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Bad Doberan Keine frischen Brötchen mehr fürs Dorf
Mecklenburg Bad Doberan Keine frischen Brötchen mehr fürs Dorf
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15:56 27.09.2018
Nach zehn Jahren macht die Filiale der Bäckerei Felsky in Wittenbeck dicht. Quelle: Lutz Werner
Wittenbeck

Der Bäcker-Laden in Wittenbecks Kühlungsborner Straße wird am 22. Oktober schließen. Das Bad Doberaner Bäckerei-Unternehmen Felsky gibt den Standort nach zehn Jahren auf. „Die Filiale hat sich übers Jahr einfach nicht gerechnet“, begründet Jens Felsky, der Inhaber des Unternehmens, die Entscheidung. In der Saison von Pfingsten bis in den September hinein, wenn viele Urlauber unterwegs sind, seien die Betriebsergebnisse ganz ordentlich gewesen. Aber die langen Herbst- und Wintermonate, in denen es nur wenige Kunden gegeben habe, hätten schon negativ auf das Betriebsergebnis gedrückt. Das Unternehmen Felsky will jetzt im Lidl-Markt in Kröpelin zum 1. November eine Filiale neu eröffnen. Der Laden dort wird frei.

Viel los im Laden war auch gestern Morgen gegen 8.30 Uhr nicht. Innerhalb von 20 Minuten kam nur eine Kundin aus der Nachbarschaft vorbei. Die Verkäuferin wollte sich zur bevorstehenden Schließung und darüber, wie der Laden denn so laufe, nicht äußern. „Da fragen Sie besser den Chef.“

Bäckerei auf dem Dorf – schwierig

„Eine Bäckerei in einem Dorf wie Wittenbeck zu betreiben, ist schon schwierig. Die meisten Leute pendeln zur Arbeit aus – nach Rostock, Bad Doberan, Kühlungsborn oder anderswo hin. Aber die Situation ist immer die gleiche. Am Weg liegen große Märkte mit Bäckerei-Geschäften, fast immer auch mit eigenen Backstrecken. Die Leute kaufen dort ein – auch Brot, Brötchen und anderes aus dem Bäcker-Sortiment. Das haben wir schon gespürt“, sagt Bäcker Felsky.

Im Dorf wird die bevorstehende Schließung des Bäckerei-Geschäfts allgemein bedauert. Jonas Schoknecht betreibt gleich nebenan den Angelturm, ein angesagtes Angel-Fachgeschäft. „Meine Kunden, die sich bei mir vor allem mit Ködern und Kleinigkeiten versehen, bevor sie zur Ostsee fahren, haben dort schon gern noch schnell eine Bockwurst oder ein Stück Kuchen gegessen und einen Kaffee getrunken, bevor sie wieder abfuhren. Schade, dass das nun bald vorbei sein wird“, sagt er.

Jonas Schoknecht betreibt den Angelladen nebenan. „Schade, dass die Bäckerei schließt“, sagt er. Quelle: Lutz Werner

So sieht das auch Bürgermeister Dirk Stübs. „Wir waren vor zehn Jahren sehr froh darüber, dass sich Bäcker Felsky entschlossen hatte, hier ein Geschäft zu eröffnen. Dabei ging es natürlich in erster Linie um die Versorgung mit frischen, hochwertigen Backwaren. Aber der Laden war auch ein Ort, in dem sich die Leute beim Einkaufen getroffen haben und einen Schnack machten“, sagt er. „Da sollte schon wieder etwas Ähnliches einziehen“, so Stübs.

Tante Emma-Laden wäre gut

Um die Neuvermietung des Ladens will sich sein Stellvertreter André Hagedorn kümmern. Der Bauunternehmer, er ist der Vermieter, hat seinen Firmensitz im Nachbargebäude. „Optimal wäre ein Tante-Emma-Laden mit einem Lebensmittel-Grundsortiment, Kleinigkeiten für den Haushalt und vielleicht auch Zeitschriften“, sagt Hagedorn. Weiß aber auch: „Leute zu finden, die den Wunsch und den Mut haben, auf dem Dorf so einen Laden zu betreiben, sind nicht so einfach zu finden.“

André Hagedorn will sich um die Neuvermietung des Ladens kümmern. „Ein Tante-Emma-Laden wäre gut“, sagt er. Quelle: Lutz Werner

Immerhin: Einige Beispiele gibt es doch. In Nienhagen funktioniert so etwas ganz gut –allerdings in Verbindung mit der Post-Agentur. Und in Reddelich, nur ein paar Kilometer entfernt von Wittenbeck, ist die Landbäckerei Harms mit nur einem kleinen Laden seit vielen Jahren gut im Geschäft. „Wir haben viele Stammkunden, die für uns Mundpropaganda machen, und wegen des Brotes bis aus Rostock oder Wismar kommen. Auch das Geschäft mit Spanferkeln ist ein zählbaren Größe“, erklärt Bäcker Mario Harms.

Ein Sonderfall ist das Bäckerei-Geschäft in Steffenshagen, dem Nachbardorf von Wittenbeck. Dort hat die Classic & Conditorei Café Röntgen GmbH, die mehrere Geschäfte in Kühlungsborn, Rostock, Berlin und Ahlbeck betreibt, ihre Produktionsstätte. Das Geschäft mit einem kleinen Café in Steffenshagen befindet sich im gleichen Gebäude. „Der Laden ist nur bis vormittags um 11 Uhr geöffnet. Das ist aber mehr ein Service für die Einwohner des Dorfes, in dem wir unsere Produktion haben. Geld wird damit nicht verdient“, erklärt Inhaber Frank Röntgen.

Lutz Werner

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