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Bad Doberan Krankenhaus stößt an Grenze
Mecklenburg Bad Doberan Krankenhaus stößt an Grenze
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10:26 11.01.2018
Oberarzt Thilo Wagner am neuen Hochleistungsultraschallgerät des Krankenhauses Bad Doberan. Quelle: Foto: Anja Levien
Bad Doberan

Das Krankenhaus Bad Doberan stößt an seine Kapazitätsgrenze. Über 7000 Patienten wurden im vergangenen Jahr stationär in der Klinik behandelt. Das teilt Uwe Borchmann, Geschäftsführer des Krankenhauses Bad Doberan, mit. Dieses wird in diesem Jahr 750000 Euro in Gebäude und Medizintechnik investieren und Kooperationen weiter ausbauen.

Rekord im Krankenhaus Bad Doberan: Im vergangenen Jahr wurden so viele Patienten stationär behandelt wie nie zuvor am Standort Bad Doberan. Doch mit 7235 Patienten gelangt die Einrichtung auch an ihre Grenzen.

Rekord im Krankenhaus: Seit es die Klinik in Bad Doberan gibt, wurden noch nie so viele Patienten stationär behandelt wie im vergangenen Jahr. Insgesamt waren es 7235 stationär behandelte Kinder, Frauen und Männer. 2016 lag die Zahl knapp unter 7000. Ein Grund für den Rekordwert sei laut Uwe Borchmann die schwere Grippewelle im ersten Quartal des vergangenen Jahres. „In der Menge stoßen wir damit an unsere Kapazitätsgrenzen, nicht nur gebäudetechnisch, sondern auch beim Personal.“ Denn die Verweildauer der Patienten werde durch medizinischen Fortschritt und Kostendruck immer kürzer, was einen größeren Aufwand für die Mitarbeiter darstelle, erläutert Borchmann. Pläne, das Krankenhaus zu erweitern, gebe es aber nicht.

Hälfte der Betten sind automatisch verstellbar

Investiert wird trotzdem. Im vergangenen Jahr beispielsweise in zwei Hochleistungsultraschallgeräte, die bis zum Ende 2017 im Wert von über 200000 Euro angeschafft worden sind. Zudem wurden weitere elektrifizierte Krankenhausbetten gekauft, sodass die Hälfte der Betten jetzt automatisch verstellt werden kann. „Das ist mehr Komfort für die Patienten und eine verbesserte Arbeitsbedingung für die Mitarbeiter“, sagt Uwe Borchmann. Die Cafeteria ist im vergangenen Jahr erneuert worden und wird jetzt durch das Krankenhaus betrieben.

Dieses Jahr steht der Klinik ein besonderes Ereignis bevor. Im Juni gibt es die Krankenhaus Bad Doberan GmbH seit 20 Jahren. Mit dieser halten die Mitarbeiter 20 Prozent am Krankenhaus und sind somit an dessen wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Hervorgegangen war die Gründung der GmbH aus Protest gegen eine Privatisierung, erzählt Uwe Borchmann. „Es hat sich in 20 Jahren zu einem einmaligen und erfolgreichen Betriebsmodell entwickelt.“ Ein wichtiges Thema in diesem Jahr – unter dem auch der Neujahrsempfang des Krankenhauses gestern Abend stand – ist die Kooperation.

Durch Kooperation Versorgung der Patienten verbessern

Im vergangenen Jahr hatten das Krankenhaus Bad Doberan und die Warnow-Klinik Bützow einen Kooperationsvertrag unterschrieben, der jetzt langsam mit Leben gefüllt wird. „Wir haben vertraulich über Einkaufspreise und Verträge mit Dritten gesprochen“, sagt Uwe Borchmann. Auch die Patienten profitieren von der Kooperation. „Wir wollen 2018 gemeinsam versuchen, die medizinische Versorgung qualitativ zu verbessern, indem wir wechselseitig unter Nutzung der Telemedizin für Beratungen zur Verfügung stehen“, sagt der Geschäftsführer. Heißt: Befunde könnten digital zu einem Kollegen geschickt werden, der dann seinen fachlichen Rat gibt. So könnte die Warnow-Klinik von der urologischen Abteilung in Bad Doberan und die Doberaner von der palliativmedizinischen Kompetenz in Bützow profitieren.

