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Bad Doberan Kritik an TSK-Beschluss wächst
Mecklenburg Bad Doberan Kritik an TSK-Beschluss wächst
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12:40 11.03.2018
Kühlungsborn

Die Touristik Service Kühlungsborn GmbH (TSK) – bisher ein privatrechtlich organisierter Betrieb – wird ab Jahresbeginn 2020 eine hundertprozentige Tochterfirma der Stadt Kühlungsborn sein. Mit dem daraus resultierenden Abhängigkeitsverhältnis gegenüber der Stadt (die OZ berichtete in ihrer Wochenendausgabe). Die TSK ist der zentrale touristische Dienstleister für Marketing, Veranstaltungen und die Tourist-Info im Ostseebad. Die Stadtvertretung fasste auf Initiative von Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos) auf ihrer zurückliegenden Sondersitzung am Donnerstagabend einen einstimmigen Beschluss zur „Rekommunalisierung“.

„„„„Das ist ein schlechter Stil, dass dieser Beschluss über die Köpfe der Gesellschafter und des TSK-Teams gefasst wurde.“Peter Weide Gastronom und TSK-Gesellschafter

„Wir haben davon erst durch den Bericht in der OZ erfahren. Das war am Wochenende das Tagesthema in Kühlungsborn“, sagt „Vielmeer“-Gastronom Peter Weide. Allein der Link zum Artikel auf der Facebook-Seite der OZ wurde bis gestern Mittag mehr als 13000-mal geklickt.

Weide ist einer der TSK-Gesellschafter. „Ich bin schockiert über den Beschluss der Stadtvertretung. Das ist gefühlt ein Schritt zurück. Denn wir haben uns 2001 von der städtischen Behörde Kurverwaltung verabschiedet und die TSK gegründet, damit die Tourismus-Profis unabhängig von Verwaltung und Stadt-Politik ihren Job machen können. Das haben sie bisher sehr gut gemacht“, so Weide.

Nicht nur er hält es „für einen schlechten Stil, dass dieser Beschluss völlig über die Köpfe der Gesellschafter, von TSK-Geschäftsführer Ulrich Langer und seinem Team gefasst wurde“.

Die TSK gehört insgesamt 84 Gesellschaftern aus der Tourismus-Branche, die in Gruppen organisiert sind und unterschiedlich hohe Anteile halten. Die Gruppe im Handwerker- und Gewerbeverein ist mit 24,8 Prozent der Anteile die stärkste. Ihr Sprecher ist Gastronom und Event-Macher Dietrich Rehpenning. „Der Wert unserer Anteile wird durch die bevorstehende Trennung von dem nicht profitablen Dienstleistungs-Geschäftsfeld, das durch Geld der Stadt finanziert wird, nicht schlechter. Das ist kein Problem, denn es bleibt der profitable Hafen-Betrieb. Aber so hätte das nicht laufen dürfen“, sagt er. Richtig sei, dass die nun durch EU-Recht notwendige Ausschreibung der Leistungen alle fünf bis sieben Jahre das Risiko in sich birgt, dass eines Tages ein fremder Bieter gewonnen hätte und die eigenen TSK-Leute draußen gewesen wären. Das könne mit einem Stadt-Betrieb nicht passieren. Und akzeptabel sei auch, dass die Stadt, die Leistungen der TSK bezahlt, auf den Betrieb einen gewissen Einfluss haben will.

„Aber die aktuelle Ausschreibung hatte die TSK als einziger Bieter gewonnen. Wir hätten fünf bis sieben Jahre Zeit gehabt, alles zu regeln. Warum diese Eile,?“, fragt er. „Sachen, die funktionieren, sollte man nicht ändern. Jedenfalls nicht so schnell“, fügt Rehpenning hinzu. TSK-Gesellschafter Rainer Kukeit betreibt eine Zimmervermittlung und Apartment-Vermietung. „Erschrecken, Unverständnis, eine Holzkopfentscheidung – das waren meine ersten Reaktionen, als ich Sonnabend die OZ las“, sagt Kukeit. „Andere große Urlaubsorte haben uns immer um diesen modernen touristischen Dienstleistungsbetrieb beneidet. Auch wenn der neue Stadt-Betrieb nicht Kurverwaltung heißen wird – das ist ein Schritt zurück in die tiefste Vergangenheit“, so Kukeit.

Melanie Hunger war bis Ende 2014 Marketing-Chefin bei der TSK, wechselte dann ins Emirat Oman. „Ich war fast geschockt, als ich das erfuhr. Das ist der absolut falsche Weg für Kühlungsborn“, schrieb sie gestern über Facebook und kündigte ein längeres Statement an.

„Unser Team hat vom Beschluss der Stadtvertretung erst durch die OZ erfahren. Das war kein fairer Umgang mit uns. Wir hätten uns gewünscht, in diesen Entscheidungsprozess eingebunden zu sein. Aber für uns ist die Job-Garantie, die der Bürgermeister ausgesprochen hat, jetzt ganz wichtig“, sagt TSK-Prokurist Steffen Gülzow. Im Betrieb herrsche „angespannte Ruhe“.

Hotelier Albrecht Kurbjuhn war lange Jahre Vorsitzender des Marketing-Verbundes „German Riviera“, die den internationalen Tourismus in der Region fördert. Er sieht in der aktuellen Entwicklung auch eine Chance. Denn dass die Stadt, die Leistungen bezahle, ein Mitspracherecht haben wolle, sei nachvollziehbar. Andererseits habe der neue Bürgermeister aber auch einen guten Draht zur Wirtschaft.

Lutz Werner

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