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Bad Doberan Klosterruine wird wieder belebt
Mecklenburg Bad Doberan Klosterruine wird wieder belebt
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00:28 15.03.2018
Peter Ebsen (v.l.), Gunter Heilemann, Heide Walter, Rainer Finck, Torsten Schellin, Rudi Jurkschat gehören zum 150 Mitglieder starken Klosterverein. Zurzeit wird der Klostermarkt geplant, dem sich ein Münsterevent anschließt. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland

Die Klosterruine wird auch in diesem Jahr wieder mit Leben gefüllt. Der „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan e.V.“ hat seine Planungen weit vorangetrieben: Am 10. und 11. Juni bauen rund 50 Händler in der Ruine des Wirtschaftsgebäudes und dem Außengelände zum achten Mal ihre Stände auf. Sie zeigen unter anderem altes Handwerk und neue Waren. Der Verein sammelt auf diese Weise Geld, um dem Gebäude, das 1979 einem Brand zum Opfer fiel, wieder ein Dach zu geben.

Klostermarkt und Schlussweihe: Im Münster und am Wirtschaftsgebäude wird gefeiert

Gleichzeitig gibt es am zweiten Juniwochenende einen weiteren Höhepunkt: Gefeiert wird „650 Jahre Schlussweihe des Doberaner Münsters“, wie Kustos Martin Heider mitteilte. „Der Weiheakt fand unter der Teilnahme hoher geistlicher und weltlicher Würdenträger am 4. Juni 1368 statt“, so Heider. „Bischof Friedrich II. von Bülow weihte am Dreifaltigkeitssonntag die hochgotische Klosterkirche, assistiert vom Bischof Goswin von Evelone und den Äbten Engelhard von Amelungsborn, Gottschalk von Doberan und Hermann von Betzingherode. Auch Herzog Albrecht II. von Mecklenburg und sein Sohn Heinrich waren anwesend.“ Wenig ist über die Bedeutung der Schlussweihe bekannt: „Diese hat offensichtlich mit der Fertigstellung weiterer liturgischer Ausstattungsstücke und der Überwindung von innerklösterlichen Konflikten zu tun.“

Am Wochenende nach dem 4. Juni werden Stadt, Kirchengemeinde, Kloster-, Münsterbau- und Kornhausverein sowie weitere Partner gemeinsam das Jubiläum begehen. „Am Freitag beginnen die Feierlichkeiten mit einem Konzert im Münster um 19.30 Uhr. Am Sonntag ist der Festgottesdienst im Münster.

Es werden zahlreiche Führungen und Sonderführungen angeboten“, sagt Martin Heider. „Eingeladen sind Gäste aus verbundenen Klosterstätten, so aus dem ehemaligen Mutterkloster Amelungsborn (Weserbergland) und dem Tochterkloster Pelplin (südlich von Danzig).“

Der „Verein der Freunde und Förderer des Klosters Bad Doberan e.V“ gründete sich 1998, um mit Engagement und Hilfe der Öffentlichkeit Münster und Kloster zu fördern. Die Mitglieder forschen zu den Zisterziensern, die einst das Kloster in Doberan begründeten, wollen das Erbe pflegen und erhalten. Dazu dienen Veranstaltungen wie der Klostermarkt. „Wir brauchen immer Helfer, die uns beim Auf- und Abbau des Marktes unter die Arme greifen“, sagt Rainer Finck, Mitglied des Klostervereins. „Aber wir sind froh, dass sich meist 45 Helfer bereit erklären, darunter auch Schüler aus dem Gymnasium.

Einige sind jedes Jahr dabei.“, Heute gehören dem Verein 150 Mitglieder an, wie auch Gunter Heilemann, der den großen Zuspruch so erklärt: „Zum einen ist es die Vielschichtigkeit unserer Arbeit, die viele interessiert.“ So gehören auch Wasser-Mühlenführungen, Ausstellungen und Vorträge, Exkursionsreisen und eben der Klostermarkt dazu. „Andererseits hat der Verein unter anderem die inhaltliche Ausarbeitung für das Besucher- und Informationszentrum übernommen, das im April im Marstall eröffnet wird.“

Mit der Gründung des Vereins sollte das Klosterareal neu in den Blick genommen werden. Es galt, den Erhalt der gesamten Anlage vor einseitig wirtschaftliche Interessen zu stellen. Dadurch rückte die Arbeit des Klostervereins in den Mittelpunkt – und schaffte das Wunder: Die Anlage blieb im Ganzen erhalten. Der Verein arbeitet eng mit Stadt und Kirchgemeinde zusammen. Er steht auch für die erfolgreiche Sanierung der Wassermühle, die er anregte.

2016 kam erstmals Dieter Heinen auf den Klostermarkt, um Bier zu brauen. Auch 2018 soll das kühle Blonde wieder fließen, wenn sich ausreichend Teilnehmer finden, die am Bierbrau-Seminar teilnehmen möchten.

Vor drei Jahren wurde nach hundertjähriger Abstinenz zum ersten Mal wieder Bier auf dem Klostergelände gebraut. Damit wollen die Vereins-Mitglieder auf die traditionelle Nutzung des Wirtschaftsgebäudes hinweisen. Denn früher wurde dort nachweislich Bier gebraut, gebacken und Mehl gemahlen.

Das „Münster ganz nah“ beim Tag der offenen Tür erleben

Das Münster einmal anders erleben können Besucher am Sonntag, dem 25. März, beim Tag der offenen Tür „Münster ganz nah“. Von 11 bis 17 Uhr sind Bereiche und Räume des Münsters offen, die sonst nicht zugänglich sind. Zu sehen und zu erleben sind zum Beispiel die Loggia und Gruft des Herzogs Adolf Friedrich aus dem 17. Jahrhundert, die Bibliothek sowie der Dachbereich mit Deckengewölbe, Seilwinde und Dachstuhl. Auch Kirchen in der Region und die Heimatstube in Parkentin sind dabei.

Führungen von Kindern für Kinder gibt es um 11 und 14 Uhr. Um 12 und 14 Uhr gibt es eine Führung unter dem Motto „800 Jahre Rostock und deren Rolle für das Kloster Doberan“ durch das Münster. Um 12.30 Uhr hält Dr. Schmager den Vortrag „Klimawandel und Erhalt des kulturellen Erbes - Prima Klima im Münster“.

Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Der Münsterbauverein e.V. Bad Doberan sammelt im Münster für die Restaurierung der Tauffünte. Für alle Führungen zahlen Erwachsene 2 Euro und Kinder 1 Euro.

Sabine Hügelland

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