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Bad Doberan Kleingärtner legen jetzt so richtig los
Mecklenburg Bad Doberan Kleingärtner legen jetzt so richtig los
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16:01 17.05.2018
Stephan Maerz (34) baut sein zweites Gewächshaus in der Anlage „Poggendiek“ in Kröpelin. Quelle: Dana Frohbös
Neubukow

Seit fünf Jahren buddelt und werkelt Stephan Maerz in jeder freien Minuten in seinem kleinen Paradies. Gerade ist er dabei, ein zweites Gewächshaus zu bauen. „Sonst hatten wir immer Tomaten, Gurken und Paprika in einem; jetzt sollen die Tomaten ihr eigenes Gewächshaus bekommen“, sagt der 34-Jährige. In kleinen Plastiktöpfen stehen die jungen Pflanzen schon bereit und warten darauf, dass das neue Häuschen bezugsfertig ist.

Durch einen Jobwechsel mehr Zeit für den Garten

Den aktuellen Garten hat er mit seiner Frau und den zwei Kindern vor drei Jahren von einer alleinstehenden Frau übernommen, die die nötige Zeit nicht mehr aufbringen konnte. Ihren vorherigen Garten, schräg gegenüber, konnte die Familie direkt an einen Nachfolger weitergegeben. Stephan Maerz liebt die Arbeit in der Anlage „Poggendiek“ in Kröpelin. „Ich mag es überhaupt nicht, einfach nur in der Bude rumzusitzen“, sagt der 34-Jährige. Früher war der Estrichleger beruflich noch viel auf Montage unterwegs und hatte weniger Zeit für sein Hobby. Doch nach einem Jobwechsel sieht es nun anders aus. Inzwischen ist er täglich im Grünen und baut unter anderem Kartoffeln, Porree und Zwiebeln an. „Letztes Jahr hatten wir viel Regen, da war die Ernte schlecht“, sagt er. In diesem Jahr hofft er, genau wie all die anderen Kleingärtner der Anlage, auf ein besseres Ergebnis. Von den 123 Parzellen des Vereins stehen aktuell noch drei zur Verfügung.

Auch in Neubukow wird geackert

Wenige Kilometer weiter westlich in Neubukow hat Andreas Gloede im letzten Jahr wahrhaftig ein Wunder vollbracht. Erst im April 2017 übernahm der 53-Jährige einen Schrebergarten, der viele Jahre brach gelegen hatte. „Das Gras stand damals so hoch, wie ich groß bin“, sagt er und lacht. Inzwischen ist in der Parzelle mit der Nummer 18 in der Anlage „Nach Feierabend“ in Neubukow viel passiert: Ein Steingarten, eine Terrasse mit Pavillon, ein Erdbeer- und Kartoffelbeet, eine kleine Feuerstelle mit Sitzbank und eine Leiter mit bepflanzten Töpfen zieren den Garten. Auch einen kleinen Sichtschutz hat er sich errichtet. Allerdings nicht um die ganze Parzelle herum, sondern nur im hinteren Teil, denn die netten Unterhaltungen über den Gartenzaun mit den Nachbarn sollen noch möglich sein.

Von der Wüste zur Oase

„Ich bin da echt stolz drauf, hier stand vorher nicht eine einzige Blume“, sagt Andreas Gloede. Auch die Nachbarn freut es, dass gegenüber wieder Leben eingekehrt ist. „Wenn man das hier sieht, dann denkt man echt nicht, dass der Garten einem Mann gehört“, sagt Nachbarin Simone Diedrichkeit. „Er hat es sehr liebevoll gemacht, abends brennen hier überall kleine Lichter“. Andreas Gloede kommt fast täglich in die Kleingartenanlage - wenn auch nicht nach Feierabend, sondern meist bereits bevor er zu seiner „richtigen“ Arbeit fährt. Denn als Koch arbeitet er meist dann, wenn die meisten anderen bereits ihren Feierabend genießen. Leidenschaftlicher Gärtner ist er in den letzten Monaten nicht geworden. „Ich hab einfach nur Hummeln im Hintern“, sagt Andreas Gloede.

Gegenseitige Hilfe wird groß geschrieben

Gerade ist der dabei, seine frisch angelegte Terrasse zu umrahmen und Geranien und Tagetes anzupflanzen. „Die Natursteine dafür hab’ ich von einem Nachbarn, der vier Gärten weiter sein Reich hat“, sagt Andreas Gloede, „er hatte sie über und ich konnte sie gebrauchen“. Und genau das ist es, was der 53-Jährige an der Gartenmentalität so schätzt - die gegenseitige Hilfe. „Als ich hier im letzten Jahr anfing, habe ich von einem Nachbarn erst einmal Strom bekommen, damit ich überhaupt anfangen konnte; von einem anderen dann später erste Stauden“, sagt er. Als nächstes plant der Koch eine kleine Räucherecke mit einem Smoker, wo er dann seinen frisch gefangenen Fisch räuchern kann.

Dana Frohbös

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