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Aus für Einkaufspark am Grünen Weg

Kühlungsborn Aus für Einkaufspark am Grünen Weg

Das neue Einzelhandelskonzept von Kühlungsborn empfiehlt die Sicherung und Stärkung in den Ortskernen.

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Stefan Kruse (2. v. l.) vom Planungsbüro Junker + Kruse stellte das Konzept vor, assistiert von Szymon Smolana. Bürgermeister Rainer Karl (M.) und die Amtsleiter aus dem Rathaus folgten den Ausführungen aufmerksam. Wie auch die zahlreichen Besucher im Konferenzsaal des Bauhofs.

Kühlungsborn. Die ehrgeizigen Pläne der Kaufhaus-Kette Stolz und des Edeka-Markt-Betreibers Mario Hoffmann, an der Umgehungsstraße Grüner Weg gemeinsam ein Einkaufszentrum im Stil einer Shopping Mall zu errichten, dürften vom Tisch sein. Martin Stolz und Mario Hoffmann waren vor gut zwei Jahren mit dieser Idee erstmals an die Öffentlichkeit gegangen. Die Stadt gab daraufhin ein „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“ bei einem Planungsbüro in Auftrag. Es wurde vorgestern Abend in einer gut besuchten Bürgerversammlung vorgestellt. In der Expertise wurde untersucht, ob das Stolz-Hoffmann-Projekt mit den landesplanerischen Vorgaben „für ein Unterzentrum“, eine Kleinstadt wie Kühlungsborn, vertretbar ist.

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Stefan Kruse (2. v. l.) vom Planungsbüro Junker + Kruse stellte das Konzept vor, assistiert von Szymon Smolana. Bürgermeister Rainer Karl (M.) und die Amtsleiter aus dem Rathaus folgten den Ausführungen aufmerksam. Wie auch die zahlreichen Besucher im Konferenzsaal des Bauhofs.

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Das Gutachten, das Stefan Kruse vom Büro Junker + Kruse, Stadtforschung und Planung in Dortmund, vorstellte, kam zu einem eindeutigen Ergebnis: Nein. Der Bau dieser Shopping Mall an der Umgehungsstraße zwischen den beiden Ortszentren Ost und West — in einem Wohngebiet, in dem potenziell rund 800 Leute wohnen werden — sei aus städteplanerischer Sicht nicht sinnvoll. Sogar schädlich, weil dadurch Kaufkraft aus den beiden Zentren der Kleinstadt abgezogen werde. Die zentralen Versorgungsbereiche seien jedoch aus landesplanerischer Sicht zu schützen und zu fördern.

„Es geht hier nicht um den Schutz bestehender Einzelhandelsbetriebe vor Konkurrenz, sondern um den Schutz städtebaulicher Strukturen“, betonte Kruse. Wünschenswerte Konkurrenz im Einzelhandel in den Versorgungszentren werde nicht in Frage gestellt.

Der Planer und Städteforscher untermauerte seine Aussagen mit einer mehr als 40-seitigen Dokumentation, die in einer Power-Point-Präsentation vorgestellt wurde. Kühlungsborn sei als eine Stadt mit 7500 Einwohnern mit Hauptwohnsitz allein schon durch die acht Discounter und Supermärkte im Lebensmittelbereich überdurchschnittlich gut versorgt. Das gelte auch für die Bereiche Textiles und Bekleidung sowie für die vielen anderen Dinge des täglichen Bedarfs. Auch die große Zahl von Urlaubsgästen und touristischen Tagesbesuchern rechtfertige nicht den Neubau einer großen Shopping Mall am südlichen Ortsrand zwischen den Zentren.

Martin Stolz und Mario Hoffmann haben beide das gleiche Problem. Das Kaufhaus in der Strandstraße im Ortsteil Ost und der Markt in der Reriker Straße im Ortsteil West liegen mit jeweils unter 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche weit unter der Größenordnung, die heute für ein Vollsortiment notwendig ist. Die Häuser platzen fast aus den Nähten, zwischen den Regalen und Ständern ist es sehr eng.

Und beide haben ein Parkplatz-Problem. An der Shopping Mall sollte es bis zu 180 kostenlose Parkplätze geben.

Zu einer längeren Diskussion kam es nach der Vorstellung des Einzelhandelskonzepts, das die Stärkung der Zentren empfiehlt, nicht. Mario Hoffmann und Marion Hänl, die Leiterin des Kaufhauses Stolz in Kühlungsborn, nahmen das Ergebnis fast schon gelassen zur Kenntnis.

„Was hier vorgetragen wurde, klingt plausibel. Damit müssen wir jetzt leben. Ich werde jetzt alle Energie in die Aufwertung des bestehenden Standortes in der Reriker Straße konzentrieren. Auch, wenn das angesichts der Grundstücksverhältnisse sehr schwer wird“, erklärte Mario Hoffmann nach der Präsentation. Marion Hänl deutete an, dass auch das Unternehmen Stolz mit dem Haus in der Strandstraße noch einiges vor hat. Über das Einzelhandelskonzept wird die Stadtvertretung voraussichtlich im März beschließen. Die Zustimmung gilt als sicher.

Eine Chance vergeben?
Die Zahlen und Schlussfolgerungen sind eindeutig, die politische Vorgabe auch: Schutz und Stärkung des Einzelhandels in den Zentren. Auch wegen der oft beschworenen „fußläufigen Erreichbarkeit“ und weil den Urlaubern quirlige Ortskerne geboten werden sollen. Dennoch glaube ich, dass mit der Preisgabe des Standortes am „Grünen Weg“, am Ortsrand, eine Chance vertan wird. Ein wirklich großes Kaufhaus mit einem breiten Sortiment und ein Lebensmittelvollsortimenter, der rund 20000 verschiedene, auch sehr spezielle Waren anbieten kann, hätte schon eine Anziehungskraft gehabt, die weit über das Ostseebad hinausgegangen wäre — zumal es ein großes, kostenloses Parkplatzangebot gegeben hätte. Und ein bisschen Drumherum für die Kinder und Gastronomie. So manche Fahrt in den Ostseepark nach Sievershagen, oder noch ein Stück weiter, in den Citti-Park nach Rostock-Schmarl, würde entfallen, gäbe es einen Einkaufspark vor der Haustür. Zugegeben: Das ist Spekulation. Ich weiß aber, dass viele Leute so denken.

 



Lutz Werner

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Kühlungsborn
Schönes Haus in guter Lage, aber viel zu klein für das immer umfangreichere Sortiment: Das Kaufhaus Stolz in der Strandstraße platzt fast aus den Nähten.

Das neue Einzelhandelskonzept von Kühlungsborn empfiehlt die Sicherung und Stärkung von Märkten und Geschäften in den beiden Ortskernen.

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