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Kühlungsborn Galerie: Reddelicher zeigt DDR-Oldtimer
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Galerie: Reddelicher zeigt DDR-Oldtimer
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16:22 09.10.2018
Fred Käckenmeister betreibt ein privates Technikmuseum an der B105. Quelle: Rolf Barkhorn
Reddelich

Wen die Sammelleidenschaft erst einmal so richtig gepackt hat, den lässt sie auch so schnell nicht wieder los. So ergeht es auch Fred Käckenmeister. Der 62-jährige Berufskraftfahrer aus Reddelich kann schon eine beachtliche Sammlung vorweisen. Und die ist kaum zu übersehen. Denn Käckenmeister sammelt Technik-Oldtimer, überwiegend aus DDR-Zeiten, und stellt diese auf dem eigenen Grundstück aus. Direkt an der Bundesstraße 105, im Außenbereich des Dorfes Reddelich, befindet sich das Oldtimer-Freilichtmuseum von Fred Käckenmeister, gut zu erkennen an zwei schweren Kettenraupen, die ihre Nasen empor recken und zum Besuch des Areals einladen.

Die meisten Fahrzeuge sind einsatz- und fahrbereit

Feste Öffnungszeiten gibt es nicht. „Wir haben tagsüber eigentlich immer geöffnet“, sagt Fred Käckenmeister, der gern auch mal persönlich Besucher durch seinen Technikpark führt. Ausgestellt hat er dort inzwischen mehr als 120 Fahrzeuge. Einige davon stehen vor der Witterung geschützt in Schuppen. „Das sind meistens die Fahrzeuge, an denen gerade gearbeitet wird“, erklärt der Oldtimer-Fan. Denn ihm geht es nicht nur darum, die Technik aus vergangener Zeit auszustellen. Die meisten Fahrzeuge, darunter Traktoren, Lkw und Pkw sind auch fahrbereit. Und diejenigen, die es noch nicht sind, bringt Fred Käckenmeister gemeinsam mit seinen vier Söhnen und viel Einsatz an Freizeit und Leidenschaft wieder zum Laufen.

Die Beschaffung von Ersatzteilen gestalte sich nicht immer einfach, aber sie sei mitunter leichter als zu DDR-Zeiten, berichtet der Reddelicher. Oldtimer-Sammler wie er sind heute gut vernetzt. Übers Internet und bei Oldtimertreffen werden oft Ersatzteile angeboten. Erstaunlich: Die gibt es auch für ältere Fahrzeuge aus DDR-Produktion. Aber in Reddelich stehen auch Fahrzeuge sowjetischer Herkunft, wie der „KrAZ“, ein 200-PS-starker, spritfressender Lkw, der überwiegend bei Streitkräften des Warschauer Vertrages zum Einsatz kam. Bei diesem Lkw hat es das Getriebe zerlegt, aber die neuen Zahnräder hat Käckenmeister schon bereitliegen. „Die habe ich mir direkt aus der Ukraine liefern lassen“, berichtet er.

Seit elf Jahren betreibt Fred Käckenmeister auf seinem Privatgrundstück an der B105 in Reddelich ein Freilichtmuseum. Dort präsentiert er über 120 Traktoren, Lkw, Pkw und Landmaschinen aus DDR-Zeiten

Die Bereitstellung der Ersatzteile entscheidet dann auch meistens darüber, an welchem Fahrzeug die Instandsetzung im privaten Technikpark fortgesetzt wird. Zu den „Schmuckstücken“ der illustren Sammlung gehört bei den Pkw auch ein F8-Kombi mit Holzverkleidung. „Der stammt noch von meinen Eltern und den habe ich selbst auch oft gefahren“ berichtet Fred Käckenmeister. Die Autos der DKW F-Serie wurden schon vor dem Zweiten Weltkrieg von den Audi-Werken (Auto-Union) in Zwickau gebaut. Nach dem Krieg wurde vor allem der F8 in größeren Stückzahlen als IFA F8 weitergebaut. In der Sammlung des Reddelicher Oldtimerfans fehlen auch Exemplare früher Baureihen des DDR-Kultautos „Trabant“ nicht. Die Trabbis gehören mit zu den Fahrzeugen, die Fred Käckenmeister bei traditionellen Oldtimer-Treffen, wie der Schwanen-Rallye auf der Doberaner Rennbahn, präsentiert.

