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Keine Froschwanderung auf der Sommerrodelbahn

Bad Doberan Keine Froschwanderung auf der Sommerrodelbahn

Besucher wollen tote Frösche entlang der Bahn gesehen haben.

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Die Sommerrodelbahn hat alle angetragenen Umweltauflagen erfüllt. Tiere hält das nicht davon ab, die Bahn zu kreuzen.

Quelle: Sabine Hügelland

Bad Doberan. Zehn Zentimeter über dem Boden befindet sich die Sommerrodelbahn in Stülow. Reicht das aus, um Tiere zu schützen?, fragen sich Gäste, die tote Frösche entlang der 750 Meter langen Bahnstrecke gesehen haben wollen. Die OZ schaute sich gestern unangemeldet dort um. „Ich habe alle baulichen und Umweltauflagen erfüllt. Sonst hätte ich gar nicht eröffnen können“, machte der Investoren und Betreiber der Sommerrodebahn Christian Dirkner klar. Er wirkt nicht verärgert, eher verwundert, über die Frage nach einer großen Froschpopulation auf seinem Grundstück.

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Ich habe alle Umweltauflagen erfüllt.“Investor und Betreiber Christian Dirkner

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Die Fahrt mit dem bobähnlichen Schlitten entlang der „Stülower Alpen“ gestaltete sich gestern ohne Sichtung toter oder lebendiger Frösche oder Eidechsen. Auch entlang des Baches und der anliegenden Wiese, dort wo sich üblicherweise gerne Frösche aufhalten, war nicht ein einziger zu sehen. Auch nicht auf den Flächen neben der Bahn. Das Gelände ist noch unbewachsen. Tiere wären da leicht zu erkennen. Bleibt nur zu vermuten, dass feuchtes Wetter der vergangenen Tage mehr Frösche auf die Bahn trieb.

Artenschutzexperte Bernd Thielke sagte dazu: „Große Froschwanderungen sind jetzt nicht zu erwarten. Die finden im Frühjahr statt. Doch Erdkröten buddeln sich ein. Frösche verstecken sich an Steinen.

Da kann immer mal einer die Bahn kreuzen. Auch Umsiedelungen verhindern nicht, dass einzelne Tiere den gewohnten Weg finden.“ Er möchte sich demnächst selbst ein Bild von der Anlage machen und kontrollieren, ob alle Vorgaben eingehalten wurden.

„Immer wieder haben sich die Behörden hier umgesehen. Auch jetzt nach der Eröffnung, kommt das vor. Wenn es da irgendwas gegeben hätte, wie tote Frösche oder Eidechsen, dann wüsste ich das“, so Christian Dirkner. „Ich kontrolliere vor Öffnung immer die Bahn. Und im Bach habe ich bisher nur Fische gesehen“, sagt er.

Im Laufe der Zeit kommen immer mehr Gäste in den Park. Nicht einer von ihnen hat einen Frosch gesehen. „Frösche hier? Nö, das wäre mir doch aufgefallen“, sagte Frank Becker der mit seinem Sohn mehrmals die Strecke fuhr.

Dirkner erhielt vor dem Bau hohe Auflagen von der Naturschutzbehörde. Die Naturschützer meldeten große Bedenken an, weil der geplante Bau in einem schützenswerten Biotop lag. Lange lag Dirkners Projekt aus diesen Gründen auf Eis. Laut der Behörde hatten schützenswerte Eidechsen die ehemalige Mülldeponie erobert.

„Ich habe die Eidechsen aus dem Bereich der Rodelbahn umgesiedelt“, sagt Dirkner. Für die Tiere habe er ein neues Schutzgebiet auf dem Gelände anlegen lassen. Von Fröschen war damals keine Rede. Doch Tiere gehen ihre eigenen Wege. Frösche sind Indikatoren, die sensibel auf Veränderungen in der Umwelt reagieren.

 

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