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Bad Doberan Kühlungsborn Card soll viele Vorteile bieten
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Card soll viele Vorteile bieten
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00:01 08.02.2018

Das ist die Vision: Eine elektronische Gäste-Karte – vielleicht Kühlungsborn Card genannt – zu entwickeln, die Urlaubern, Kurgästen und Tagesbesuchern nicht nur als Quittung für die Zahlung der Kurtaxe dient, sondern ihnen auch „viele wertige Leistungen bietet“, wie es Bürgermeister Rüdiger Kozian (parteilos) formuliert. Und das ist die Realität:

Ein Euro Kurtaxe wird jetzt in der Nebensaison erhoben, zwei Euro sind es in der wärmeren Jahreszeit. Urlauber Willi Kraemer aus Siegburg informierte sich gestern am Automaten. Quelle: Fotos: Lutz Werner
„„Die künftige elektronische Kurkarte muss unseren Gästen viele wertige Leistungen für die Zahlung der Kurtaxe bieten.“Rüdiger Kozian Bürgermeister
„„Mit dieser neuen Kurkarte können wir ein Angebot für unsere Gäste schaffen, das es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt.“Ulrich Langer Touristik-Chef
„„Anderswo ist die Kurkarte oft mit einem Bonusheft für Restaurants, Museen, Zoo und Nahverkehr verbunden. Das fehlt mir hier.“Lutz Wadsack Urlauber aus Oschersleben
„„Bei uns im Harz bekommen Gäste für die Kurkarte mehr geboten. Ich finde es gut, dass Kühlungsborn jetzt auch an so etwas arbeitet.“Sabine Albrecht Urlauberin aus Quedlinburg

Eine Kurkarte, die eigentlich nicht viel mehr als eine solche Quittung ist – wenngleich sie auch für bestimmte Veranstaltungen gewisse Rabatte gewährt. Aber nicht mehr. „Das ist langfristig zu wenig“, so der Bürgermeister.

Das soll sich nun mittelfristig – in den nächsten zwei, drei Jahren – schrittweise ändern. Und zunächst mit neuer Software für die elektronische Erfassung der Kurtax-Belegscheine aus den vielen Hotels und Ferienwohnungen des Ostseebades beginnen. „Eine solche elektronische Erfassung gibt es schon seit vielen Jahren. Aber die Software, die wir bisher verwendeten, ist nicht mehr weiterentwicklungsfähig. Das neue, von der Firma AVS aus Bayreuth entwickelte Programm, kann da sehr viel mehr“, erklärt Kämmerer Dirk Lahser.

Vier Schritte bis zum neuen System

Touristik-Chef Ulrich Langer skizziert vier Schritte, „die uns zu einem System führen können, das es so in touristischen Destinationen in Deutschland noch nicht gibt“. Destinationen – damit meinen die Touristiker in ihrem Fach-Jargon Urlaubsorte.

Der erste Schritt sei gemacht: Die Kurtax-Zahlung wird elektronisch erfasst und abgerechnet. In einem zweiten Schritt „müsse die Karte überall dort lesbar gemacht werden, wo sich Gäste bewegen, um freien Eintritt oder Rabatt bei Veranstaltungen zu erlangen“. Das wäre wichtig fürs Marketing und die Entwicklung weiterer Veranstaltungsformate. Denn so könnten, „unter strengster Beachtung des Datenschutzes“, Bewegungsprofile der Gäste in ihrem Urlaubsort erstellt werden. „So werden wir sehen können, was sie wirklich wollen und was nicht so gut ankommt“, so Langer. Schritt Nr. 3 sei „ein Bonus-System für die Gäste unter Einbeziehung privater Dienstleister wie beispielsweise Restaurants, das wirklich geldwerte Leistungen bietet“. Auch als Anreiz für Tagesgäste, die jetzt noch oft am Kurtax-Automaten vorbeigehen, die Kurtaxe zu zahlen, um eine solche Karte zu erwerben.

So eine Kühlungsborn Card könne auch als aufladbare Geldkarte ausgelegt sein und außerdem zur freien Benutzung der Nahverkehrsmittel berechtigen. Denn Kühlungsborn hat eine weitere Vision: Tagesgäste stellen ihr Auto an Auffangparkplätzen an den Ortseingängen ab und fahren kostenfrei im Shuttleverkehr in den Ort. „Mit einem hochwertigen Fahrzeugangebot“, wie Langer betont.

Schritt Nr. 4 wäre dann die Ausweitung der Leistungen dieser Karte – wie freier Strandaufenthalt, Toilettenbenutzung, Bonussystem für Veranstaltungen und Dienstleistungen – auf eine ganze Region.

„Das geht, vor allem was die Möglichkeit angeht, die Daten der Karte für die Weiterentwicklung von Marketingstrategien zu nutzen, dann doch noch ein Stück weiter als die Gäste-Karten, die jetzt beispielsweise Skigebiete und Großstädte schon haben“, so Langer.

Thomas Oberwalder von den Kühlungsborner Grünen geht dieses Konzept nicht weit genug. „Wir setzen hier – in Zeiten von Smartphone und QR-Code – auf Magnetstreifen-Karten, die in ein paar Jahren Auslaufmodelle sein werden“, kritisiert er. „Wenn alle unsere Gäste im Alter vom Teenager bis Anfang 30 wären, würde ich das auch so sehen. Das ist aber nicht so“, kontert Kämmerer Dirk Lahser. Aus Sicht seines Ressorts hat er vor allem die möglichen Einnahmesteigerungen aus der Kurtaxe im Blick. „Die vielen Tausend Tagesgäste zu kontrollieren, ist praktisch unmöglich. Wenn wir jetzt ein System haben, das es vorteilhaft macht, Kurtaxe zu zahlen, haben wir viel gewonnen“, sagt er.

Bei Gästen, die gestern auf der Kühlungsborner Strandpromenade unterwegs waren, stößt die geplante Kurkarte mit vielen Leistungsangeboten auf Zustimmung. „Anderswo gibt es mit der Kurkarte ein Bonusheft für Restaurants, Nahverkehr und Besuchszielen wie Museen. Das vermisse ich in Kühlungsborn“, sagt Sabine Albrecht aus Quedlinburg. „Im Sommer gibt es hier viele Veranstaltungen, bei denen man mit Kurkarte Ermäßigungen bekommt. Das greift jetzt im Winter nicht. Mit der Kurkarte sollte mehr möglich sein“, findet Lutz Wadsack aus Oschersleben. Urlaubergebiete in Bayern, wie das Allgäu, seien da bereits weiter als Kühlungsborn, weiß Willi Kraemer aus Siegburg.

Kurtaxe finanziert die touristische Infrastruktur

3,4 Millionen Euro Kurtax-Einnahmen hatte das Ostseebad Kühlungsborn 2016. Im vergangenen Jahr mit dem ziemlich verregneten Sommer waren es 3,1 Millionen Euro – viel Geld. Den Gästen wird dafür viel geboten – aber diese Leistungen sind oft unsichtbar oder werden als selbstverständlich angesehen: intakte, großzügige und vor allem saubere touristische Infrastruktur, Veranstaltungen, bei denen meistens der Eintritt frei ist oder Rabatte gewährt werden.

Die zukünftige Kühlungsborn Card soll geldwerte Leistungen nach Zahlung der Kurtaxe für die Gäste sehr viel präsenter werden lassen. Für die Gäste soll es durch ein Bonus-System ein guter Deal werden, Kurtaxe zu bezahlen.

Lutz Werner

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