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Kühlungsborn Endlich schnelles Internet fürs Dorf
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Endlich schnelles Internet fürs Dorf
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00:00 14.03.2013
Nur durch Zuzüge können wir unsere Bevölkerungszahl stabil halten. Das ist ein Problem.“Bürgermeister Georg Endmann (parteilos)
Steffenshagen

„Wir konnten einen ausgeglichenen, solide finanzierten Haushalt für 2013 beschließen, der sogar noch einen kleinen Überschuss von 14 800 Euro aufweist. Das war noch vor einigen Wochen so nicht zu erwarten“, zieht Bürgermeister Georg Endmann eine Bilanz der zurückliegenden Sitzung der Gemeindevertretung.

Die 474-Einwohner-Gemeinde hat, wie schon in den zurückliegenden Jahren, wieder einen Haushalt für das laufende, das unbedingt geleistet werden muss, beschlossen. Größere Investitionen auf der Grundlage nennenswerter Eigenmittel: „Das ist schon lange nicht mehr möglich, und da ist auch keine Änderung in Sicht“, weiß nicht nur der Bürgermeister.

Den Erträgen von 514 800 Euro stehen geplante Aufwendungen in Höhe von 500 000 Euro entgegen — woraus das kleine Plus resultiert. „Wir können — neben den obligatorischen Einnahmen aus Schlüsselzuweisungen, Anteil an der Einkommenssteuer und den Grundsteuern — auch 2013 wieder mit einem Zufluss von rund 72 000 Euro aus der Gewerbesteuer planen. Große Sprünge können wir damit nicht machen, aber es entspannt die Haushaltslage etwas“, so Endmann.

Eine großes Investitionsvorhaben enthält der Haushalt der Gemeinde Steffenshagen für das Jahr 2013 doch: 114 000 Euro sind für den Ausbau des Breitbandkabelnetzes, für schnelles Internet, geplant.

Doch die Gemeinde fungiert in diesem Fall eigentlich nur als Auftraggeber und ihr Haushalt als Kostenstelle dafür. Denn 106 700 Euro sind Fördermittel vom Land, Steffenshagen ist mit Eigenmitteln in Höhe von 6200 Euro dabei, die restlichen Eigenmittel kommen von Bad Doberan und Reddelich für ihre beiden Ortsteile Vorder Bollhagen und Brodhagen. Denn die Trasse für die Daten-Autobahn soll von der B 105 über Brodhagen, Steffenshagen bis nach Vorder Bollhagen geführt werden. Eine Investition, auf die viele Menschen in den Dörfern schon lange warten, denn „schnelles Internet wird immer mehr zum wichtigen Faktor bei der Wahl des Wohnortes bzw. Baugrundstücks“, weiß Endmann.

Die Gemeinde kann auch mit diesem Haushalt ihre Pflichtaufgaben wie die Ausgleichleistungen für Kinderbetreuung und Schule, Feuerwehr und die Instandsetzung der Straßen erfüllen. Sogar kleine Extras im sozialen Bereich sind auf der bescheidenen Höhe der Vorjahre weiter möglich — wie ein Zuschuss von 800 Euro für das Dorffest im Sommer. Mehr aber auch nicht. Was auch etwas mit der Stagnation der Bevölkerungsentwicklung zu tun hat.

Die Gemeinde dümpelt seit vielen Jahren — die verfügbare Statistik geht zurück bis ins Jahr 1998 — bei ihrer Einwohnerzahl um die magische 500 herum, die den Anspruch auf kommunale Eigenständigkeit unterstreicht. Ist allerdings seit 2008 kontinuierlich leicht darunter geblieben. Im vergangenen Jahr gab es 474 Steffenshäger mit Hauptwohnsitz im Dorf, dazu kamen noch elf Bewohner mit einem Zweitwohnsitz.

„Die Geburten im Dorf gleichen schon seit vielen Jahren die Todesfälle nicht mehr aus. Wir konnten bisher unsere Einwohnerzahl nur einigermaßen stabil halten, weil es durch Neubaumaßnahmen immer wieder Zuzüge gab. Aber damit wird irgendwann Schluss sein“, sinniert der Bürgermeister, der weiß, dass eine solche Entwicklung längerfristig zum Verlust der Selbstständigkeit als Gemeinde führen könnte. Doch so weit ist es in einem überschaubaren Zeitraum noch nicht: „Mit unserem Haushalt für 2013 haben wir der Kommunalaufsicht beim Landkreis einmal mehr gezeigt, dass wir finanziell leistungsfähig genug sind, um unsere Pflicht-Aufgaben erfüllen zu können. Das ist es, was letztlich zählt.“

Lutz Werner

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