistet und ein umfangreiches Programm mit Veranstaltungen auf dem Kamp auf die Beine gestellt“, lobt sie. Dass dies noch nicht komplett im Schema der Gesamtveranstaltung eingearbeitet sei, liege einzig in der Natur der Sache: „An der Festwoche sind sehr viel mehr Akteure beteiligt, und das Programm wächst Stück für Stück, bis es komplett ist.“ Das brauche Zeit angesichts der vielen Beteiligten.

Andere Mitglieder der Arbeitsgruppe vermuten, dass der Grund, der den Hotelier Beuter auf die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung so sauer macht, ganz woanders liegt. Die Stadt sei der Bitte Beuters, die Geschwindigkeitsbegrenzung vor seinem Hotel zu verschärfen, nicht nachgekommen. Wegen des Straßenlärms, verursacht durch das Kopfsteinpflaster vor dem Hotel, weigerten sich seit Jahren immer wieder Gäste des Hotels, den vollen Zimmerpreis zu zahlen. Tatsächlich aber habe die Stadt keine Handhabe, denn die August-BebelStraße sei noch eine Landesstraße, das Umwidmungs-Verfahren zur kommunalen Straße laufe noch.

Henryk Ott, Betreiber des Weißen Pavillons und Mitglied der von Beuter benannten „Planungsgruppe Ott/Beuter“ ist in Sachen Festwoche dennoch guten Mutes: „Ich denke, wir kriegen die Kuh vom Eis.“

Nicht Großes kleinlich zerstören
Viele Projekte, zuletzt die Feier zum 825. Klosterjubiläum, haben gezeigt, dass die Doberaner vieles und großes auf die Beine stellen können, wenn sie — jeder nach seinen Kräften — an einem Strang ziehen. So könnte und sollte es auch zur Festwoche sein.

Es wäre traurig, ja sogar unverzeihlich dumm, das große Fest, das den Namen der Stadt buchstäblich in die Welt hinaus tragen und der Wirtschaft Impulse geben könnte, durch kleinlichen Streit der Akteure im Vorfeld zunichte zu machen.

Klaus Walter

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