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Bad Doberan Parteien suchen Ehrenamtler – vor allem auf dem Land
Mecklenburg Bad Doberan Parteien suchen Ehrenamtler – vor allem auf dem Land
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08:38 01.11.2018
Die Kandidatensuche für die Gemeindevertretungen gestaltet sich in einigen ländlichen Regionen in Mecklenburg schwierig. Quelle: Montage: Arno Zill
Mecklenburg

Sie kümmern sich, wenn das Regenwasser auf dem Sportplatz steht, die freiwillige Feuerwehr ein neues Auto benötigt oder die Straße saniert werden muss – die Ehrenamtler in den Gemeindevertretungen. Im Mai nächsten Jahres werden diese neu gewählt. Die Parteien sind seit Monaten auf Kandidatensuche. Vor allem in den kleineren Gemeinden ist das für einige Parteien schwierig.

In einigen Dörfern und kleineren Gemeinden sei es problematisch Kandidaten zu finden, sagt Peter Hörnig, Linkenkreisvorsitzender im Landkreis Rostock. In der Gemeinde Schwaan habe die Partei beispielsweise bisher parteilose Kandidaten gehabt, die für die Linke angetreten sind. „Das ist ein langwieriger Prozess.“ Mit Faltblättern werbe die Partei für Kandidaten. Doch Peter Hörnig setzt auf das persönliche Gespräch. „Die Leute wollen angesprochen werden. Das persönliche Gespräch ist besser als jedes Plakat oder Faltblatt.“

Für den Kreistag und die Stadtvertretungen sieht es bei der Suche schon anders aus. „In Güstrow sieht es gut aus, in Bad Doberan sind wir in der Findung. Wir profitieren davon, dass einige Parteimitglieder von Rostock nach Bad Doberan gezogen sind, die sich vorstellen können, zu kandidieren“, sagt Peter Hörnig.

Neue Mitglieder haben Interesse

Ein knappes halbes Jahr vor der Wahl hat der Kreisverband der Grünen in Rostock keine Bauchschmerzen. „Wir sind der größte Kreisverband im Land und können auf einen großen Pool zurückgreifen“, sagt Kreisverbands-Geschäftsführer Felix Drath und nennt als Beispiel die sachkundigen Einwohner, die schon jetzt in den Ausschüssen mitarbeiten und die Fraktion in der Rostocker Bürgerschaft aktiv unterstützen. Und: „Wir haben viele neue Mitglieder in letzter Zeit dazubekommen, die fachliches und sachliches Wissen mitbringen.“ Die Kandidatensuche für die Kommunalwahl wurde daher nicht offensiv beworben. „Wir haben keine Notwendigkeit. Wir sind da in einer glücklichen Position.“ Es gebe ein reges Interesse der Mitglieder, sich für die Kommunalwahl aufstellen zu lassen.

Ähnliches Bild bei der FDP in Wismar. „Wir sind durchaus in der Lage, die Listen voll zu bekommen aus Parteimitgliedern und neuen Kandidaten, die frischen Wind reinbringen“, sagt René Domke, Vorsitzender des FDP in Wismar sowie FDP-Landesvorsitzender. Allerdings habe die FDP im ländlichen Raum Schwierigkeiten, die Listen zu füllen. In den Dörfern gehe es aber auch weniger um Parteipolitik, sondern um die Dinge vor Ort. Wie auch zu den vergangenen Wahlen werde die FDP auch Nichtmitglieder in die Listen aufnehmen, „die Lust am Gestalten haben“. Kandidaten sollten auf jeden Fall Dialogbereitschaft, Empathie, Kompromissbereitschaft und Spaß am Gestalten mitbringen.

Große Landkreise stellen Ehrenamtler vor Herausforderung

Problematisch sei es, Kandidaten für die Kreistage zu gewinnen, so Domke. Durch die Landkreisneuordnung seien enorme Wege und Verantwortungsbereiche entstanden. „Wir können diese Fläche im Ehrenamt gar nicht überschauen. Viele stehen im Berufsleben. Die Landkreisneuordnung hat zu einer Entdemokratisierung in der Fläche geführt.“ Einige Gemeinden hätten im Kreistag keine Vertreter mehr. Die Gefahr: Wenn keiner sich mehr aufstellen lässt, keiner das Ehrenamt mehr macht, dann „haben wir auch keine kommunale Selbstverwaltung mehr“. Da müsse geschaut werden, welche Strukturen geschaffen werden müsse, um vor Ort präsent zu sein.

Generationswechsel bei der SPD

Bei der SPD im Landkreis Rostock kündigt sich ein Generationswechsel an, sagt Kreisvorsitzende Stefanie Drese. Viele seien 70plus und würden aufhören. „Wir haben viele neue Mitglieder in der SPD, die sich aufstellen lassen und die wir extra schulen werden.“ Bauschmerzen, die Listen besetzt zu bekommen, habe sie nicht. Schwierig sei es, Leute für die Gemeindevertretung zu finden, wo es keinen SPD-Ortsverein gebe. Im Landkreis Rostock gebe es zwar keinen weißen Fleck, doch nicht in allen Ortsteilen leben SPD-Mitglieder. Werbung über Karte oder Flyer, davon hält Stefanie Drese nichts. Zu anonym. „Wir versuchen, über Veranstaltungen mit Leuten ins Gespräch zu kommen.“

Erhard Huzel, CDU-Kreisvorsitzender in Nordwestmecklenburg, ist zuversichtlich, dass die CDU ausreichend Kandidaten finden wird, auch in den kleineren Dörfern. „Die Kandidaten, die Mandate haben, haben die Bereitschaft angekündigt, wieder zu kandidieren“, sagt Huzel. Auch neue Kandidaten hätten schon Interesse bekundet. Zwar sei die Kandidatensuche kein Selbstläufer, aber „insgesamt bin ich zufrieden.“

Ebenso zuversichtlich ist Christoph Grimm, AfD-Kreisvorsitzender Nordwestmecklenburg, für den Kreistag sowie die Wismarer Bürgerschaft die Listen voll zu bekommen. Interessengruppen hätten sich in Boltenhagen und Neukloster gegründet. Hier würden ebenfalls Listen aufgestellt. „Wir versuchen, auch kleinere Gemeinden zu besetzen und sind aktiv auf Kandidatensuche unter Parteimitgliedern“, sagt Christoph Grimm. Da wo keine Parteimitglieder gefunden werden, würde es dann wohl auch keine Besetzung geben. Um die Besetzung in den Gemeindevertretungen mache sich der Kreisvorsitzende an sich Sorgen. „Ich stelle fest, dass Gemeinden akute Finanznot haben.“ Es sei nur allzu verständlich, dass Menschen wenig bereit seien, sich zu verpflichten, wenn sie Politik mit leeren Kassen machen müssen.

Anja Levien

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