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Ewald Hoch schwört auf das Humusbeet am Südhang

Wittenbeck Ewald Hoch schwört auf das Humusbeet am Südhang

Der Wittenbecker hat im Frühjahr 250 Tomaten-Pflanzen in die Erde gebracht und freut sich jetzt über eine reiche Ernte. Er kultiviert auch einige hierzulande seltene Sorten.

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Sorten-Mix in einer Tomaten-Kiste von Ewald Hoch: Die sehr großen Früchte oben und links sind Tomaten aus Kasachstan.

Wittenbeck. Ewald Hoch lässt seinen Blick zufrieden über seine langen Reihen mit prächtigen Tomaten-Pflanzen schweifen. 250 Pflanzen hat der Wittenbecker wieder Anfang Mai am Südhang seines Grundstücks an der Waldstraße in die Erde gebracht. Die meisten Pflanzen im Freiland — mit einer kleinen Überdachung, die vor Feuchtigkeit von oben und damit vor Braunfäule schützt. Nur einige Pflanzen wachsen im Gewächshaus. Die Ernte ist in vollem Gange, die Pflanzen hängen voller praller Reben mit grünen, halbreifen und reifen Früchten.

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Ewald Hoch zeigt eine der Sorten, die neu bei ihm im Garten ist — die französischen Cherry-Tomaten, die er im vergangenen Winter bei einem Obst- und Gemüsehändler in Rostock entdeckte.

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Der 75-Jährige, der seit vielen Jahren seine kleine Tomaten-Plantage kultiviert, hat seine eigenen Erfahrungen mit den Pflanzen, die oft den konventionellen Pflanzanleitungen widersprechen. „Ich pflanze sehr dicht — zehn Pflanzen auf den Quadratmeter. Und lasse zwei Hauptstränge pro Pflanze stehen. So können sich viel mehr Reben an den Pflanzen entwickeln und sie können sich gegenseitig stützen“, erklärt der Experte.

15 Sorten sind in diesem Jahr in seinen Pflanzreihen zu finden. Hierzulande bewährte wie „Harzfeuer“ und „Barther Tomate“, aber auch exotisch Anmutendes wie „Schwarze Pflaumen“, „Gelbe Birnen“ und Sorten mit sehr großen Früchten aus Polen und Belgien. Ewald Hoch präsentiert stolz seine zwei Neuerungen dieses Jahres: Fleisch-Tomaten aus Kasachstan mit einem sehr aromatischen Geschmack, die fast so aussehen wie Mini-Kürbisse. Und kleine, süße und sehr saftige Cherry-Tomaten aus Frankreich.

„Französische Tomaten hatte ich im Februar von dem Obst- und Gemüse-Händler gekauft, der seinen Stand in Rostock vor ,Max Bahr‘ hat. Sie schmeckten so gut, dass ich sofort ein paar Früchte beiseite legte und aus ihnen die Samen gewann“, erklärt Hoch. Mit den kasachischen Tomaten lief es ähnlich. Die brachte ihm ein Bekannter zum Kosten.

Bei Ewald Hoch stehen die Pflanzen sehr dicht — verschiedene Sorten nebeneinander. „Sie vermischen sich, es entstehen neue Varianten oder Sorten. Die besten züchte ich dann weiter“, erklärt er und ist sich ganz sicher: „Meine ,Harzfeuer‘ oder ,Barther‘, aus denen ich im Herbst die Samen entnehme, sind längst nicht mehr die reine, ursprüngliche Sorte. Ob ich sie verbessert habe, müssen die entscheiden, die sie essen“, sagt Hoch.

Seine Tomaten — rund 300 Kilogramm wird er wieder ernten — essen die große Familie, Freunde, Bekannte und Urlauber, die mit dem Rad vorbeikommen und Ewald Hochs Prachtpflanzen längst als Attraktion für Foto und Video entdeckt haben. Und viel vom Züchter wissen wollen. Der schwört „auf eine dicke, nährstoffreiche Humusschicht, gebildet aus mehrere Jahre altem Dung, in der die Pflanzen tief wurzeln können“. Die dicke Humusschicht speichere die Wärme des Sonnenlichts vom Tag und helfe den jungen Pflanzen so besonders in kühlen Frühlingsnächten, erklärt er. Seine prächtigen Pflanzen haben es ihm gedankt.

Große Sorten-Vielfalt
2500 angemeldete und mit einem Namen versehene Tomaten-Sorten gibt es wenigstens weltweit. Dazu kommen schätzungsweise noch einmal so viele Züchtersorten, die nie registriert wurden und somit namenlos blieben. So wie einige Züchtungen von Ewald Hoch. Ihren Ursprung als Nahrungsmittel hat die Tomate im vorkolumbianischen Süd- und Mittelamerika. In Deutschland wird sie als Lebensmittel seit etwa 1900 angebaut, ihren „Durchbruch“ in der Gunst der Verbraucher schaffte sie jedoch erst nach 1945.

 

Lutz Werner

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