Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Junge Landwirtin in Radegast – geschäftstüchtig und beliebt
Mecklenburg Bad Doberan Junge Landwirtin in Radegast – geschäftstüchtig und beliebt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 17.04.2018
Landwirtin Linda Blanck (Mitte) mit ihren Fachleuten Martin Kielmann (l.) und Kai Aude. Quelle: Fotos: Dietrich Grunzig
Radegast

Landwirtin Linda Blanck, Chefin auf dem Gutshof in Radegast, hat in diesem Frühjahr ihre motorisierten „Rösser“ erst sehr spät anspannen können. „Viel zu nass war der Acker für Traktor und Drillmaschine“, sagt die 36-Jährige und hofft, dass trotz Zeitverlusts die Saat einigermaßen aufgeht und gedeiht. „Ein mageres Jahr wird es sonst für die Landwirtschaft wohl werden“, argwöhnt sie. Zusätzlich warten noch Flächen auf Bestellung, die im Herbst durch das viele Nass regelrecht vermoddert waren und auf denen das Wintergetreide deshalb nicht ausgesät werden konnte.

Neben der Frühjahrsbestellung stehe noch gutes Korn aus der Ernte des Vorjahres zum Verkauf, getrocknet eingelagert und auf 17 Grad gegen Käferbefall herunter gekühlt, erläutert die Landwirtin. Es sei Bauern-Weisheit und eine wichtige Frage des Preises, das Korn nicht gleich nach dem Drusch zu verkaufen.

Linda Blanck hat das 650 Hektar große Gut nach Bachelor- und Master-Abschlüssen an der Universität Hohenheim (Stuttgart) vor drei Jahren von ihren Eltern übernommen, die in den Ruhestand gingen und so ihr Lebenswerk weitergaben. Die Agrarwissenschaftlerin bewirtschaftet nun mit Besonnenheit und nach neuesten Erkenntnissen den gut aufgestellten Betrieb. An ihrer Seite arbeiten der gelernte Landwirt Martin Kielmann (27) und Kai Aude (25), ausgebildeter Schlosser. Beide stammen aus benachbarten Orten und sind mit dörflicher Betriebsamkeit vertraut. „In der Erntezeit kommen Studenten und zusätzlich in Lohnarbeit weitere Helfer dazu“, erläutert die junge Bäuerin. Im Zuge ihres Studiums hat sie Erfahrungen auch auf Farmen in Afrika und Australien gesammelt. Lagerwirtschaft erlernte sie in anderthalb jähriger Arbeit bei der Getreide AG in Güstrow.

„Eigentlich wollte ich nach dem Abi und einer Lehre als Tierarzthelferin in der Rostocker Uni-Klinik Rinderdoktor werden“, erzählt Linda Blanck. „Aber daran hinderte mich der Numerus Clausus mit einer langen Warteliste – und damit verbunden der Verlust kostbarer Zeit. So habe sie sich für den Ackerbau in der Landwirtschaft entschlossen und betreibe Tierhaltung als Hobby: „Einen Hund und eine Katze habe ich schon – und mit meinem Mann Niklas zusammen zwei Pferde“, scherzt sie. „Unser größter Schatz ist natürlich unser kleiner Sohn, der vor 18 Monaten geboren wurde.“

Spannend finde sie immer wieder, wenn große Transporter anrückten, beladen und gewogen würden und dann zum Getreidehafen nach Rostock abrauschten, wo das Korn auf ein Schiff umgeschlagen werde, sagt Linda Blanck. Anteil an dieser Arbeit zeigen auch die Nachbarn, die solche interessanten Abläufe aus früheren Zeiten aus dem volkseigenen Gut im Dorf kennen. „Ich freue mich darüber, weil es mir die Bestätigung gibt, zum Dorf zu gehören“, sagt die geschäftstüchtige und beliebte Radegaster Landwirtin.

„Wir alle freuen uns mit ihr, wenn eine gute Ernte eingefahren wird“, unterstreicht Brigitte Schlichtenberg vom dörflichen Förderverein, die in diesem Ehrengremium auch mit Linda Blanck und ihrem Ehemann als aktiven Mitgliedern zusammenarbeitet.

„Der Verein fasst alle Kräfte im Ort zusammen, die fröhliche Dorffeste mit Musik und Tanz ausstatten können, Festumzüge veranstalten oder zusammen mit der Feuerwehr Sportübungen auf die Beine stellen“, erläutert Brigitte Schlichtenberg. „Und immer dabei sind trotz ihrer vielen Arbeit die Eheleute Blanck – festlich eindrucksvoll war etwa deren Lichterfest in der Adventszeit und der Spaß mit den Dorfkindern, die nach Herzenslust im Pferdestall im Heu toben konnten.“

Dietrich Grunzig

Mehr zum Thema

Das kleine Mädchen (3) aus Sassnitz wurde gehörlos geboren. Ein Implantat im Stammhirn ermöglicht es ihr, akustische Reize wahrzunehmen.

18.04.2018

Im Interview plädiert Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dafür, die Diskussion um den Ausbau der Ostsee-Pipeline nach Russland nicht unnötig anzuheizen. Bis zum Sommer soll der Bund zudem definitiv entschieden haben, ob die Darßbahn gebaut wird.

23.04.2018

Regierungs- chefin Manuela Schwesig (SPD) zeigt im Vorpommern- Interview mit der OZ Sympathie für Darßbahn und Nord Stream.

23.04.2018

Kunsthalle Kühlungsborn bereitet die 8. Piano-Tage vor

21.04.2018

Bargeshagen prüft Bau eines Sportlerheims

17.04.2018

2:1 gegen Rerik: Bargeshäger seit sechs Spielen unbesiegt

17.04.2018