Moskwitsch und Lada bequemer als die Rennpappe

Wesentlich komfortabler als die „Rennpappe“, wie der Trabant in der DDR-Bevölkerung genannt wurde, waren früher Autos der DDR-Marke Wartburg, hergestellt in Eisenach oder flinke Viertakter sowjetischer Produktion wie Shiguli, Lada oder Moskwitsch. Noch bequemer saß man im Wolga, der in der DDR meistens in Taxibetrieben zum Einsatz kam und mit dem sich auch gern Partei- und Staatsfunktionäre chauffieren ließen. Fred Käckenmeister zeigt auch diese Fahrzeuge alle in seinem Museum, ebenso wie Modelle des tschechischen Autoherstellers Skoda. Ein schwarzer „Wolga M24“ ist eines der jüngeren Exemplare seiner Sammlung.

Angefangen hatte die aber mit Traktoren und Landtechnik. Käckenmeister, der nach der Wende den ehemaligen Hof seiner Eltern, die 1969 enteignet worden waren, zurückbekam, entschied sich damals, die sieben Hektar Ackerfläche im Nebenerwerb selbst zu bewirtschaften. Die alten Traktoren und Landmaschinen aus DDR-Zeiten waren funktionstüchtig und damit kannte sich Käckenmeister auch aus. Zu den älteren Traktoren seines Vaters gesellten sich weitere Exemplare. Und alle Maschinen liefen gut und laufen auch heute noch und sind meistens leicht zu reparieren. Denn sie sind einfach und übersichtlich konstruiert und kommen noch ohne komplizierte Elektronik aus.

Nichts davon ist verkäuflich

„Mit dem Famulus hat es dann angefangen“, berichtet Käckenmeister, der aber auch Traktoren vom Typ ZT und Mähdrescher des Typs E512, beides gebaut im VEB Fortschritt in Schönebeck/Elbe, sein Eigen nennt. Auch wenn einige Fahrzeuge inzwischen mehrfach vorhanden sind, verkauft Käckenmeister keines seiner Ausstellungsstücke. „Davon ist nichts verkäuflich. Auch keine Ersatzteile“, betont der 62-Jährige. Vielmehr ist er bestrebt, seine Sammlung stetig zu erweitern. Dafür gibt er dann auch eine Menge Geld aus, denn Oldtimer, die verschenkt eigentlich niemand. Jedes Stück hat je nach Zustand seinen Preis. Die Zeiten, wie kurz nach der Wende, als niemand diese Fahrzeuge haben wollte und sie für ein Taschengeld gehandelt wurden, seien endgültig vorbei. Und so sind die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern, die Käckenmeister von Besuchern seines Privatmuseums bekommt (2 Euro pro Person), kaum geeignet die Kosten zu decken. „Es ist eben mein Hobby, dafür investiere ich Geld und eine Menge Freizeit“, erklärt der Oldtimer-Experte.

Fahrzeugtechnik aus DDR-Zeiten

Seit 2007 existiert an der Bundesstraße im Außenbereich von Reddelich das private Technik-Freilichtmuseum von Fred Käckenmeister. Der 62-Jährige präsentiert dort über 120 Fahrzeuge vom Militärfahrzeug aus sowjetischer Produktion über Personenkraftwagen bis hin zu Traktoren, Landmaschinen und verschiedenen Krafträdern aus DDR-Zeiten. Ein großer Teil der Fahrzeuge ist fahrbereit. Eine Auswahl seines Oldtimer-Fuhrparks zeigt Käckenmeister auf diversen Oldtimer-Treffen wie der Schwanen-Rallye auf der Bad Doberaner Rennbahn oder dem Technik-Event in Pütnitz bei Ribnitz-Damgarten.

Rolf Barkhorn