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Bad Doberan Jochen Arenz: „Stehe für direktes Handeln“
Mecklenburg Bad Doberan Jochen Arenz: „Stehe für direktes Handeln“
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10:00 15.09.2018
Jochen Arenz tritt bei der Bürgermeisterwahl am 21. Oktober als Kandidat an. Quelle: Werner Lutz
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Bad Doberan

„Bezahlbare Wohnungen und Radwege bauen, Politik und Verwaltung transparenter machen, eine noch grünerere Stadt – das wollen wir doch alle. Die Einwohner erwarten aber vom Bürgermeister, dass er ganz konkret sagt, wie, wann und wo das geschieht. Dass er direkt handelt. Das werde ich tun, wenn ich die Wahl gewinne“, sagt Jochen Arenz.

Der Bürgermeisterkandidat hat deshalb seit Jahresbeginn großflächig Meinungsforschung betrieben. In viele Briefkästen der ganz unterschiedlichen Stadtteile Fragebögen eingeworfen, die Bürger gebeten, ihm zu schreiben, wo der Schuh drückt. „Der Rücklauf hält bis heute an. Die E-Mails stapeln sich“, so Arenz.

Auf Buchenberg fehlt Einkaufsmöglichkeit

Die Einwohner in den neuen Wohngebieten wünschen sich einen sicheren, lückenlosen Radweg bis zum Einkaufszentrum an der B105. Auf dem Kammerhof wird über wilde Müllhaufen geklagt, die Thünenstraße muss endlich saniert werden. Schwerpunkt auf dem Buchenberg: „Da müssen endlich wieder eine Einkaufsmöglichkeit und mehr Parkplätze geschaffen werden.“ Innenstadt: „Sie sollte zum Erlebnis- und Wohlfühlort werden. Im Interesse unserer Bürger, aber auch der Touristen wegen, von denen viele Doberaner leben“, so Arenz.

„In meinem Wahlprogramm gehe ich detailliert auf ganz unterschiedliche Anliegen der Bürger ein. Von denen ich auch in vielen persönlichen Gesprächen erfahren habe. Diese Anliegen will ich umsetzen und dann am Ergebnis gemessen werden“, so Arenz.

Parkplätze für Fahrräder

In Klein-Klein will er sich dabei aber nicht verlieren. „Der durchgehende Radweg von den neuen Wohngebieten zum EKZ ist eine konkrete, dringende Sache, die schnell erledigt werden muss. Aber ich sehe das im größeren Zusammenhang“, sagt er. Nennt als weitere wichtige Vorhaben E-Ladestationen auf dem Kamp und auf dem Markt. Und Parkplätze für Räder. Schlägt den Bogen zu einem weiteren Themenfeld, das damit im Zusammenhang steht. „Unsere Touristen sind meistens Tagesgäste, sehr geschichts- und kulturinteressiert. Immer mehr sind mit hochwertigen Fahrrädern unterwegs.“

Zwei Mal im Jahr Ortsteilversammlungen

Arenz will, „dass das Rathaus zu den Bürgern kommt“. Heißt: In jedem Stadtteil will er zwei Mal im Jahr zu Ortsteilversammlungen einladen – „mit allen Amtsleitern des Rathauses“. Da könne dann ganz konkret darüber gesprochen werden, welche Veränderungen notwendig sind und ob das machbar wäre. Und ganz frühe Bürgerbeteiligung bei Bauvorhaben ist ihm wichtig. „Bisher läuft es doch so: Wir beauftragen ein Planungsbüro, reden in den Ausschüssen darüber und die Vorschläge der Bürger laufen oft ins Leere. Das muss andersherum sein.“ Ein nicht eben rühmliches Beispiel einer Planung vorbei an den Bürgern sei die Neugestaltung des Kleinen Kamps. „Der hätte wirklich viel hübscher werden können.“

„Man muss in der Politik auch mal den Mut – auch die Unverfrorenheit haben – Dinge anzupacken, die vielleicht unerreichbar oder sogar verrückt erscheinen“, sagt er und nennt ein Beispiel, „auf das ich besonders stolz bin“. Arenz gehört zu den ganz frühen Initiatoren der inzwischen landesweiten Aktion von Kommunen zur Abschaffung der vom Land vorgeschriebenen Erhebung von Straßenausbaubeiträgen von den Anliegern. „Das wird von den Bürgern, die Steuern und Abgaben zahlen, immer mehr als ungerecht empfunden. Und ist in vielen Einzelfällen wirklich ein harter finanzieller Einschnitt. Ich bin optimistisch: Das kippen wir.“„Das Dringende sofort anpacken, aber auch am scheinbar Unerreichbaren nicht verzagen – dafür stehe ich“, sagt Arenz.

Fünf Fragen an Jochen Arenz

Wann hatten Sie zum ersten Mal die Idee, Bürgermeister von Bad Doberan zu werden?

Das war Mitte des vergangenen Jahres. Ich habe schon einiges in Doberan auf den Weg gebracht. Als Bürgermeister, so denke ich, habe ich dafür noch mehr Möglichkeiten.Was macht das Bürgermeisteramt für Sie so besonders?

Das gibt es wirklich nur einmal in der Stadt. Heißt: Du bist immer eine öffentliche Person und immer im Dienst. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man Bürgermeister werden will. Ich weiß, dass ich das kann.

Worin sehen Sie die Stärken von Bad Doberan?

Ich kennen kaum einen Doberaner, der nicht im Ehrenamt tätig ist. Das zeigt, wie sehr die Menschen hier zusammenhalten. Und die Stadt hat eine sehr gute Infrastruktur mit ganz kurzen Wegen – von Einkauf bis Arzt.

Was fällt Ihnen zu Schwächen der Stadt ein?

Die Stadt muss sehr viel sauberer werden und in der Außendarstellung – dem Stadtmarketing – gibt es viel Luft nach oben. Und es fehlt an allem, was Radfahrer brauchen: Wir brauchen Radwege, Stellplätze, Ladestationen.

Warum sollte das Foto von Ihnen auf dem Hügel neben dem alten Wasserturm gemacht werden?

Dort – wo die Jugendherberge war – wird ein Café gebaut. Von der Dachterrasse hat man einen weiten Blick über Bad Doberan und sieht, wie grün unsere Stadt ist. Ich will noch mehr Grün.

Zu Person: Jochen Arenz

Jochen Arenz (53) leitet seit 17 Jahren das Johanniter-Pflegeheim mit 136 Bewohnern und 100 Angestellten in Bad Doberan. „Das sind doppelt so viele Mitarbeiter wie im Rathaus. Leitungserfahrung habe ich schon“, sagt er. Arenz ist Diplomsozialarbeiter und hat eine Zusatzausbildung als Fall-Manager gemacht.

Stadtvertreter ist er seit 14 Jahren – partei- und fraktionslos. „Aus allen meinen Vorlagen der vergangenen zwei Jahre wurden in der Stadtvertretung Beschlüsse. Darauf bin ich stolz“, sagt er.

Seine Freizeit verbringt Jochen Arenz am liebsten mit den Doberaner Vereinen. „Feuerwehr, die Hand- und Fußballer, der Karnevalsverein, die Senioren – ich bin am liebsten dort mittendrin, wo sich die Doberaner treffen. Daran habe ich Spaß.“ Außerdem ist er gern mit dem Rennrad unterwegs.

Jochen Arenz kam vor 17 Jahren aus Düsseldorf nach Doberan.

Werner Lutz

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