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Bad Doberan Kita-Kinder forsten Kellerswald auf
Mecklenburg Bad Doberan Kita-Kinder forsten Kellerswald auf
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00:18 30.04.2018
Mit ihren Schaufeln haben die Waldkinder ein Loch gegraben, in das sie die Esskastanie setzen. Quelle: Foto: Anja Levien
Bad Doberan

Mit Schaufeln in der Hand ziehen die 15 Jungen und Mädchen des Waldkindergartens „Nawaki“ in den Kellerswald. Obwohl sie täglich in den Wald gehen, ist gestern ein besonderer Tag gewesen. Der Leiter des Forstamtes Bad Doberan, Hartmut Pencz, und der Revierleiter des Reviers Bad Doberan, Markus Both, sind mit dabei. Zusammen pflanzen sie anlässlich des Tags des Baumes sechs Esskastanien.

Bevor die Löcher in die Erde gegraben werden, erzählt Hartmut Pencz die Geschichte von der Esskastanie, die mehr als 2000 Jahre zurückreicht. „Immer wenn es Hungersnöte gab, war die Esskastanie da.

Aus ihr konnte man Mehl machen, das zwei Jahre hielt“, so der Forstamtsleiter. Die Esskastanien, die gepflanzt werden, sind etwa vier Jahre alt. „Wenn ihr in zehn Jahren wieder herkommt, dann liegen kleine Esskastanien auf dem Boden, die ihr essen könnt.“

Dann geht es los. Mit ihren Schaufeln heben die Kinder ein etwa 40 Zentimeter tiefes Loch aus. Bevor der Baum hineingesetzt wird, werden Laub und Zweige aus diesem entfernt. Dann wird die Erde wieder raufgeschaufelt. „Das ist schwer“, sagt Emil und schippt die nächste Ladung Erde in das Loch. Damit die Rehe die Kastanien nicht abfressen, kommt in den nächsten Tagen um jeden Baum noch ein Zaun, kündigt Markus Both an.

Bis zu 80 000 Bäume pflanze das Forstamt Bad Doberan im Jahr, sagt Hartmut Pencz. Die meisten davon seien Laubbäume, denn laut eines Regierungsbeschlusses werde der Wald im Bereich des Forstamtes Bad Doberan von Nadelholz auf Laubholz umgebaut. „Der Wald wird vielfältiger und naturnäher“, sagt Hartmut Pencz.

Die Kinder des Waldkindergartens gehen täglich in den Wald. Sind mit Matschhose und festem Schuhwerk ausgestattet. „Sie haben viel Spielfreizeit, in der sie klettern oder Rollenspiele spielen“, sagt Erzieherin Claudia Dehn. Dann seien die Kinder mal Ritter, mal Piraten, mal spielen sie Familie. „Es ist wichtig, dass sie viel Zeit zum Spielen haben. Sie sind unheimlich kreativ und haben viel Fantasie.“

In den Wald wird kein Spielzeug mitgenommen. „Da wird ein Stock zu allem.“ Die Kinder würden gerne buddeln und matschen. Vor Kurzem haben die Erzieher mit den Kindern Birkensaft gezapft. Dann würden auch mal Stäbe mit Wolle gebastelt oder Werkzeug aus dem Bauwagen mitgenommen und im Wald geschnitzt.

Den Waldkindergarten „Nawaki“ gibt es seit zwei Jahren. Er ist aus einer Elterninitiative entstanden. Träger ist der Verein Waldkinder Bad Doberan. 15 Kinder können hier betreut werden. Die meiste Zeit wird sich draußen aufgehalten, als Rückzugsort gibt es einen Bauwagen.

Anja Levien

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