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Kühlungsborn Diese Schule ist ein Leuchtturm
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Diese Schule ist ein Leuchtturm
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02:25 01.04.2014
Das Schulzentrum Kühlungsborn ist eine gesuchte Adresse — auch für Mädchen und Jungen von außerhalb. Die Fahrschüler machen gut die Hälfte der jetzt 700 Lernenden aus. Viele von ihnen nehmen weite Wege in Kauf. Quelle: Fotos: Lutz Werner

Die Stadtschule des Ostseebades boomt. Als das neue Schulzentrum am Standort des ehemaligen Gymnasiums in der Neuen Reihe 73a am 1. August 2008 an den Start ging, lernten dort 536 Schüler. Nur fünf Schuljahre weiter ist diese Zahl auf 700 gestiegen — ein Zuwachs um fast ein Drittel. Wenn es beim jetzigen Stand der Voranmeldungen für das neue Jahr bleibt, werden im kommenden Schuljahr dort 712 Mädchen und Jungen von der fünften bis zur zwölften Klasse lernen.

„Damit ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Es gibt — allerdings schon ziemlich konkrete — Überlegungen, an das Aula-Gebäude anzubauen. Um dort vier zusätzliche Räume zu schaffen. Aber nicht, um noch mehr Schüler aufnehmen zu können, sondern um das hohe Niveau der individuellen Förderung zu halten und noch mehr Raum für viele außerschulische Angebote zu haben“, erklärt Bürgermeister Rainer Karl (parteilos). Die Stadt ist der Schulträger und war Bauherr der modernen Schule, die von 2006 bis 2008 errichtet wurde — mit einem Umbau des Plattengebäudes aus dem Jahr 1980 und einem großzügigen Anbau mit Verbinder. Und mit einer ebenfalls sehr schön gestalteten, weitläufigen Außenanlage.

„Als wir im August 2008 in unser erstes Schuljahr als Schulzentrum Kühlungsborn mit 536 Schülern starteten, haben wir uns im Traum nicht vorgestellt, dass die Zahlen so rasant steigen würden“, erklärt Schulleiterin Ute Schmidt. Die Schule ist ganz offensichtlich eine gesuchte Adresse. Rund die Hälfte der Schüler kommen von außerhalb. Sogar aus Pepelow und Klein Strömkendorf — aus Orten am Salzhaff, die nun wirklich nicht mehr zum unmittelbaren Einzugsgebiet gehören.

Gründe, warum die Kühlungsborner Stadtschule bei Schülern und Eltern begehrt ist, gibt es einige. Die moderne, großzügige Ausstattung mit einem Schulträger, der sicher nicht zu den Armen im Land gehört, spielt da sicher eine Rolle. Auch die Lage in einem attraktiven Ostseebad, räumt die Schulleiterin ein. Entscheidend seien aber einige andere Voraussetzungen, die vor allem mit der Arbeit der 54 Lehrer und der Vernetzung der Schule mit vielen Partnern im sozialen Bereich und in der lokalen Wirtschaft zu tun hätten. „Im Durchschnitt des Landes Mecklenburg-Vorpommern verlassen jährlich zwölf Prozent der Schüler die Schule ohne Abschluss. Bei uns sind es, seit es uns als Schulzentrum gibt, null Prozent“, erklärt Ute Schmidt. Die sehr individuelle Förderung von Jungen und Mädchen, denen das Lernen schwer fällt, trage dazu entscheidend bei.

Das Schulzentrum ist eine Kooperative Gesamtschule mit Orientierungsstufe, Regionalschule und gymnasialer Ausbildung. „Alles geschieht unter einem Dach, mit den Lehrern, die allen Schülern vertraut sind. Unter diesen Voraussetzungen ist sehr viel einfacher und unkomplizierter, von einer Regionalschulklasse in eine gymnasiale zu wechseln oder umgekehrt. Ein Schulwechsel ist nicht nötig“, so Ute Schmidt.

Bei den Schülern werde auch sehr geschätzt, dass das Schulzentrum eine offene Gesamtschule sei: Mit über 40 verschiedenen außerschulischen Angeboten, Mittagstisch und Hausaufgabenbetreuung. Aber ohne den Zwang, nach dem Unterricht bis 16 Uhr bleiben zu müssen. „Das schafft natürlich Schülern, die in Sportvereinen aktiv sind oder individuellen Interessen nachgehen möchten, viele Freiräume“, weiß

Ute Schmidt.

Im Ostseebad entstand ein ganzer Schul-Campus
700 Schüler lernen im Schuljahr 2013/14 am Schulzentrum Kühlungsborn in den Klassen fünf bis zwölf — in der Orientierungsstufe, der Regionalschule und im gymnasialen Zweig der Kooperativen Gesamtschule.
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5,5 Millionen Euro ließ sich die Stadt Ostseebad Kühlungsborn den Bau ihrer Vorzeigeschule kosten. Dabei blieb es nicht. Mit einem Investitionsaufwand von mehreren Millionen Euro wurde die Grundschule in der Nachbarschaft des Schulzentrums umgebaut und modernisiert, dazu kam der Neubau einer Sporthalle sowie einer großen Außensportanlage.
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Lutz Werner

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