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Bad Doberan Kleine Bändchen für mehr Sicherheit im Doberaner Krankenhaus
Mecklenburg Bad Doberan Kleine Bändchen für mehr Sicherheit im Doberaner Krankenhaus
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21:37 16.01.2019
Alles richtig: Pfleger Marcus checkt im Doberaner Krankenhaus das Patienten-Armband von Petra Schwanke. Quelle: Lennart Plottke
Bad Doberan

„Ein bisschen sicherer fühle ich mich schon“, sagt Petra Schwanke und betrachtet das kleine weiße Bändchen an ihrem rechten Handgelenk. „Das ist schon eine gute Sache.“ Einen Tag vor ihrer Gallen-OP ist es noch gar nicht richtig zum Einsatz gekommen – das neue Patienten-Armband. „Spannend wird’s erst in der Zeit danach“, meint Verwaltungsdirektorin Bettina Wenk. Denn hinter Strichcode, Name, Geburtsdatum sowie Identifikationsnummer verbirgt sich eine kleine Datenbank. „Wir wollen damit hauptsächlich für noch mehr Sicherheit sorgen“, erklärt Wenk. „Auch auf Empfehlung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit in Deutschland.“

Hintergrund: Bei der Betreuung von Patienten greifen viele Hände ineinander. Die Pflege, spezielle Untersuchungen und Therapien oder notwendige Operationen werden von verschiedenen Personen durchgeführt oder begleitet. Zudem gibt es Situationen, in denen ein Patient nicht in der Lage ist, sich zu äußern. „Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Menschen besser zu begleiten, ohne groß nachfragen zu müssen, nehmen ihnen so auch ein wenig die Angst oder Nervosität“, sagt Wenk. „Das kann vor allem vor oder während einer Narkose sowie bei demenzkranken Patienten eine große Hilfe sein.“

Bewährtes Sicherheitssystem

Seit einigen Jahren bereits in anderen Einrichtungen bewährt, komme das neue Sicherheitssystem auch im Doberaner Krankenhaus gut an, erklärt die Verwaltungsdirektorin: „Im Vorfeld haben wir schon darüber diskutiert, ob einige Patienten solch ein Band vielleicht nicht am Arm tragen wollen – das ist aber in der Praxis noch gar nicht vorgekommen.“ Dabei sei die Anwendung absolut freiwillig, stellt Bettina Wenk klar: „Wir sprechen hier immer nur eine Empfehlung aus.“

Der schmale Datenträger ist während des gesamten stationären Klinikaufenthaltes im Einsatz. Auch vor ambulanten Behandlungen wird ein solches Band angelegt. „Es ist dermatologisch getestet, desinfizierbar, wasser- und seifenverträglich und auch für Allergiker geeignet“, sagt Claudia Holtfoth, Referentin der Krankenhausleitung. „Bei der Entlassung wird es wieder entfernt und entsprechend der Datenschutzvorschriften entsorgt.“

Barcode für elektronische Krankenakte

Auf dem Bändchen gibt es auch einen Barcode. „Mit dem arbeiten wir aber noch nicht“, sagt Bettina Wenk. „Perspektivisch soll hier die elektronische Krankenakte abrufbar sein.“ Aktuell würde es große Teile der Akte ausschließlich in Papierform geben, erklärt die Verwaltungsdirektorin: „Mit der zunehmenden Digitalisierung auch in unserem Hause wollen wir das Stück für Stück umstellen – das dürfte aber noch einige Jahre dauern.“

Gut 17 000 Patienten

Mehr als 17 000 Patienten werden jährlich im Krankenhaus Bad Doberan behandelt, rund 3000 Operationen durchgeführt.

In der Münsterstadt gibt es Kliniken für Innere Medizin, Geriatrie, Chirurgie, Allgemein- und Visceralchirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, Urologie, Notfallambulanz sowie Anästhesie und Intensivmedizin.

134 Betten hält das Krankenhaus vor, 249 Mitarbeiter sind hier beschäftigt.

Denn es müssen jede Menge Daten erfasst werden – mehr als 17 000 Patienten werden jährlich im Doberaner Krankenhaus behandelt, gut 3000 Operationen durchgeführt. „Das hat sich in den vergangenen Jahren extrem verändert“, sagt Wenk. „Früher haben die Leute schon mal zwei, drei Wochen in der Klinik verbracht – heute liegt die durchschnittliche Aufenthaltszeit bei fünf, sechs Tagen.“

Bei aller aktuellen und künftigen Technik – im Moment spielt das Patienten-Armband für Petra Schwanke ohnehin nur eine untergeordnete Rolle: „Es stört mich nicht, an meinem Handgelenk ist nichts zu merken – Hauptsache, ich bringe erstmal die OP gut hinter mich . . .“

Mehr lesen: Neujahrsempfang des Krankenhauses Bad Doberan

Lennart Plottke

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