Kritik an Bundespolitik

Kritik äußert Uwe Borchmann in Richtung Bundespolitik. „Die Politiker sind dabei, Besetzungsnormen für Risikobereiche in der Pflege festzuschreiben“, erläutert der Geschäftsführer. Die politische Lösung sei eine Mindestanzahl an Pflegepersonal. Wo dieses hergenommen werden soll, dafür gebe es keine Lösung, kritisiert Uwe Borchmann. „Der Schwerpunkt in der Pflege muss in der Ausbildung liegen.

Das Problem des Fachkräftemangels lässt sich nicht lösen, indem man Grenzen per Gesetz vorschreibt.“

Krankenhaus Bad Doberan: Kapazitätsgrenze erreicht / Viele Gäste beim Neujahrsempfang

Wenn viele Ärzte aufeinandertreffen wie gestern Abend beim Neujahrsempfang im Krankenhaus Bad Doberan, dann wird viel erzählt. Dana Seltmann gehört der Kurzzeitpflegeeinrichtung im Wohnpark Rostock an: „Ich freue mich, Kollegen, mit denen ich lange zusammenarbeite, wie die Sozialarbeiterin des Krankenhauses Korinna Lembke, wiederzusehen“, sagte sie. „Heute trifft man Kollegen, die man sonst nicht sieht“, freute sich Dr. Gerda Storm aus Elmenhorst. Geladen war auch der Landrat Sebastian Constien. „Für die medizinische Grundversorgung ist das Krankenhaus Bad Doberan sehr wichtig. Es ist Partner für den Landkreis und medizinische Versorgung für die Region“, sagte er – und genoss das schmackhafte Büfett.

Geboten wurden unter anderen „gebratene Regenbogenforelle, Vegetarisches und Veganes, etwas Italienisches und Französisches“, so der Küchenleiter Steffen Kriebel. Die Fachärztin Sabine Bitter, ihr Mann Dr. Ralf Bitter aus Kühlungsborn und Dr. Marion Sponholz aus Rostock lobten das Essen: „Hervorragend!“. „Das Büfett ist legendär“, sagte Jochen Arenz, Leiter des Johanneshauses in Bad Doberan.

Für die Verwaltungsdirektorin Bettina Wenk war es der erste Neujahrsempfang. Sie hatte viele Hände zu schütteln. Dr. Angelika Hillscher kam mit Dr.

Erhard Schulze. Sie sagte: „Wichtig ist uns, wie die Zusammenarbeit in Zukunft mit dem Krankenhaus aussieht.“ Dr. Nils Akkermann aus Doberan sagte: „Ich wünsche mir für die Zukunft hier eine Notfallpraxis.“ Die Ansprachen von Geschäftsführer Uwe Borchmann und dem leitenden Chefarzt Dr. Michael Arndt wurden im Anschluss von vielen Gästen diskutiert. „Was Uwe Borchmann in seiner Rede sagte, dass die Bundesregierung nun das Gesundheitswesen auf stabile Füße stellen muss, das kann ich nur befürworten“, sagte Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau. Hohenfeldes Bürgermeister Karlheinz Siewert meinte: „Ich bin gekommen, um zu wissen, wie gut es dem Krankenhaus geht.“

Drei Fachrichtungen, 134 Betten

7235 Patienten sind im vergangenen Jahr stationär im Krankenhaus Bad Doberan behandelt worden. Es ist die höchste Anzahl an Patienten, seit das Krankenhaus seinen Standort in Bad Doberan hat. Zum zweiten Mal ist damit seit 2014 die Marke von 7000 überschritten worden. 2016 waren es knapp 6800 stationäre Patienten.

134 Betten gibt es im Krankenhaus Bad Doberan, das drei Fachrichtungen hat: Chirurgie, Innere Medizin und Anästhesie/Intensivmedizin.

235 Mitarbeiter zählt die Klinik. Ein Teil von ihnen ist über die Krankenhaus Bad Doberan GmbH am wirtschaftlichen Erfolg des Hauses beteiligt. Das Betriebsmodell ist laut Krankenhaus-Chef Uwe Borchmann einmalig und erfolgreich.

Anja Levien

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